+
Der majestätische Ahorn an der Farchanter Zugspitzstraße bleibt stehen, wird aber ausgeastet.

Einmal Kastanie, einmal Ahorn

Farchanter Gemeinderat diskutiert über Baumfällung

Ein majestätischer Ahorn soll in Farchant gefällt werden – so wollen es zumindest Anwohner der Zugspitzstraße. Deren Antrag sorgte im Gemeinderat für Diskussionen. Unter anderem bestand die Sorge, einen Präzedenzfall zu schaffen.

Farchant – Bäume gehören nicht nur in Bayern ins Bild idyllischer Ortschaften. Besonders schön sind ältere Exemplare: mit mächtigen Stämmen und prächtigen Kronen. Bei der Gemeinderatssitzung in Farchant waren Bäume das beherrschende Thema. Im Speziellen ging es um einen großen Ahorn. An ihm stören sich einige Anwohner südlich der Zugspitzstraße. Sie stellten den Antrag, der Baum solle gefällt werden. Dieser Wunsch wurde mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen wird eine Alternative favorisiert. Der Ahorn soll erst einmal zugeschnitten werden, so dass mehr Licht durch die dichte Krone kommt.

Den Vorschlag machte der Landschaftsarchitekt Michael Heintz aus München, der bei der Sitzung anwesend war und der sich auch vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hatte. Der Experte plädierte dafür, den Ahorn zu erhalten. „Er ist in einem hervorragenden Zustand“, sagte er. Sein alternativer Vorschlag: Den Baum von unten auszuasten. Ein Vogelbeerbaum daneben könne dafür entfernt werden. „Der hat einen Frostriss.“

Mit dem Vorschlag des Landschaftsarchitekten waren nicht alle Gemeinderäte einverstanden. Das spiegelte sich nicht nur in der Abstimmung mit 6:9-Stimmen wieder, sondern auch in den Wortmeldungen. Gerhard Portele (Freie Wähler) konnte den Antrag der Anwohner nachvollziehen. Der Baum habe seit seiner Pflanzung vor zirka 30 Jahren eine enorme Größe erreicht. „Das ist nicht mehr zumutbar“, sagte er. Das Wurzelwerk sei ebenfalls zu groß. Außerdem sei zu befürchten, dass der Ahorn noch weiter wächst. Anderer Meinung war Wolfgang Graschberger (CSU). „Ich bin klipp und klar gegen die Entnahme“, sagte er. Sein Fraktionskollege Claus Walcher sah in der Entscheidung ein „Dilemma“. Müsse er aber zwischen Licht und Schatten wählen, würde er das Licht vorziehen, sagte er. Er sprach sich für eine Fällung aus, plädierte aber auch dafür, ersatzweise einen Baum mit „lichterer Krone“ zu pflanzen. Dr. Heidi Fleckenstein und Monika Ott (beide SPD) hingegen schlossen sich Graschberger an. Fleckenstein betonte, dass mit einer Fällung ein Präzedenzfall geschaffen würde. Sie befürchtete, dass zukünftig jeder Bäume beseitigen lassen kann, bloß weil sie stören. „Das ist ein großer Eingriff.“ Auch Marianne Böhmer (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, „erst mal abzuwarten“ und den Ahorn zu asten. „Dann sieht man weiter.“

Zwei Varianten für Kastanie Am Gern

Einig waren sich die Gemeinderäte darüber, wie man mit der majestätischen, alten Kastanie umgehen solle, die sich Am Gern befindet. Dort werden im Rahmen der Städtebauförderung momentan umfassende Bauarbeiten vorgenommen. Eine Fällung erachtete Heintz als unnötig. „Der Baum ist in einem hervorragendem Zustand“, betonte er. Um das weiterhin zu gewährleisten, schlug der Experte zwei Varianten vor: Entweder „die grüne Lösung“, bei der ein Grünbereich am Stamm angelegt wird. Dieser wird mit einem Poller geschützt. Die zweite Variante sieht im Straßenbereich ein Kleinsteinpflaster vor. In dem Bereich, an dem der Baum steht, würde die Rinne unterbrochen. „Dadurch entsteht keine Unterbrechung der Straßenoberfläche“, sagt der geschäftsleitende Angestellte Christian Hornsteiner.

Einstimmig sprachen sich die Gemeinderäte für diese Idee aus. Ein Fachmann solle die Kastanie jedoch freischneiden, damit die mächtige Krone die Anwohner an der Alpspitzstraße nicht stört. Monika Ott schlug schließlich vor: „Der könnte dann auch gleich den Ahorn stutzen.“

Magdalena Kratzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Feueralarm in Unterammergau: Starker Rauch im Heizungskeller 
Schnell und richtig hat der Hausbesitzer gehandelt: Er kontaktierte die Einsatzkräfte, nachdem er den Qualm im Heizungsraum bemerkt hatte. Die rückten mit 35 Mann an. 
Feueralarm in Unterammergau: Starker Rauch im Heizungskeller 
Wieder Kritik am Oberammergauer Spielplatz
Für viel Geld und mit jeder Menge Bürger-Engagement ist im Alten Kurgarten ein besonderer Spielplatz entstanden. Dessen Pflege von Seiten der Gemeinde Oberammergau stand …
Wieder Kritik am Oberammergauer Spielplatz
Vorwurf der sexuellen Nötigung: Wirt freigesprochen
Die Zweifel waren am Ende nicht aus dem Weg zu räumen: Ein Wirt aus dem nördlichen Landkreis ist am Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen vom Vorwurf der sexuellen Nötigung …
Vorwurf der sexuellen Nötigung: Wirt freigesprochen
200 Rollschuhläufer unterwegs: Skaternacht in Ohlstadt kommt gut an
Es lohnt sich auf den Nachwuchs zu hören. Auf Anregung des Kindergemeinderats  fand in Ohlstadt die erste Roller- und Skaternacht statt. Und war ein voller Erfolg. Rund …
200 Rollschuhläufer unterwegs: Skaternacht in Ohlstadt kommt gut an

Kommentare