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Die Mission der flotten Damen: Sie wollen Riesen-Umsätze mit Schnaps machen, den sie an Teilnehmer und Zuschauer verkaufen. 

Gaudiwurm in Farchant

Großes Schützenfest mit Spaßgarantie

Kreativität kennt keine Grenzen. Das hat sich beim Gaudi-Wettkampf in Farchant gezeigt, den der Maschkera-Stammtisch organisiert hat . Die Teilnehmer kamen  aus dem gesamten Alpenraum.

Farchant Was lange keiner in Schützenkreisen wusste: Farchant hat mit dem großen „Alpenregionalen Bataillionsschützenfest 2018“ eine absolute Großveranstaltung zugesprochen bekommen. Vor Jahren war diese in Ohlstadt buchstäblich ins Wasser gefallen, nun meisterte sie das Dorf unter dem Fricken bei angenehmen winterlichen Verhältnissen bestens. Eine lange Reihe von Schützen aus dem ganzen Alpenraum hatte sich dazu bereits in der Loisachstraße gebildet, um mit Trommler- und Musikunterstützung zum Schützenplatz Richtung Rathaus zu marschieren. Natürlich lustig und nicht bierernst, wie am Fosenachts-Sonntag nicht anders zu erwarten.

Viele Farchanter hatten daher mächtig Spaß, einmal dieses Thema für einen Gaudiwurm aufzugreifen. Der Vorsitzende des ausrichtenden Maschkera-Stammtisches erklärte auch, wie es dazu kam: „Aus unserer Vorstandsgruppe heraus ist der Vorschlag gekommen“, erinnert sich Hannes Porer. Genau wie die Anregung für den Wettbewerb mit Glöckerlschießen, Blattlschießen und Biathlon. Also alles Dinge, die geradezu prädestiniert dafür sind, Mitwirkende wie Zuschauer aufs Beste zu unterhalten.

Vom „schwarzen Block“ und seiner Straßensperre lassen sich die feschen Marketenderinnen beim großen „Alpenregionalen Bataillionsschützenfest 2018“ in Farchant nicht beirren. 

Zu dritt, einschließlich der flotten Taferl-Trägerin, kam die Mühldörfl-Kompanie aus einer Pizzeria zum Aufstellplatz geeilt. „Kompanie stillgestanden“, schrie Hauptmann Michael Klarwein senior dem Dreigestirn zu. Vertreten waren außerdem die „Knalltaler-Altschützenkompanie“, die U-30-Besetzung der örtlichen Musikkapelle und der Trommlerzug. Daneben tauchten immer wieder sehr originelle Kompaniebezeichnungen wie jene aus „Sauhanfing 0815“ oder die „Gebirgs-Chicks’n“ auf. Letztere stammten aus den Loisachauen. „Sie hatten den kürzesten Weg, sie kamen mit dem Ortsbus“, bemerkte dazu Ansager Wolfi Hostmann in gewohnt launiger Manier.

Böller kündeten den nahenden Aufmarsch an. Und dann ging’s in einer langen Schlange zum Festplatz. Darunter befanden sich auch die Schützen aus „Hinterdupfing“, die auf ihrem Banner ihr Leitmotto verkündeten: „Erst austrinken, dann antreten“. Für zwei junge Madl (Franzi und Josefine) wurde das Kompanie-Taferl fast zu schwer, stand doch ein ellenlanger Schriftzug darauf. Dieser kündete von der „Königlich-historisch-privilegierten Armbrustschützen-Gesellschaft aus Oberhaxelbach bei Brixen“ – alles wackere Mannsbilder in wunderschönen Monturen.

Ganz ungestört ging das Event aber nicht über die Bühne. Eine „Groß-Demo“ mit schaurig-schwarz-vermummten Aktivisten samt Tröten empfing die Schützen mit ihren geschulterten Karabinern und veranlasste diese, einen kleinen Umweg zu nehmen. „Peace-Rufe“ wurden laut und Plakate warben für ein „waffenfreies Bayern“.

Davon ließen sich freilich die feschen Marketenderinnen nicht beirren, die bei keinem Schützenfest fehlen dürfen und für eine reibungslose Schnapszufuhr sorgen. Für Entspannung vor dem Wettkampf sorgte eine Damen-Gruppe, die unermüdlich ihre Thai-Massagen und manches mehr anbot. Nicht fehlen durfte die russische Patenkompanie aus Novosibirsk. die vor dem Start schon einmal kräftig Dopingmittel kreisen ließ.

Sprecher Hostmann stellte die Teilnehmer einzeln vor – wie etwa den Bruder von Andreas Hofer, der noch bis zur Bartprämierung am Aschermittwoch in Farchant bleibt, und der „Andrea“ (Andreas Leitenbauer), jene gebürtige Gailtalerin, ins Knalltal verschleppte. Und so hatten einige hundert Farchanter bei ihre Gaudi. Schade nur, dass zeitgleich auch in Garmisch und Partenkirchen größere Faschings-Veranstaltungen auf dem Terminplan standen.

Klaus Munz

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