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Ein Freudentag: Der feierliche Almabtrieb lockt  hunderte Schaulustigen nach Farchant.

Almabtrieb lockt hunderte Zuschauer an

Ein Farchanter Feiertag

Schellen und Glocken kündigen den festlichen Zug schon von weitem an. Spätestens bei diesem Klang zücken die Zuschauer ihre Fotoapparate und Smartphones. Der Farchanter Almabtrieb ist aber auch ein Schauspiel, das zahlreiche schöne Motive bietet.

Farchant – Dicht gedrängt stehen hunderte Zuschauer am Sonntag entlang der Farchanter Mühldörfl- und Frickenstraße und sind voller Erwartung. Kein Wunder, steht doch ein ganz besonderes Schauspiel auf dem Programm. Eines, das es im Dorf unter dem Fricken seit 2011 nicht mehr gegeben hat: der Almabtrieb. „Mit diesem prächtigen Kopfschmuck werden die Kälber ganz der Tradition entsprechend nur geziert, wenn der Almsommer ohne Unglück verlaufen ist“, sagt Andreas Leitenbauer. „Und in diesem Jahr ist Gott sei Dank nichts passiert, und alle Weidetiere kamen gesund zurück ins Dorf.“ Darauf ist der Vorsitzende der Farchanter Weidegenossenschaft natürlich besonders stolz.

Er freute sich aber auch für seinen Bruder Peter, der sich seit zwölf Jahren als Hirte auf der Farchanter Alm am hinteren Esterberg bestens um das ihm anvertraute Vieh kümmert. 170 Jungtiere waren es diesmal, außerdem 10 Haflinger, die ihre Sommerfrische vom 20. Juni bis 16. September auf der Alm verbrachten.

Bilder: Almabtrieb in Farchant lockt viele Zuschauer an

Die Vorbereitungen begannen natürlich schon vor Tagen. Das Ereignis sollte schließlich würdig gefeiert werden. So organisierten die Genossen für das Rahmenprogramm ein Zelt am Waldfestplatz, das im Anschluss die zahlreichen Besucher aufnehmen konnte. Viel Arbeit hatten die Frauen, die für den stolzen Kopfschmuck der Rinder sorgten. „Bei den Tieren die noch Hörner haben, tut man sich leichter“, sagte eine alteingesessene Bäuerin, die das Treiben als Zuschauerin verfolgte.

Schellen und Glocken kündeten gegen 11 Uhr die Tiere an. Sie kamen von der Esterbergstraße herauf: Viele Schecken, aber auch Tiere der Murnau-Werdenfelser Rasse, selbst einige Schwarz-Bunte waren in der langen Schlange zu bewundern. Manche trotteten im gemächlichen Schritt heran, andere legten dem Herdentrieb geschuldet, doch ein leichtes Tempo vor. Da war die volle Aufmerksamkeit der Treiber gefordert.

Zuvor hatten die Landwirte ihre Tiere am Ried aufgekranzt und die letzten Handgriffe für den vollkommenen Kopfschmuck erledigt. Eine Arbeit, die viel Gespür und Kreativität erfordert. Und so zogen die Vierbeiner mit ihrem Hirten und den Haltern samt Familienangehörigen unter dem Staunen der Zuschauer durch den Ort. Alle Beteiligten hatten sich anschießend die Stärkung beim gemütlichen Ausklang zu den Klängen der kleinen Besetzung der Musikkapelle Farchant verdient. Bleibt nur zu hoffen, dass auch im kommenden Jahr so herrlich geschmückte Kälber in Farchant zu sehen gibt – vorausgesetzt, der Almsommer 2018 verläuft unfallfrei.

Klaus Munz

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