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So schön die Aussicht ist, bei der Hitze sollte man trotzdem Obacht geben in den Bergen. 

Bergwacht-Arzt gibt Ratschläge

Bergtouren bei Hitze: Darauf sollten Sie achten

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So schön der Sonnenschein ist. Die Hitze bringt auch Gefahren mit sich. Vor allem in den Bergen. Bergwacht-Arzt Sepp Kleißl rät zur Vorsicht.

Sepp Kleißl (71) ist aus Farchant und seit 1973 in der Bereitschaft.  

Farchant – Der Landkreis gleicht einem Glutofen. Das macht sich besonders beim Bergsteigen bemerkbar. Keiner weiß das besser als Bergwacht-Arzt Sepp Kleißl (71) aus Farchant. Seit 1973 ist er Mitglied bei den alpinen Rettern in Garmisch-Partenkirchen. Er rät nun dringend zur Vorsicht und warum es manchmal besser ist, an den See als in die Berge zu gehen.

Was müssen Wanderer bei diesen hohen Temperaturen berücksichtigen?

Sepp Kleißl: Am wichtigsten ist die Tourplanung. Es sollten nur die Routen ausgesucht werden, die man sich und seinem Partner zutraut und locker bewältigen kann. Also für nichts entscheiden, das zu anstrengend oder zu grenzwertig ist. Bei Hitze ist das körperliche Limit nämlich viel schneller erreicht als sonst.

Wie soll die Ausrüstung aussehen und was muss in den Rucksack?

Kleißl: Auf jeden Fall etwas auf dem Kopf haben, wie ein Kapperl. Auf das Regencape trotzdem nicht verzichten. Auch mit Sonnencreme sollte man sich einschmieren. Und genug zum Trinken mitnehmen. Aber nichts Süßes oder etwas mit viel Zucker. Wasser oder Apfelschorle ist da wesentlich besser. Außerdem sind Bananen hervorragende Kraftspender.

Apfelschorle ist das beste Getränk

Wie viel Liter soll man auf eine Tour mitnehmen? Mehr als sonst?

Kleißl: Besser doppelt so viel, als man sonst tragen würde.

Viele behaupten, es würde vor allem heißer Tee helfen?

Kleißl: Naja, ich weiß nicht so recht. Wer nimmt schon frühmorgens im Sommer einen heißen Tee mit? Es mag vielleicht helfen, aber das Beste ist wirklich eine Apfelschorle.

Sie reden von frühmorgens. Was ist die beste Zeit, um die Tour zu starten?

Kleißl: Egal welche Route, es sollte immer so früh wie möglich los gegangen werden. Am besten vor Sonnenaufgang, dass der Wanderer bis spätestens Vormittag wieder zu Hause ist. Außerdem ist die Gewittergefahr frühmorgens wesentlich geringer als um die Mittags- und Nachmittagszeit.

Welche Routen empfehlen Sie?

Kleißl: Jene mit wenigen Latschen (Anm. der Red.: Bergkiefer), denn da bleibt einem gleich mal die Luft weg.

Was ist zu beachten, wenn Kinder dabei sind?

Kleißl: Da müssen genug Pausen eingeplant werden. Wer aber ganz sicher gehen will, sollte lieber den Tag am See, als im Gebirge verbringen.

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