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Der Hotel-Standort an der Frickenstraße gefällt vor allem etlichen der künftigen Nachbarn nicht.

Grundstücksverkauf ist unter Dach und fach

Hotel-Neubau in Farchant: Gegner stehen in den Startlöchern

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Die Aufstellung des er Bebauungsplans läuft, das Grundstück ist verkauft. Es geht voran mit dem Neubau eines Explorer-Hotels in Farchant – eigentlich. Vor Ort formiert sich allerdings erneut Widerstand gegen das Projekt. Die Gegner sammeln bereits Unterschriften.

Farchant – Der Vertrag beim Notar ist besiegelt. „Das bedeutet ein klares Bekenntnis zum Standort“, sagt Martin Wohlketzetter. Und zwar von Seiten der Explorer Hotels Entwicklungs GmbH mit Sitz in Fischen (Oberallgäu), die an der Frickenstraße ein 200-Betten-Haus für sportlich-aktive Gäste realisieren will. Der Farchanter SPD-Bürgermeister ist erleichtert, dass es zu einer Einigung mit der Immobilien Freistaat Bayern als Vertreter der Staatsforsten gekommen ist. „Es war durchaus zäh, alle Punkte unter einen Hut zu bringen“, erinnert er sich an die Verhandlungen. Zuletzt musste noch der Haushaltsausschuss des Landtags zustimmen. Mit Erfolg. Knapp 6000 Quadratmeter gehören nun Explorer, die Gemeinde hat eine etwa gleich große Fläche erworben. „Als Abrundung“, betont Wohlketzetter.

Dieses Areal kommt insbesondere der Farchanter Weidegenossenschaft zugute, die darauf eine alm-ähnliche Einkehr mit Direktvermarktung errichten möchte. Ob das Tagescafé, wie es der Bürgermeister nennt, durch eine kleine Molkerei erweitert wird, stehe noch nicht fest. Schon jetzt ist sich Wohlketzetter aber sicher, „dass dieses Vorhaben eine wunderbare Ergänzung zum geplanten Naturkurpark darstellt“. An dieser Stelle etwas für die Rechtler zu verwirklichen, nennt er „ein Zugeständnis“. Schließlich müssten diese zugunsten des Hotel-Neubaus auf etliche Weideflächen verzichten. Daher sei es nur billig und recht, ihnen die Vermarktung ihrer Produkte zu ermöglichen. „Und das an einer Stelle, an der verschiedene Radwege vorbeiführen“, sagt Wohlketzetter. „Das macht doch Sinn.“

Hotel-Gegner sammeln bereits wieder Unterschriften

Was ihn allerdings verblüfft, sind die Gerüchte, die im Dorf kursieren. Offensichtlich formieren sich wieder Hotelgegner. Am Wochenende waren bereits einige unterwegs, um beispielsweise im Bereich des Sportzentrums Föhrenheide Unterschriften zu sammeln. Andere zogen von Haus zu Haus, um Unterstützer anzuwerben. Dem Bürgermeister stößt dabei sauer auf, dass wohl mit falschen Tatsachen versucht wird, die Farchanter ins Boot zu holen. Ihm kam zu Ohren, dass die Gegner behaupten, dass neben dem Hotel eine größere Gastronomie entstehen soll. „Das stimmt aber nicht.“

Wer hinter der neuerlichen Initiative gegen die Baupläne steht, war bislang nicht zu eruieren. Berthold Zeltner, der 2017 zu den Initiatoren des Bürgerentscheids „Rettet die Föhrenheide“ gehörte und der sich damals mit 88 Stimmen Unterschied geschlagen geben musste, ist es schon einmal nicht. Das Vorhaben in seiner unmittelbaren Nachbarschaft verfolgen er und seine Familie freilich trotzdem mit Argusaugen. „Wir sind gerade dabei, die Unterlagen des Bebauungsplans kritisch zu sichten“, bestätigt Zeltner.

Kommunalpolitiker stehen geschlossen hinter dem Projekt

Dieses Verfahren wartet auch Katja Leveringhaus, Geschäftsführerin der Explorer Hotels Entwicklungs GmbH, ab. Bis Ende Januar haben die Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, sich zu dem Hotel-Neubau zu äußern. Privatpersonen können ihre Einwände bis Mitte Februar vorbringen. „All das müssen wir dann im Gemeinderat abwägen“, erklärt Wohlketzetter. Im März, hofft er, folgt der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan.

Die Kommunalpolitiker stehen geschlossen hinter dem Projekt. Das Konzept der Explorer-Gruppe, die schon Hotels in Oberstdorf, Nesselwang, Berchtesgaden, Hinterstoder und Kitzbühel sowie im Montafon, Zillertal und seit vergangenem November auch im Ötztal betreibt, hat sie längst überzeugt. Dieses sieht vor, dass Entwickler, Investor und Betreiber aus einer Hand kommen. Das Haus selbst wird in Passiv- Bauweise errichtet.

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