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Ölsardinen-Alarm im Seehauser Strandbad: Badetuch an Badetuch reiht sich auf der Liegefläche aneinander. Vor allem die Schattenplätze sind am Sonntag heiß begehrt. 

So war‘s am Wochenende

Hitze-Welle: Freibäder verzeichnen Rekordzahlen - Situation am Eibsee „hart an der Grenze“

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Sonnenanbeter und Wasserratten kamen am Wochenende auf ihre Kosten. Sie strömten in die Freibäder und an die Seen. Doch das bringt auch Probleme mit sich. 

Landkreis – Die Hitze-Welle hatte die Menschen im Landkreis am Wochenende in ihren Fängen. Um die hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad zu ertragen, strömten Herrscharen an die Seen und in die Freibäder. Am Walchensee dagegen ist die Hitze am Sonntag offensichtlich trotzdem zwei Frauen zu Kopf gestiegen. Die beiden gerieten in Einsiedl (Gemeinde Kochel) wegen einer Lappalie aneinander.

Die zwei Badegäste buhlten um einen der raren Liegeplätze in Wassernähe. Eskaliert ist der Streit, als die Geschädigte, eine 29-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen, nach dem Empfinden der anderen Beteiligten ihr Badetuch zu nahe an das der Nachbarin gelegt hatte. Wie die Polizei Kochel berichtet, attackierte die zunächst Unbekannte die Werdenfelserin laut schreiend und um sich schlagend, als die von der Situation mit dem Handy Aufnahmen machen wollte. Die 29-Jährige wurde bei dem Zwist leicht verletzt und erstattete Anzeige – wie auch die Angreiferin, eine 45-jährige Innsbruckerin. Sie gab bei der Polizei Mittenwald an, die Garmisch-Partenkirchnerin habe sie gebissen. Die Ermittlungen laufen.

Eibsee: „Das Naturjuwel leidet“

Aggressives Verhalten von Ausflüglern kennt Marc Rieppel, Geschäftsführer des Eibsee-Hotels. Es richtet sich vor allem gegen die Parkwächter. Zum Teil werden sie beschimpft – und zwar „unter der Gürtellinie“, Dabei erledigen sie nur ihre Arbeit. Die fiel am Wochenende intensiv aus. Am Samstag waren die Abstellflächen um 11.30 Uhr belegt. „Das ist normal“, sagt Rieppel. Am Sonntag konnten die Besucher bereits eine Stunde früher keinen freien Platz mehr finden. „Es war extrem viel los.“ Für ihn ist der „irrsinnige Andrang“ nicht unbedingt ein Segen. Seine Gäste suchen Erholung und keine Massenansammlungen. Gleichzeitig missfällt ihm das „Geparke links und rechts“, das die Rettungswege blockiert.

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Die sozialen Netzwerke tragen seiner Meinung nach einen Teil zum Ansturm bei. Zahlreiche Bilder geistern darin herum, locken Touristen an. Unbezahlbare Werbung, aber mit Folgen, die hart an der Grenze seien. Damit spielt er unter anderem auf den Müll an. „Das Naturjuwel leidet.“

Die ersten Besucher kommen schon vor dem Einlass

Während er nicht vor Euphorie über die zahlreichen Tagesgäste schäumt, jubeln andere. Ludwig Schön zum Beispiel. Der Betriebsleiter des Wellenbergs in Oberammergau hat am Sonntag einen Rekord verzeichnet: rund 1650 Besucher. Bereits eine Stunde vor Einlass positionierten sich einige vor der Eingangstür, um sich als Erstes einen der begehrten Schattenplätze zu sichern. Andere mussten dafür 45 Minuten in der Schlange stehen. „Der Ticketautomat ist zusammengebrochen“, bedauert Schön.

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Um die 1000 Menschen am Sonntag gingen ins Grainauer Freibad zum Schwimmen. In Seehausen pressten sich 1100 Menschen – ohne Saisonkarteninhaber – wie Ölsardinen auf der Liegewiese aneinander. Gute Zahlen, aber keine Bestmarken wie in der Ammertaler oder der Farchanter Einrichtung. 1704 Besucher am Hitze-Sonntag waren’s dort, sagt Rathaus-Geschäftsführer Christian Hornsteiner. „Der beste Tag seit Minimum zehn Jahren.“  

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