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Mehr Zuschauer als in den vergangenen Jahren wohnen der Bürgerversammlung bei. 

Öffentliche Diskussion bleibt aus

Bürgerversammlung in Farchant: Hotel-Gegner schweigen, Rathauschef räumt Gerüchte aus

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Im Frühjahr 2019 möchte die Gemeinde Farchant für das Explorer-Hotel an der Föhrenheide Baureife erlangen. Doch die Gegner des Projekts versuchen erneut, die Pläne zu torpedieren. Bei der Bürgerversammlung hielten sie jedoch die Füße still.

Farchant – Spannung lag in der Luft. Werden sich die Gegner des geplanten Hotels an der Farchanter Föhrenheide bei der Bürgerversammlung zu erkennen geben? Oder nicht? Werden sie vor den rund 80 Anwesenden ihre Kritik kundtun? Martin Wohlketzetter (SPD) musste sich wie alle Zuhörer überraschen lassen. Kein einziger Antrag war im Vorfeld im Rathaus eingegangen. „Hat noch jemand einen?“, erkundigte sich der Bürgermeister im Saal des Alten Wirts. Stille. Er fragte ein zweites Mal. Wieder keine Regungen im Publikum. Wohlketzetter zählte von vier runter. Nichts. Eine öffentliche Diskussion über die Ansiedlung des Explorer-Hotels blieb aus.

Ob die Gegner, die derzeit wieder mobil machen und Unterschriften sammeln, der Versammlung beiwohnten? Schwer zu sagen. Wohlketzetter glaubte aber, ein paar davon erspäht zu haben. Die direkte Konfrontation suchten diese ganz offensichtlich nicht.

Der Rathauschef dagegen äußerte sich zur Widerstands-Bewegung. Zum einen zu Berthold Zeltner, der nicht zugegen war, aber 2017 zu den Initiatoren des Bürgerentscheids gehört hatte. Dieser erklärte zuletzt gegenüber dem Tagblatt, derzeit mit seiner Familie nur die Unterlagen des Bebauungsplans kritisch zu sichten und ansonsten nicht aktiv zu sein. „Das ist interessant“, sagte der Bürgermeister. Denn er hat erfahren, dass dessen Vater bereits bei einigen Gemeinderäten vorstellig geworden ist. Und zwar nicht, um ihnen zu den Plänen zu gratulieren.

Bürgerentscheids-Ergebnis sei zu akzeptieren

Logisch, Wohlketzetter wäre es lieber, das Hotel könnte nun ohne Gegenwind vorangetrieben werden. Ein neuer Bürgerentscheid, stellte er jedoch auch klar, wäre rechtens. Die Bindungsfrist an das letzte Votum, bei dem 51,94 Prozent ihr Kreuz für den Neubau an der Frickenstraße gesetzt hatten, ist Ende September 2018 abgelaufen. Gleichwohl vertritt Wohlketzetter die Ansicht, dass Ergebnisse zu akzeptieren sind. „Wenn über was abgestimmt ist, sollte man es gut sein lassen“, betonte er. Alles andere stuft er als schlechtes Verlieren ein.

Am heutigen Donnerstag haben die Träger öffentlicher Belange Zeit, ihre Einwände zum Projekt zu äußern. Privatpersonen können dies noch bis Mitte Februar erledigen. Deshalb nutzte Wohlketzetter das Forum, um Gerüchte auszuräumen. Eines betrifft die Loisachbrücke (siehe Kasten). Wohlketzetter ist die Behauptung zu Ohren gekommen, diese sei nur wegen des Hotels neu errichtet worden. Humbug, stellte er klar. Denn für das Projekt fließen Fördermittel im Millionenbereich. Diese bekomme eine Gemeinde nur, wenn sie die Notwendigkeit des Vorhabens nachweise.

Für Aufklärung sorgte er aber vor allem in Bezug auf die alm-ähnliche Einkehr mit Direktvermarktung, die die Farchanter Weidegenossenschaft auf dem Areal, das die Gemeinde erworben hat, errichten möchte. Welche Absichten auf dieser Fläche verfolgt werden – quasi als Entschädigung für den Grund, auf den die Weiderechtler verzichten –, sei schon mehrfach erläutert worden. „Das war von Anfang an Teil der Planung.“

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