Eine LED-Hinweistafel steht am Straßenrand.
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Bei Blockabfertigung im Einsatz: Farchant hat zum ersten Mal LED-Hinweistafeln aufstellen lassen.

Positives Fazit nach erstem Test

Kampf gegen das Verkehrschaos: Farchant schlägt neuen Weg ein

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Die Farchanter sind es leid. Ihr Dorf dient gerne und oft als Ausweich-Route, wenn auf der B2 Stau-Alarm herrscht. Wie am vergangenen Sonntag erst wieder. Um das Verkehrschaos aus dem Ort fernzuhalten, setzt die Gemeinde nun auf Hinweistafeln.

Farchant – Diesen 19. Juli vergisst Christian Hornsteiner (CSU) so schnell nicht mehr. Diesen Sonntag, an dem Autofahrer dem Stau auf der B 2 ausweichen wollten und Farchant stundenlang verstopften. Selbst in kleinen Nebenstraßen reihte sich Wagen an Wagen. Ganz so dramatisch wie damals wälzten sich die Blechkolonnen zuletzt nicht mehr durch seinen Ort. Von einer entspannten Situation kann trotzdem keine Rede sein. Doch die Gemeinde weiß sich zu helfen. Vergangenen Sonntag testete sie erstmals eine Methode, damit die Massen an Verkehrsteilnehmern dem Dorf möglichst fern bleiben.

Sogenannte LED-Wechselzeichenanhänger kamen zum Einsatz. Die Kommune orderte zwei Stück bei der ortsansässigen Firma PUS. Mit Hilfe der Feuerwehr und in Absprache mit der Polizei wurden sie aufgestellt. Das eine Exemplar am Farchanter Kreisel. „Es soll ein reiner Hinweis sein“, betont der Bürgermeister, „dass die Autofahrer auf der B 2 bleiben“. Das andere an der Partenkirchner Straße – mit dem Ziel, dass die Route für Anwohner frei bleibt und die Verkehrsteilnehmer maximal den Weg über die Hauptstraße wählen. Dementsprechendes ist auf den Tafeln zu lesen: „Ortsdurchfahrt Farchant überlastet, Achtung“ oder „Sperrung möglich“ zeigen sie an.

Nicht jeder ließ sich von den Hinweisen abhalten

Hornsteiner, der sich am Sonntag selbst ein Bild vor Ort gemacht hat, zieht eine positive Bilanz. „Es hat gewirkt“, sagt er. Auch, wenn sich nicht jeder von den Hinweisen beeindrucken ließ. Damit hat er gerechnet. Für ihn zählt nur eines: „Wir möchten ein Chaos wie damals vermeiden.“ Um die öffentliche Sicherheit nicht zu gefährden.

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Denn sein Brandbrief, den er nach dem 19. Juli an die Autobahndirektion Südbayern geschrieben hatte, blieb erfolglos. Hornsteiner machte das Nadelöhr am Oberauer Tunnelportal Süd verantwortlich für den Verkehrskollaps. Statt den zwei Fahrbahnen existiert nach Norden nur eine Spur. Der Bürgermeister schlug vor, das Aushubmaterial an der östlichen Baustelleneinrichtung zu beseitigen oder zu verlagern und die Straße umzulegen. Sein Anliegen fand kein Gehör. Auch nicht nach einem anschließendem Gespräch mit der Behörde.

Bei Bedarf werden die LED-Anlagen installiert

„Am Bauablauf wird nichts geändert“, berichtet der Rathauschef. Heißt: Die Situation dort bleibt bis November bestehen. Dann soll der Verkehr bis März wieder zweispurig fließen, ehe anschließend erneut nur eine Fahrbahn zur Verfügung steht. Die schon über die Brücke führt. So ist zumindest sein Kenntnisstand. Von der Autobahndirektion war diesbezüglich am Mittwoch keine Information zu erhalten.

Vorsorglich will die Gemeinde die LED-Tafeln auch künftig installieren. Bei Bedarf. Wenn es wegen Stau am Farchanter Tunnel zur Blockabfertigung kommt. Und dem leiderprobten Ort wieder einmal das Chaos droht.

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