Kameraden zeigen Eigeninitiative 

Feuerwehr geht mit gutem Beispiel voran

Die Feuerwehr-Kameraden in Farchant nehmen die Dinge selbst in die Hand. Zur Freude des Bürgermeisters.

Farchant - Großes Lob wurde im Farchanter Gemeinderat der Feuerwehr gezollt. Und das von Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD), der die geradezu bewundernswerte Eigeninitiative hervorhob: Denn statt einen neuen Pritschenwagen zu beantragen, haben die Kameraden auf eigene Kosten (!) einen gebrauchten Ersatz besorgt, selbst hergerichtet und dafür lediglich um einen Zuschuss von 10 000 Euro gebeten. Von dieser Bescheidenheit und im Wissen, dass ein neuer Pritschenwagen, der nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch für die Gemeinde vielfältige Zwecke erfüllt, immerhin einen hohen fünfstelligen Betrag kosten würde, zeigten sich die Gemeinderäte höchst angetan. Auf Antrag des Zweiten Bürgermeisters Hans Schmid (CSU) stimmten alle zu, nicht nur die von der Feuerwehr erbetenen 10 000 Euro zu spendieren, sondern mehr.

Details zu diesem rundum erfreulichen Deal erläuterte Bürgermeister Wohlketzetter gleich zu Beginn der Sitzung bei der Verlesung eines Briefs des Verwaltungsrats: „Die Feuerwehr hat einen gebrauchten Mercedes Sprinter als Ersatz für den mittlerweile 21 Jahre alten VW-Transporter in Aussicht. Diese Ersatzbeschaffung wird durch den Verein der Feuerwehr finanziert. Da dieses Fahrzeug bei allen Einsätzen und Übungen sowie auch bei den Aktivitäten und Festen der anderen Ortsvereine eingesetzt wird, stellen wir Antrag auf einen Zuschuss von 10 000 Euro.“  

Keine Frage, ergänzte der Rathaus-Chef, der alte 21-jährige Pritschenwagen sei bei vielen Einsätzen auch für die Gemeinde unersetzlich gewesen, unter anderem bei den Hochwassern. „Und auch grad, wenn schnell mal was zu holen war.“ Bei Übungseinsätzen sei es unendlich praktisch, wenn man alles schnell auf den Wagen werfen konnte, ohne penibel aufräumen zu müssen: „Die Pritsche hatte für die Dorfgemeinschaft einfach eine wichtige Funktion.“ Der Bürgermeister hat sich im übrigen eine Aufstellung der Kosten des „neuen“ Autos geben lassen: 27 000 Euro war der Anschaffungspreis des vier Jahre alten Sprinters, dazu kommen nun der Einbau vom Funk bis hin zu einer Alukiste sowie den umfangreichen Warneinrichtungen. Das alle erhöht den Preis auf geschätzte 38 450 Euro. „Der Neupreis eines solchen Fahrzeugs aber“, erklärte Wohlketzetter, „liegt bei 75 000 Euro. Deshalb bin ich der Meinung, wir sollten die erbetenen 10 000 Euro aufstocken.“ Was denn auch schnell geschah: Für den neuen Gebraucht-Pritschenwagen, der übrigens anlässlich der Feuerwehr-Jahresversammlung am 2. April gesegnet werden soll, gibt’s jetzt von der Gemeinde 15 000 Euro.

Wolfgang Kaiser

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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