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Drittes Tier schwer verletzt

Hund reißt zwei Lämmer

Farchant - Blutiger Vorfall: Ein Husky hat in Farchant zwei Lämmer gerissen und eins verletzt. Das wird wohl für den Hund Folgen haben.

Drei Schafe weiden friedlich in einem eingezäunten Grundstück an der Farchanter Patronatsstraße. Das pure Idyll. Nichts deutet mehr auf den Zwischenfall hin, der sich vor kurzem an diesem beschaulichen Ort ereignete. Zwei Schafe wurden dabei getötet, ein weiteres am Hals und Ohr schwer verletzt. „Es kommt durch. Das hat uns der Tierarzt versichert“, sagt der Farchanter Landwirt Johann Lorenz, der zusammen mit seinem Sohn Martin die Schafzucht betreibt.

Nach dem „Täter“ brauchte nicht groß gefahndet werden. Er hielt sich beim Eintreffen der Polizei und eines Jägers noch auf der Wiese auf. Es war ein grauer Husky eines Farchanters. Der Hund war über denMaschendrahtzaun gesprungen und hatte die kleine Schafherde angegriffen. Für zwei Lämmer kam jede Hilfe zu spät. Ihnen fügte der Hund schwere Bisswunden zu. „Ein Nachbar hat sich bei uns gemeldet.

Zunächst bestand nämlich auch den Verdacht, ein Wolf könnte in das Grundstück eingedrungen sein“, sagt Lorenz. Dies bewahrheitete sich dann nicht. Den Recherchen der Polizei nach war der Husky seinem Besitzer am Vorabend gegen 22 Uhr ausgerissen. Am Morgens des nächsten Tages muss der Hund in das Grundstück eingedrungen sein und biss den wertvollen Jungtieren, die für die Zucht vorgesehen waren, die Kehle durch.

Die anderen Schafe, die über die Grünfläche gejagt wurden, sammelten sich verstört bei Todesangst in einer Ecke. Da die Weide nicht nur mit einem Bretter- und Maschendrahtzaun, sondern auch zusätzlich elektrisch gesichert war, wurde der Husky vermutlich durch einen Stromschlag abgehalten, das Weite zu suchen.

Auch der Besitzer hatte sich auf die Suche gemacht und das zweieinhalb Jahre alte Tier dann wieder in Empfang genommen. Obwohl der Schaden, der durch den Verlust der Tiere entstanden ist, wohl durch die Versicherung des Halters beglichen wird, nimmt Lorenz den Fall natürlich nicht auf die leichte Schulter. „Mir geht es auch darum, dass andere Schafhalter, aber auch Hundebesitzer bei solch aggressiven Übergriffen eines nicht an der Leine befindlichen Vierbeiners auf der Hut sind.“

Für die Polizei stellt der Tod der beiden Lämmer eine Sachbeschädigung dar, wodurch der Hundehalter schadensersatzpflichtig wird. Für das Tier ist die Sache damit allerdings nicht erledigt. „Der Hund wird natürlich nicht gleich erschossen“, sagt Thomas Holzer, stellvertretender Leister der Inspektion Garmisch-Partenkirchen. „Aber es kann Auflagen geben.“ Die können der Besuch einer Hundeschule oder eine Maulkorbpflicht sein.

Bei der Gemeinde Farchant ist der Fall bekannt. Dort tendiert man zur Maulkorbpflicht. „Wahrscheinlich werden wir die erlassen“, sagt eine Verwaltungs-Mitarbeiterin. Der Angriff des Huskys auf die Schafe besitzt Seltenheitswert. „In den vergangenen zwölf Monaten kann ich mich an keinen derartigen Fall erinnern“, sagt Holzer.

prei/mz

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