SPD-Paukenschlag: „Unerwartete Wendung“ - Esken verkündet „Kanzler-Wumms“- doch der Tonfall überrascht

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Dreiergespann: Farchants Rathauschef Christian Hornsteiner (r., 47 Jahre) mit seinen Stellvertretern, dem Zweiten Bürgermeister Johann Schmid (M., 61/Kfz-Mechaniker) und dem Dritten Bürgermeister Gerhard Portele (61, Bauingenieur). 

Weiter im Harmonie-Modus

Gemeinde Farchant: Schmid bleibt Zweiter Bürgermeister - jetzt gibt‘s auch noch eine Nummer drei

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Die Posten sind besetzt: In Farchant stehen die nächsten sechs Jahre drei Männer an der Spitze der Kommune. Bürgermeister Christian Hornsteiner bekommt zwei Stellvertreter. Als Zeichen für ein fraktionsübergreifendes Mit-einander im Gemeinderat.

Farchant– Erst beim Auszählen fällt’s auf. Ein Wahlzettel geht ab. 16 statt 17 Exemplare liegen in der Urne. Nur seiner nicht. Dabei darf Bürgermeister Christian Hornsteiner auch über seinen Stellvertreter abstimmen. Kleine Panne. Kein Problem: Kurze Pause. Die Blätter verschwinden wieder in der Urne, Katharina Kleißl von der Verwaltung saust vom Saal im Alten Wirt ins Rathaus. „Jetzt muss ich noch ein bisserl zittern“, sagt der einzige Kandidat Johann Schmid und lacht. Es sind nur ein paar Minuten. Kleißl kehrt mit einem Stimmzettel zurück, Hornsteiner kreuzt an – und das Ergebnis steht fest: 17-mal Schmid. Zum vierten Mal wird der 61-Jährige bei einer Konstituierenden Sitzung zum zweiten Mann der Gemeinde gekürt.

Hornsteiner schlug ihn vor. So wie Schmid ihm vergangenes Jahr das Amt als Bürgermeister ans Herz legte, nachdem Martin Wohlketzetter seinen Rückzug verkündet hatte und die Suche nach einem Nachfolger begann. Die Chemie zwischen den beiden stimmt. Der Kfz-Mechaniker freut sich über sein Ergebnis: „Das zeugt von Harmonie im Gremium.“

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Freie Wähler gehen nicht leer aus

Neben Schmid bekommt Hornsteiner sogar noch einen Dritten Bürgermeister zur Seite. Für den Fall, dass beide verhindert sind. Noch dazu will der Rathauschef damit ein Zeichen setzen. Dafür, „dass die Zusammenarbeit im Gremium fraktionsübergreifend gestärkt ist“. Er macht das ganz bewusst. Hornsteiner war bei den Kommunalwahlen auf der Liste der CSU angetreten, man verständigte sich mit den Freien Wählern (FW) und der SPD auf ihn als gemeinsamen Kandidaten für das höchste Amt im Ort. Ein Vertrauensvorschuss, dem er gleich bei der ersten Sitzung Rechnung trägt. Die Freie Wähler als zweitstärkste Kraft im neu zusammengewürfelten Gemeinderat sollen auch ein Stück vom Kuchen abbekommen.

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Hornsteiner hatte sich im Vorfeld mit den Fraktionssprechern über die Neuerung beraten. Wie auch über die Personalie. Das Ergebnis: Gerhard Portele (FW) soll’s machen – und fährt mit 17 Stimmen ein „überwältigendes Ergebnis“ ein, wie er es selbst bezeichnet. Für den 61-jährigen kommunalpolischen Routinier ist’s ein Beleg für die Solidarität im Gemeinderat.

Die Bitte des Bürgermeisters: Eigene Meinung kundtun

Wohlketzetters Ära war geprägt von Eintracht und Sachpolitik. Daran will Hornsteiner, der seine erste Sitzung solide und unaufgeregt leitet, anknüpfen. Worte, die sein Vorgänger, der tiefenentspannt im Publikum sitzt, wohl gerne hört. „Es darf nicht um die Interessen einzelner gehen“, betont der Bürgermeister und appelliert an einen regen Austausch untereinander. Der 47-Jährige, der bislang als Rathaus-Geschäftsleiter und Kämmerer arbeitete, bittet die Gemeinderäte darum, in Beratungen die eigene Meinung zu äußern und diese gegenseitig zu akzeptieren. Wie es bisher der Fall gewesen ist.

Streit gehörte – anders als in anderen Kommunen – in den vergangenen Jahren nicht zur Mentalität der Ortspolitiker. Auf dieser guten Basis möchte Hornsteiner aufbauen. „Gemeinsam“, betont er, „sind wir stark.“

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