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Der Sprung ins kühle Nass – wann er möglich ist wie hier im Alpspitz-Wellenbad, steht in den Sternen. 

Das große Warten

Freibäder sind wegen Corona geschlossen: Damit rechnen die Betreiber

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Ein Sprung ins kühle Wasser. Das ist derzeit in Freibädern nicht möglich. Wann die Regelung gelockert wird, ist unklar. 

Landkreis – Warme Temperaturen und Sonnenschein: In der Regel eröffnen die Gemeinden Anfang bis Mitte Mai ihre Freibäder. In Zeiten von Corona-Pandemie und Ausgangsbeschränkungen ist dies hinfällig. Es gilt die Verordnung der bayerischen Staatsregierung, wonach Badeanstalten geschlossen sind. Eine nächste Entscheidung wird für Donnerstag, 30. April, erwartet. Erst einmal rechnen die Betreiber von Bädern nicht mit einer Änderung – das ergab eine Tagblatt-Umfrage.

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Warmfreibad Farchant

Großveranstaltungen bleiben mindestens bis 31. August untersagt. So sagt es die Verfügung der Staatsregierung. Was das für den Betrieb des Warmfreibads in Farchant bedeutet, darüber hat sich Christian Hornsteiner den Kopf zerbrochen. „An guten Tagen sind 1500 Leute im Bad“, sagt der Geschäftsleitende Beamte der Gemeinde, der am 1. Mai sein Amt als Bürgermeister antritt. Ob das Bad mit diesen Zahlen unter die Rubrik Großveranstaltung fällt, darüber habe die Regierung bisher keine Auskunft gegeben, moniert Hornsteiner. Er ist skeptisch: „Ich rechne nicht damit, dass in nächster Zeit das Schwimmbad geöffnet wird.“ Normalerweise sperrt das Warmfreibad am 20. Mai auf. Es ist für einen Betrieb vorbereitet, zuletzt wurden am Beckenkopf Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Wegen der unklaren Lage bei Freibädern und Badeseen regt Hornsteiner ein Treffen aller Bürgermeister im Landkreis an.

Alpspitz-Wellenbad/Kainzenbad

Keinen Tag verschenken wollten die Verantwortlichen der Garmisch-Partenkirchner Gemeindewerke als klar war, dass der Betrieb des Alpspitz-Wellenbades zum 16. März eingestellt werden muss. „Wir haben direkt mit der Revision angefangen“, betont Werkechef Wotan Lichtmeß. Die steht normalerweise zwischen Ostern und Pfingsten an, um rechtzeitig zur Sommersaison wieder in den Startlöchern zu stehen. Hat somit auch in diesem Jahr geklappt. „Wir wären startklar“, sagt Lichtmeß. Die nötigen Sanierungsarbeiten im Sauna- und Badebereich – „im üblichen Maße“ – sind abgeschlossen. „Wenn der Freistaat sagt, dass wir aufmachen können, dann könnten wir das sofort tun.“ Das gilt im Übrigen auch für das Kainzenbad. „Auch dort wird bereits alles hergerichtet.“

Natur- und Solarfreibad Ohlstadt

Das Natur- und Solarfreibad in Ohlstadt öffnet stets witterungsabhängig seine Pforten, meist Anfang Mai. „Wie es heuer ist: keine Ahnung!“, sagt Bürgermeister Christian Scheuerer. Er müsse die Entscheidung der Staatsregierung akzeptieren. Vorerst wurden in Ohlstadt die Vorbereitungen zur Öffnung des Bades gestoppt. Die Anlagen seien in Schuss, sagt der Bürgermeister. Doch mit dem Ablassen des Wassers und dem Reinigen des Beckens warten die Mitarbeiter noch.

Wellenberg Oberammergau

Auch der Wellenberg in Oberammergau – ansonsten elf Monate im Jahr geöffnet – ist geschlossen. „Das Bad läuft auf Sparflamme“, sagt Thomas Huppmann. Die meisten Mitarbeiter befinden sich im Urlaub oder bauen Überstunden ab. Derzeit laufen Erhaltungsmaßnahmen, das Außenbecken wird gereinigt, alle Becken wurden ausgelassen. Der Hauptamtleiter der Gemeinde Oberammergau glaubt, dass das gemeindliche Schwimmbad weiter geschlossen bleibt. „Wir gehen davon aus, dass es im Mai nichts mehr wird.“ Um den Wellenberg zu öffnen, benötigten die Mitarbeiter etwa eine Woche Vorlaufzeit.

Alpenschwimmbad Oberau

„Wir hängen in der Luft“, kommentiert Robert Zankel die unklare Lage. Das Alpenschwimmbad in Oberau wurde in den vergangenen Wochen aus dem Winterschlaf geweckt und technisch hochgefahren. „Theoretisch könnten wir im Mai eröffnen“, sagt der Oberauer Geschäftsleiter. Doch auch bei ihm überwiegen die Zweifel. Wann das Bad seine Tore öffnet, liegt in den Händen der Regierung. „Ob das im Juni, Juli oder August oder heuer gar nicht sein wird, weiß ich nicht.“

Strandbäder

Verunsichert und ahnungslos sind die Betreiber von Badestränden und die Verantwortlichen für die heimischen Seen. „Wir wissen nichts“, sagt Michael Benedikt. Der Kämmerer der Gemeinde Uffing, die sowohl das Gemeindebad als auch das Strandbad am Staffelsee betreibt, wartet auf die Aussage der Politik. Angesichts des guten Wetters im April ist Benedikt sicher: „Wir hätten heuer schon offen haben können.“ Die beiden Bäder seien gut vorbereitet, die Stege montiert, die Floße an ihren Plätzen.

Ähnlich ist die Situation in Seehausen. „Wir harren der Dinge“, sagt Bürgermeister Markus Hörmann. Das dortige Strandbad am Staffelsee betreibt der Fremdenverkehrsverein. Es ist ebenfalls geschlossen.

Die Marktgemeinde Murnau bietet das Naturbad mit Badeaufsicht an. Neben dieser so genannten Schweinebucht gibt es weitere öffentliche Badestellen am Staffelsee und eine weitere am Froschhauser See. Alle sind zu. Wie es weitergeht, hängt von den weiteren Maßnahmen der Staatsregierung zur Eindämmung von Covid-19 ab. „Da es sich bei den Bademöglichkeiten um Freizeitaktivitäten handelt, gibt es diesbezüglich noch keine Regelung“, sagt Sprecherin Annika Röttinger.

Am Riegsee sind ebenfalls alle Badeplätze gesperrt, sagt Elisabeth Mohr, Geschäftsleitende Beamtin der Verwaltungsgemeinschaft Seehausen. Die Badeseen im Oberen Isartal liegen im öffentlichen Bereich. Ob am Ferchen- oder Lautersee im Bereich Mittenwald oder am Barmsee bei Krün derzeit gebadet wird, ist daher nicht bekannt.

Kein Betretungsverbot für Badeseen

Es gibt im Zuge der Corona-Einschränkungen kein allgemeines Betretungsverbot für Badeseen – nicht-motorisierter Wassersport ist erlaubt. Darauf weist Murnaus Rathaus-Sprecherin Röttinger hin. Bewegung an der frischen Luft sei zulässig, wenn man die Abstandsregeln einhalte, und damit etwa auch das Schwimmen in einem Natursee.  

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