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Fast geschafft: Noch die Leiter weg und dann hat der Bischof wieder ein Gipfelkreuz.

Das alte war verwittert

Endlich! Der Bischof hat wieder ein Gipfelkreuz

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Das neue Kreuz auf dem Farchanter Bischof (2033 Meter) steht. Das Symbol des christlichen Glaubens ist von 18 Einheimischen mühsam zu Fuß auf den Berg geschleppt worden. Eingeweiht wird es aber erst im nächsten Frühjahr.

Farchant – Der Bischof ist einer der höchsten Berge im Estergebirge. Und endlich hat er auch wieder ein Gipfelkreuz. Die Bergsteiger sind begeistert von der Arbeit der fleißigen 18 Farchanter, die das Kreuz errichteten. „Viele haben sich bereits ins neue Gipfelbuch eingetragen“, sagt Josef Kundler, ein Miterbauer, erfreut. Alle, auch aus dem Norden Deutschlands oder dem Ausland, „bedankten sich in diesem Buch bei uns und freuen sich“. Die Einweihung hätte heuer eigentlich noch stattfinden sollen. Unter anderem aus terminlichen Gründen muss die Segnung auf kommendes Frühjahr verschoben werden.

Knifflig: Das Kreuz muss in die alte Halterung genau eingepasst werden.

Diese Geduld bringen die Kreuzmacher und Aufsteller auch noch auf. Schließlich liegt ein langer Weg hinter ihnen. Weil das alte Kreuz so verwittert war, mussten sie es erneuern. Für den Vorsitzenden des Heimatvereins, Wolfgang Graschberger, war dieses Vorhaben eine Herzensangelegenheit. Von Beginn der Planungen an wusste er, wer für diese Aufgabe in Frage kommt: Die Auserkorenen, Kundler und Josef Hiebler (Suppeler) aus Farchant, waren von Anfang an Feuer und Flamme.

In Eigenregie bauten sie an zwei Abenden ein vier auf drei Meter großes Kreuz aus Lärchenholz. „Das hält am meisten aus und macht am meisten her“, betont Kundler. Als das christliche Zeichen in der Werkstatt des Suppeler-Sepps fertig war, wurde den anderen Kameraden per Whats-App-Gruppe eingesagt. Jeder brachte seine individuellen Talente mit ein. Manche waren gute Bergsteiger und Kletterer, andere wiederum sind mit dem Schraubenschlüssel geschickt.

Als die Gruppe von 18 Mann feststand, fuhr sie mit drei Autos und dem neuen Symbol in der Früh um sieben Uhr zur Farchanter Alm. Von dort aus ging es zu Fuß weiter. Mit Seilen wurde eine Art Flaschenzug gebaut. Das Kreuz konnte aber nur meterweise in die Höhe gehievt werden. Mit Bohrmaschinen trieben die Alpinisten Mauerhaken in den Fels. In recht steilem Gelände keine leichte Aufgabe. Glücklicherweise konnte die Verankerung des alten Kreuzes wieder verwendet werden. Sie benötigte lediglich einen neuen Anstrich. Pünktlich zum Mittagessen um 12.30 Uhr stand das Kreuz bereits auf dem 2033 Meter hohen Bischof – mit Blitzableiter und allem drum und dran.

Das war im Juli 2018. Nun wurde den ganzen Sommer über nach einem Termin für die offizielle Segnung gesucht. Obwohl die Monate wetterbedingt traumhaft waren und nur wenige Regentage mit sich brachten, gestaltete sich dieses Unterfangen als schwierig. Wahrscheinlich wird im Frühjahr 2019 ein Pfarrer seinen Segen auf dem Gipfel sprechen. Wer das sein wird, ist offen.

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