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Hat sein neues Büro bezogen: Farchants Bürgermeister Christian Hornsteiner an seinem Schreibtisch. 

Mit Fleiß ans Ziel: Farchants neuer Bürgermeister will seiner Linie treu bleiben 

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Er hat sein Büro gewechselt: Von dem des Rathaus-Geschäftsführers zu dem des Bürgermeisters.  Christian Hornsteiner ist nun im Amt. Und weiß, was zu tun ist. 

Farchant – Er hat ihn behalten. Den massiven aus Fichte mit dem geschnitzten Orts- und Bayern-Wappen aus Ahorn. Nur ein paar Meter ist der Schreibtisch umgezogen. Vom Büro des Rathaus-Geschäftsführers in das des Gemeindechefs. Den Besprechungstisch dort rangiert Christian Hornsteiner dafür bald aus. Tauscht ihn gegen ein Farchanter Eigengewächs. 

Die Platte wird aus Eschenholz sein. Sie stammt von einem markanten Exemplar, das den Platz vor dem Rathaus zierte. 292 Jahre war der Baum fest verwurzelt im Ort, gehörte zum Ensemble. Überstand stürmische Zeiten. Hornsteiner will sich davon eine Scheibe abschneiden. Wortwörtlich und symbolisch.

Die Esche musste heuer weichen. Sie schwächelte gesundheitlich. Das unterscheidet Baum und Bürgermeister gravierend. Der Nachfolger von Martin Wohlketzetter (SPD) strotzt vor Energie. „Ich will mit Fleiß meine Ziele erledigen“, betont der 47-Jährige. Zum Beispiel, die bereits begonnenen Projekte zu Ende zu führen. Ob die städtebauliche Aufwertung „Am Gern“, den Kommunalen Wohnungsbau an der Ronetsbachstraße oder den Naturkurpark, dessen Planung er vorantreibt. Sein persönlicher Wunsch wäre ein neues Einheimischenmodell. „Das ist mir wichtig.“ Weil fehlender Wohnraum Farchant genauso plagt wie andere Orte.

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Suche nach Nachfolger läuft 

Einarbeiten braucht sich der Verwaltungsbetriebswirt, der auf der CSU-Liste als fraktionsübergreifender Kandidat angetreten war, gar nicht erst. Er beackerte sämtliche Vorhaben in den vergangenen zwölf Jahren als geschäftsleitender Angestellter. Setzte sich als Kämmerer mit den finanziellen Spielräumen auseinander. Trotzdem sagt er: „Chef zu sein, ist etwas anderes als Mitarbeiter.“ Es bedeutet noch mehr Verantwortung. Vor der er sich aber nicht scheut. Einen Nachfolger für seinen alten Posten sucht die Gemeinde gerade. Die Bewerbungsphase läuft. Solange landet ein Großteil der Aufgaben auf Hornsteiners Tisch. Muss jetzt sein. Kein Problem. „Ich hatte noch nie Angst vor Überstunden.“

Kraft tankt der Vater einer Tochter (7) und eines Sohns (15) in der Freizeit, bei der Familie. Beim Musizieren zum Beispiel. Gern und oft tritt er mit seinem Junior auf, die beiden gewannen 2017 sogar den Traunsteiner Lindl, den Oscar der traditionellen Volksmusik. Auch in der Landwirtschaft der Schwiegereltern lädt er seine Akkus wieder auf. „Das ist mein Ausgleich zum Büro“, sagt Hornsteiner. Obwohl er schon um 4.30 Uhr im Stall steht.

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Gut vernetzt im Ort

Sein Privatleben versucht er von Beruflichem zu trennen. Selbst, wenn’s schwer fällt. Die Bürgermeister-Rolle kann man nicht abstreifen. Weder beim Einkaufen noch in den Vereinen. Bis auf wenige Ausnahmen gehört er allen im Ort an. Ein Vorteil: Hornsteiner ist gut vernetzt, weiß, wo der Schuh drückt. Will das auch wissen. „Ich werde offen auf die Bürger zugehen.“ Auf die Gefahr hin, dass das Echo ihm nicht schmeckt. Kritik wegzustecken, gehört dazu, sagt er – und bleibt realistisch. „Ganz ohne wird’s nicht ablaufen.“

Das hat er mit Wohlketzetter gemein. Gerade beim Hotelprojekt blies diesem starker Wind entgegen, dem er standhielt. Hornsteiner schätzt die Arbeit seines Vorgängers, das Miteinander, das dieser herbeigeführt hat. Er sagt aber auch: „Ich werde keine Kopie werden.“ Der Rathauschef will seinen eigenen Stil entwickeln, sich stets treu bleiben. „Ich werde mich nicht verdrehen.“

Vereidigung

Die konstituierende Sitzung findet am Donnerstag, 7. Mai, um 19.30 Uhr im Alten Wirt (Saal) statt. In diesem Rahmen wählt der Gemeinderat den Zweiten Bürgermeister. Johann Schmid (CSU) steht als Vize wieder zur Verfügung. Es gibt auch Überlegungen, einen weiteren Stellvertreter einer anderen Fraktion zu installieren.

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