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So wird’s einmal aussehen: das geplante Explorer-Hotel an der Frickenstraße in Farchant.

Betreiber zweifelte nicht an positivem Ergebnis

Nach dem „Ja“ zum Hotel-Bau: Explorer will Gas geben

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Jetzt geht die Arbeit weiter: Nach dem Erfolg beim Votum über einen Hotel-Bau an der Föhrenheide visiert die Gemeinde die nächsten Schritte an. Der Betreiber ebenfalls.

Farchant – Den ersten Kasten Bier schleppt Martin Wohlketzetter (SPD) am Sonntag gegen 19 Uhr in die Rathaus-Bücherei. Farchants Bürgermeister schnappt sich gleich selbst eine Flasche. Nicht etwa, um die Anspannung vor dem Ergebnis von Ratsbegehren und Bürgerentscheid zum Hotel-Bau an der Föhrenheide zu senken. Sondern, um den Frust über die SPD runterzuspülen. Zu dem Zeitpunkt war bereits klar, dass sich die Talfahrt der Sozialdemokraten auch bei den Europawahlen fortsetzt. Den zweiten Kasten bringt er um kurz nach 22 Uhr. Dann aus erfreulicherem Anlass für ihn. Die Mehrheit der Stimmberechtigten votierten für den intensiv diskutierten Bau des Explorer-Hotels an der Frickenstraße. Da geht das Helle runter wie Öl.

Anstrengende Wochen liegen hinter dem Rathauschef und seinen Mitstreitern. Flyer wurden erstellt und von Gemeinderatsmitgliedern im Ort verteilt, eine Interessengemeinschaft ins Leben gerufen. „Der Bürgermeister musste ja außen vor bleiben“, erklärt Kommunalpolitikerin Monika Ott. Ihre Hände sind eisig kalt – der Nervosität wegen. Unruhig tigern einige durch den Büchereisaal, als feststeht, dass sowohl das Ratsbegehren „Nachhaltiger Tourismus für Farchant“ als auch der Bürgerentscheid „Rettet die Föhrenheide“ jeweils einen Sieg eingefahren haben und die Stichfrage zum Zug kommt. Wenig später wird Wohlketzetter in den Sitzungssaal beordert, die Würfel sind gefallen. Die Treppen hoch geht’s zur Alles-oder-Nichts-Wahrheit.

Satzungsbeschluss noch vor den Sommerferien

Sein Gefühl? „Ganz so schlimm wie 2008 war’s nicht“, sagt er. Bei den Kommunalwahlen hatte sich der heute 59-Jährige ebenfalls erst in der Stichwahl für das Amt des Gemeindechefs durchgesetzt – mit nur sieben Stimmen Unterschied. „Damals war ich direkt betroffen, jetzt ein Projekt.“

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Eines, hinter dem er zu 100 Prozent steht. Es bis aufs Blut verteidigt. Auch wenn manche so tun würden, „als ob das Hotel der Untergang Farchants wäre“. Er sieht’s vielmehr als die Zukunft.

Deshalb will er es nun zügig auf Kurs bringen. Die Träger öffentlicher Belange wurden bereits beteiligt. Punkt abgehakt. In Kürze soll im Gemeinderat der Bebauungsplan aufgestellt werden und es zum Satzungsbeschluss kommen. „Noch vor den Sommerferien“, kündigt Wohlketzetter an.

Das hört Katja Leveringhaus gerne. „Wir wollen Vollgas geben“, sagt die Explorer-Geschäftsführerin. Nach der positiven Entscheidung am Sonntag stehen nun unternehmensinterne Gespräche an. Weil das Projekt gezwungenermaßen ruhte, „müssen wir die Planer reaktivieren und unsere Partner wieder ins Boot holen“. Und den Ort samt seiner Bürger.

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Dass das Vorhaben scheitert, daran glaubte man bei Explorer nicht. Trotzdem, sagt Leveringhaus, „haben wir alle Infos, die wir am Sonntag bekommen konnten, aufmerksam verfolgt“. Mit gutem Ausgang für sie – und ihrer Meinung nach für den Ort. „Das ist eine Super-Entscheidung für Farchant.“ Die Chefin wirbt – logischerweise – für das Konzept ihres Unternehmens. Das geplante Hotel im Passivhausstil mit 200 Betten passt ihr zufolge zum Dorf. Vor allem, weil ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigt und der Ort einbezogen werde.  

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