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Appell an den Gemeinderat: Berthold Zeltner kritisiert den Bau eines Hotels östlich der Frickenstraße. Der Nürnberger hat einen Zweitwohnsitz in Farchant.  

In Farchant tut sich was

Bürgerversammlung: Kritik gibt’s nur für die Hotelpläne

Farchant - Zahlreiche Projekte stehen in den nächsten Jahren in Farchant an. Zuhörer der Bürgerversammlung zeigten sich von dem Bericht Martin Wohlketzetters (SPD) angetan, Kritik wurde nur in puncto Hotelbau laut.

Fast perfekte Harmonie. Diese Stimmung machte sich bei der Bürgerversammlung in Farchant breit. Was wohl nicht nur daran lag, dass Weihnachten in wenigen Wochen vor der Türe steht. 2016 war für die Gemeinde ein erfolgreiches Jahr. Dies konnten die Zuhörer dem Jahresbericht von Bürgermeister Wohlketzetter (SPD) entnehmen. „Die Tagesordnung ist ganz einfach“, sagte er. Nur zwei Punkte standen auf der Liste. Nach dem Rückblick auf 2016 und seinem Ausblick auf die Zukunft konnten sich die Zuhörer mit ihren Anträgen und Fragen melden.

Von diesem Angebot haben Anwohner der Frickenstraße Gebrauch gemacht. Sie taten ihren Unmut über ein Projekt kund, das in ihrer Nachbarschaft bald in die Tat umgesetzt werden könnte: Und zwar den geplanten Bau eines Hotels durch die Allgäuer Explorer Hotels Entwicklungs GmbH auf einem Grundstück östlich der Frickenstraße, das von den Immobilien Freistaat Bayern verwaltet wird. Zu Wort meldete sich Berthold Zeltner aus Nürnberg, der einen Zweitwohnsitz in der Gemeinde hat, mit seiner Familie aber „schon lange in Farchant verankert“ ist. Er bemängelte, dass man sich den Verkehr, „den man durch die Umfahrung losgeworden ist“, wieder zurückhole. Außerdem kritisierte er, dass die Gemeinde den Bau eines Hotels in der Nähe eines Naturschutzgebietes befürworte. Dieses Projekt stehe im Gegensatz zum „sanften Tourismus“. Zeltner hatte das Gefühl, dass dieses Projekt „im Schnelldurchlauf“ entschieden wurde, man solle „Alternativen“ in Betracht ziehen. Die gleiche Meinung vertrat Achim Hofstädter, der sich ebenfalls zu Wort gemeldet hatte.

Das steht auf der To-do-Liste

„Dazu kann ich schon etwas erläutern“, sagte Wohlketzetter. Da das Hotel 200 Betten anbieten wird, könne man mit einer Fahrt pro Bett rechnen. „Die Bettenanzahl ist bei den Explorer-Hotels standardisiert.“ Zu diesen Standards zählt auch, dass es nur ein Frühstücksangebot gibt. Ein Restaurant ist in den Planungen nicht vorgesehen. Auch sei kein erhöhter Lkw-Verkehr zu erwarten. Außerdem betonte der Bürgermeister, dass die Kommunalpolitiker lange über das Konzept und die mögliche Umsetzung beraten hätten. Man habe im Gemeinderat außerdem vorerst den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst.

Tun wird sich in den nächsten Jahren in Farchant auf jeden Fall einiges. Dies wurde bei der Bürgerversammlung deutlich. Der Ersatzneubau der Loisach- und Kanalbrücke, die Städtebauliche Aufwertung zwischen Hauptstraße und St.-Andreas-Kirche, die energetische Sanierung und Umgestaltung des Rathauses in ein barrierefreies Gebäude, weitere Baumaßnahmen des Gasthofes Alter Wirt im zweiten Stock, die Planungen für ein Seniorenprojekt an der Ronetsbacherstraße, die Ernennung zum Luftkurort und die Errichtung eines Naturkurparks waren Thema.

Aber auch über diverse Projekte, die in diesem Jahr bereits erfolgreich über die Bühne gegangen sind, konnte der Farchanter Bürgermeister berichten. Beispiele sind der Abschluss der Wasserentnahme mit den Stadtwerken München sowie der Anschluss der gemeindlichen Wasserversorgung an die von Garmisch-Partenkirchen und Grainau, die Anfang Juli in Betrieb ging. Außerdem gibt’s Erfreuliches in Sachen Tourismus: Die Übernachtungszahlen in der Gemeinde sind leicht gestiegen – trotz sinkendem Bettenangebot. Wohlketzetter würdigte zu guter Letzt die Bürger und den Gemeinderat: „Die Zusammenarbeit ist einmalig.“

Magdalena Kratzer

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