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Abbruchreif: An Stelle von Martha Bogs Haus an der Ronetsbachstraße errichtet die Gemeinde einen Neubau mit neun Wohnungen.

Baubeginn soll im April sein

Farchant wird Häuslebauer - und erfüllt so den letzten Wunsch seiner Wohltäterin

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Neun Wohnungen für einkommensschwache Bürger entstehen an der Ronetsbachstraße. Dafür muss das Haus, das Martha Bog (99) der Gemeinde vererbt hat, abgerissen werden. Ihr Wunsch war es, Senioren Gutes zu tun. Der wird an anderer Stelle erfüllt.

Farchant – Als Lehrerin kümmerte sich Martha Bog um die Farchanter Kinder. Streng war sie, aber auch gerecht und beliebt bei ihren Schülern. In Farchant fand die gebürtige Münchnerin ab 1941 nicht nur ihre berufliche Erfüllung, sondern eine neue Heimat. Der wollte sie nach ihrem Tod etwas zurückgeben. Deshalb überließ Bog, die im März 2016 im Alter von 99 Jahren starb, schon zu Lebzeiten der Gemeinde ihr Haus an der Ronetsbachstraße samt dem 1600-Quadratmeter-Grundstück. „Verbunden damit war die Verpflichtung, dass wir ihr Vermächtnis für eine soziale Einrichtung für Senioren und/oder Behinderte nutzen“, unterstreicht Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD).

Neubau soll alle Generationen ansprechen

Martha Bog † ist Farchants Wohltäterin.

Nachdem sich das Haus mit seinen fünf Wohnungen, das 1950 gebaut und 1970 erweitert worden war, allerdings aufgrund seiner baulichen Struktur als ungeeignet erwies, geht die Gemeinde einen anderen Weg. Das Gebäude, das mittlerweile leer steht, wird abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein Neubau mit neun Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. „So können wir gut zwischen den Generationen mischen“, sagt Wohlketzetter. Der entsprechende Bauantrag liegt bereits beim Landratsamt vor. „Wir wollen im April loslegen und rechnen mit 14 Monaten Bauzeit“, kündigt der Bürgermeister an. Das Projekt wird über den Wohnungspakt Bayern und zwar über das Kommunale Förderprogramm mit 30 Prozent bezuschusst. Diese so genannte zweite Säule richtet sich an Gemeinden, die vor Ort Wohnraum für einkommensschwache Personen schaffen. Den Rest des 2,7-Millionen-Euro-Projekts finanziert die Gemeinde über Sonderkredite für den kommunalen Wohnungsbau – ausgelegt auf 30 Jahre werden Zins und Tilgung über die Miete geschultert. „Das rechnet sich gerade so“, erklärt Wohlketzetter. „Wir kommen plus minus Null raus.“

Senioreneinrichtung im Bereich Pfarrhof geplant

Um Bogs letzten Willen zu erfüllen, plant die Gemeinde, eine Senioreneinrichtung im Bereich des Pfarrhofs zu erstellen – mit Tagespflege und betreutem Wohnen. „Das ist zentrumsnäher“, betont der Rathaus-Chef. Nachdem die Gemeinde zudem über das benachbarte Grundstück verfügt, ist es möglich, dort ein Gesamtpaket zu realisieren. Die Gespräche mit der Erzdiözese München und Freising laufen, auch erste Skizzen liegen bereits vor. „Wir befinden uns aber noch in einem sehr frühen Stadium“, sagt Wohlketzetter, der einen Baubeginn 2020 anstrebt. Daher lässt er sich nur entlocken, dass in diesen Bereich auch Räume für Vereine, die Musik- und Volkshochschule sowie das Kreisbildungswerk vorstellbar sind. Doch das ist erst der zweite Schritt, zunächst richtet Farchant seinen Fokus auf die Baustelle an der Ronetsbachstraße.

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