Spatenstich fürs neue Hotel: (v. l.) Explorer-Geschäftsführer Jürnjakob Reisigl, Bürgermeister Christian Hornsteiner, Landrat Anton Speer, Altbürgermeister Martin Wohlketzetter und Peter Schrehardt, Chef der Baufirma Haseitl.
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Spatenstich fürs neue Hotel: (v. l.) Explorer-Geschäftsführer Jürnjakob Reisigl, Bürgermeister Christian Hornsteiner, Landrat Anton Speer, Altbürgermeister Martin Wohlketzetter und Peter Schrehardt, Chef der Baufirma Haseitl.

Ein „Leuchtturmprojekt“

Spatenstich für Explorer-Hotel in Farchant: Ein wichtiges Puzzlestück

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
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Neuen Schwung für den Tourismus im Landkreis soll das neue Explorer-Hotel in Farchant bringen. Landrat Anton Speer spricht gar von einem „Leuchtturmprojekt“. Gestern erfolgte der symbolische erste Spatenstich.

Farchant – Es ist ein Zeichen. Ein Signal in unsicheren Zeiten. Noch haben die touristischen Betriebe im Landkreis die Folgen der Pandemie nicht verdaut. Noch ist nicht klar, was insbesondere die Hotellerie und Gastronomie im Herbst erwartet. Dass die Explorer Hotels Entwicklungs-GmbH mit Sitz in Fischen im Allgäu gerade jetzt den Neubau eines Hotels beginnt, „ist für uns ein besonderer Tag, ein Freudentag“. Farchants Bürgermeister Christian Hornsteiner (CSU) meint gar, dass der Spatenstich gestern Vormittag „überfällig“ war. Damit spielt er darauf an, dass sein Heimatort seit 2004 bemüht ist, einen neuen Beherbergungsbetrieb anzusiedeln.

Kein leichtes Unterfangen, das zeigt die Historie. Allein zum jetzigen Standort an der Frickenstraße gab es zwei Bürgerentscheide (wir berichteten). Explorer-Geschäftsführer Jürnjakob Reisigl spricht davon, „dass etwas Sand ins Getriebe kam“. Von ihrem Vorhaben haben sich weder er noch seine Geschäftspartnerin Katja Leveringhaus dadurch abbringen lassen. Dafür waren sie zu überzeugt vom Standort und davon, dass sich dieser perfekt für ihr zehntes Hotel – vier davon im bayerischen Alpenraum, sechs in Österreich – eignet. Deshalb haben sie sich auch von Corona nicht unterkriegen lassen. „Etliche Projekte wurden wegen der Pandemie auf Eis gelegt“, weiß Reisigl. Für ihn keine Option. „Wir wollen hier ein Zeichen setzen“, unterstreicht er. Dafür, dass sie zu Farchant stehen, an den Tourismus in der Zugspitz-Region glauben und ein verlässlicher Partner sind.

Darauf setzt auch Christian Bär. „Wir freuen über ein neues Mitglied, das hilft, den Landkreis touristisch auf den neuesten Stand zu bringen“, betont der Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG). Für ihn ist das Explorer-Hotel, das zum Sommer 2022 eröffnet werden soll, ein weiteres Puzzlestück, um die Destination zu stärken. Angesichts des Reiseverhaltens der Deutschen, „das Corona komplett über den Haufen geworfen hat, begrüßt er jeden neuen Betrieb. Der Trend zum Urlaub im eigenen Land setzt sich schließlich fort. Im Gegensatz zu den Tagesausflüglern, durch die die Ziele im Landkreis während der Lockdowns geradezu überrannt wurden, gebe es dafür noch Kapazitäten.

Der Aushub für den Neubau an der Farchanter Frickenstraße ist bereits in vollem Gang.

Das bestätigt auch Hornsteiner. „Die Gäste, die hier übernachten, sind unser Potenzial.“ Im Schnitt werden durch einen jeden von ihnen 123 Euro pro Tag generiert, kalkuliert er vorsichtig mit 40 000 Urlaubern pro Jahr, so kommt er auf knapp fünf Millionen Euro. Das und die zu erwartenden Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge sowie die Gewerbesteuer stimmen ihn zuversichtlich. Schließlich investiert Farchant auch jedes Jahr viel Geld in die touristische Infrastruktur – in Wanderwege, den Natur-Kurpark und das Warmfreibad. Neben der Gemeinde profitieren dem Bürgermeister zufolge aber auch der Einzelhandel, die Gastronomie und weitere Leistungsträger von dem 196-Betten-Haus, für das die Hotelkette 12,35 Millionen Euro in die Hand nimmt.

Für Landrat Anton Speer (Freie Wähler) ist das Vorhaben in der Farchanter Föhrenheide „ein Leuchtturmprojekt“. Insbesondere in Sachen Klimaneutralität habe Explorer die Messlatte sehr hoch gelegt. Auch deshalb prophezeit Peter Schrehardt, Geschäftsführer der Baufirma Haseitl, „dass das Konzept funktioniert“. Die hohe Qualität, die angesprochene Energieeffizienz und die ansprechende Architektur machen für ihn die Hotels der Gruppe aus. Auch er zeigt sich beeindruckt, dass die Explorer GmbH direkt nach der corona-Spitze mit dem Bau in Farchant beginnt. Für Speer ist das ein eindeutiges Zeichen von Aufbruchstimmung.

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