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Umstrittene Fläche: Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sind gegen den Hotel-Standort an der Frickenstraße. 

477 Unterschriften wurden eingereicht

Bürgerbegehren in Farchant: Erste Hürde genommen

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Für ein Hotel, aber nicht an diesem Standort: Diese Meinung vertreten die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen das geplante Projekt an der Frickenstraße. Jetzt bahnt sich in Farchant der dritte Bürgerentscheid zu einem Hotel-Bau an.

Farchant– Martin Wohlketzetter (SPD) bleibt ruhig, hört sich aufmerksam die Argumente der Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Hotelprojekt östlich der Frickenstraße an. Kontert, versucht, deren Gründe auszuhebeln. Die zwei Seiten diskutieren sachlich. Dann fällt der Begriff „Low Budget“, ausgesprochen von Berthold Zeltner, einem der Kritiker des Explorer-Hauses. Es ist der Moment, an dem Farchants Bürgermeister kurz die Contenance verliert und zürnt. Weil das nicht der Wahrheit entspreche. „Das ist ein gezielter Versuch, das Projekt runterzuziehen“, wirft er dem Nürnberger vor.

Die zwei kennen sich eine Weile. Bereits 2009, beim letzten Bürgerentscheid gegen das damals geplante Hotel in weitaus größerer Dimension, gehörte der 40-Jährige zu den Kontrahenten des Vorhabens. Er und die zwei Mitstreiter Michael Zellinger sowie Achim Hofstädter wettern nicht aus Prinzip dagegen. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen ein Hotel“, betont Hofstädter. „Wir wollen aber nicht dieses und nicht an diesem Standort.“ Da der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss schon abgesegnet hat, war es für sie nun an der Zeit zu handeln. „Wenn erst der Bebauungsplan beschlossen ist, kann es schnell gehen“, meint Zeltner. Deshalb leitete das Trio am Ostersamstag das Bürgerbegehren ein. Am Freitagnachmittag überreichten sie Wohlketzetter die Listen mit 477 Unterschriften.

Voraussichtlich am 1. Juni stellt der Gemeinderat die Zulässigkeit fest. Gibt er grünes Licht, beginnt die Drei-Monats-Frist. In diesem Zeitrahmen, also bis 31. August, muss der Bürgerentscheid stattfinden. Eigentlich. Denn die Initiatoren bieten die Option, erst am Tag der Bundestagswahl, am 24. September, abstimmen zu lassen. Der Vorteil: weniger Kosten und Aufwand, im besten Fall mehr Wahlbeteiligung. „Es soll Farchant was bringen“, sagt Hofstädter. Im Vorfeld, das kündigt Wohlketzetter schon an, soll es eine Bürgerversammlung geben, bei der die Farchanter mit Informationen versorgt werden.

Es gibt keinen Alternativstandort

Dass diese bisher zu wenig geflossen seien, finden Zeltner und Co. ohnehin. Der Rathauschef hat dafür eine einfache Erklärung. „Ich gebe keine ungelegten Eier bekannt.“ Die Verhandlungen zwischen Grundstückseigentümer und Investor laufen. Den Aufstellungsbeschluss bedurfte es dem Bürgermeister zufolge nur, um ein Gutachten in Auftrag geben zu können. Nicht mehr, nicht weniger. Außerdem würde die Meinung der Bevölkerung spätestens bei der Auslegung eines Bebauungsplans berücksichtigt. Solange wollten die Initiatoren aber nicht warten und schon jetzt ihr Veto einlegen.

Zu viel spricht ihrer Ansicht nach gegen das Projekt. Vom Standort am Eingang des Farchanter Naherholungsgebiets mit angrenzenden FFH-Flächen mal abgesehen, stört sie der zunehmende Verkehr. „Der ist vielen ein Dorn im Auge“, weiß Zeltner aus Gesprächen mit Bürgern. Wohlketzetter hält mit belegbaren Zahlen dagegen. Trotzdem: Beide Seiten kommen auf keinen gemeinsamen Nenner.

Ob das Vorhaben – falls sich die verhandelnden Parteien überhaupt einigen – begraben werden muss, wird sich zeigen. Eines steht aber schon fest. Es fehlt an Alternativflächen. Neben dem „toten Winkel“ an der Frickenstraße „gibt es keine weiteren Standorte“, betont der Bürgermeister. Alle seien abgeklappert worden. Nur der „Zwickel“ am Gewerbegebiet – nahe Macchiavalley“ – hätte noch gepasst, scheiterte aber am Eigentümer. Die ganze Ablehnung gibt ihm zu denken. „Ist ein Hotel eine Katastrophe für den Ort oder nachhaltig für den Tourismus?“ Seine Antwort dürfte klar sein.

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