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Bagger am Werk: Im Bereich „Am Gern“ werden die Wasserleitungen erneuert. 

Freistaat fördert Projekt

Am Farchanter Rathaus geht‘s rund - mit Folgen für den Verkehr

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Der letzte Abschnitt hat begonnen. In Farchant laufen wieder Arbeiten im Rahmen des Städtebauprogramms. Bis Ende 2021 soll das Projekt abgeschlossen sein. 

Farchant– Er hat’s nicht weit. Nur die Treppe runter, raus aus der Tür und ein paar Meter gehen. Dann steht Christian Hornsteiner quasi mitten auf der Baustelle vor dem Rathaus. Kann beobachten, wie der Bagger neben der Straße seine Schaufel in die Erde gräbt. Einen Tag vor dem Amtsantritt des neuen Farchanter Bürgermeisters am 1. Mai starteten die Arbeiten – und somit der letzte Abschnitt des Städtebauprogramms.

Nachdem der Tunnel Farchant fertiggestellt und die stark belastete Bundesstraße aus dem Dorf herausverlegt worden war, hatte sich der Gemeinderat 2016 für ein Gesamtkonzept entschieden, um die Ortsmitte aufzuwerten. Die ersten Maßnahmen an der Bahnhofs- und Hauptstraße sind bereits abgehakt. Der Platz am Gernweg erstrahlt ebenfalls in neuem Licht. „Ist schön geworden“, findet Hornsteiner. Jetzt kommt der Bereich zwischen dem Anwesen am Gern 1a und der Kirche St. Andreas an die Reihe.

Von unten nach oben

Ziel ist es unter anderem, die Erreichbarkeit des Ortskerns zu verbessern. Vorhandene Barrieren kommen weg, bessere Fuß- und Radwege her. Poller- und Mastleuchten werden installiert und die Straße entschärft. Die fast kerzengerade Strecke lud bislang zum Rasen ein. Ein weiteres Ziel: den Rathausplatz zu optimieren. „Heuer noch“, sagt Hornsteiner, „wenn wir es schaffen.“ Die Grünflächen bleiben ebenso erhalten wie – durch Ersatzbepflanzungen – der Baumbestand am Rand.

Bevor die Schönheitskur Ende 2021 ein Ende nimmt, wird nun erst einmal viel Dreck aufgewirbelt. Der gesamte Bereich bekommt neue Wasserleitungen, dann einen Oberflächenwasserkanal, erklärt Bauamtsleiter Michael Rauch das Vorgehen. Es geht von unten nach oben.

Die Farchanter können sich schon jetzt auf Beeinträchtigungen im Verkehr einstellen. Intensive Gedanken haben sich Hornsteiner, Rauch und Co. gemacht, wie man die Situation planerisch löst.

Erste Förderrate bewilligt

Unter anderem mit einer behelfsmäßigen Straße, die Teil der Ausschreibung war. Am längsten wird die Schulstraße im Bereich der Kirche für den Verkehr gesperrt, die Alternativ-Strecke läuft über die Alpspitzstraße. Der Schulweg für die Buben und Mädchen führt über den Retzelweg. „Wir wollen so wenig Kinder wie möglich vorne haben“, sagt Rauch. Heißt: Sie sollen sich nicht an der Baustelle aufhalten. Auch an die Fahrradfahrer ist gedacht. Von Süden kommend wird die Route bereits am Ortseingang umgeleitet.

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Die Kosten für das Gesamt-Projekt liegen bei rund 3,47 Millionen Euro, teilt die Regierung von Oberbayern mit. Sie greift der Kommune unter die Arme und hat staatliche Zuwendungen der Städtebauförderung in Höhe von 1,35 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die erste Förderrate von rund 1,13 Millionen Euro wurde bereits bewilligt. Die Mittel stammen aus dem Bund-Länder-Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“. „Den Eigenanteil“, sagt Hornsteiner, „finanzieren wir aus Rücklagen.“

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