Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit

Jahresverbundkarte für Skilifte und Schwimmbäder: Jetzt liegt’s an Farchant

  • schließen

Eine Kombikarte für die Freizeiteinrichtungen in Oberau und Farchant - das wünschen sich die Freien Wähler Oberau. Die Zeichen stehen gut. Auf Preise konnten sich die beiden Gemeinden schon einigen.

Oberau – Er gibt’s offen und ehrlich zu. „Es war eine schwierige Geburt“, sagte Robert Zankel. Der Wille, den Antrag der Freien Wähler Oberau zu erfüllen, ist vorhanden. Diese regen eine gemeinsame Jahreskarte für die kostenpflichtigen Freizeiteinrichtungen von Oberau und Farchant an. Eine schöne Idee, das sehen beide Kommunen so. Gerade im Geiste der interkommunalen Zusammenarbeit. Wenn die Tücke nicht immer im Detail liegen würde. In diesem Fall waren es die unterschiedlichen Preise, die die Orte für Skilifte und Schwimmbäder erheben. Erst am Montag konnten sich die jeweiligen Vertreter, darunter die Bürgermeister Peter Imminger (CSU) und Martin Wohlketzetter (SPD), einigen.

Die vorgesehene Regelung hat der Geschäftsführende Beamte im Rathaus nun dem Gemeinderat Oberau vorgestellt. Sie bezieht sich auf die Freibäder, Skilifte und zusätzlich die Natureisplätze. Wer diese Attraktionen nutzen möchte und eine Saisonkarte besitzt, muss im Nachbarort künftig nur die Hälfte des Tageskartenpreises bezahlen. „Wir wollten damit erreichen, dass man nicht die große Lösung, die Kombikarte, braucht“, erläuterte Zankel. Von dem Angebot profitieren demnach vor allem Menschen, die die Freizeiteinrichtungen in der Nachbargemeinde nur ein oder zweimal in Anspruch nehmen.

Zusätzlich will man eine Jahresverbundkarte einführen. Diese wäre ab dem 1. April bis 31. März des darauffolgenden Jahres gültig und beinhalte den unbegrenzten Eintritt in die Schwimmbäder und die Nutzung der Skilifte. Erhältlich soll eine Erwachsenen- und Kinderkarte sowie – und diese beiden Ticket-Varianten gab es bis dato zumindest in Oberau nicht – eine Familienkarte und einen Mutter/Vater-Kind-Pass sein (siehe unten). Die entsprechenden Tickets können aber nur in der Gemeinde erworben werden, in der man seinen Wohnsitz hat. „Wir wollen vermeiden, dass Farchant mehr verkauft als wir“, erklärte Zankel. Und andersherum. „Damit gewähren wir uns keinen finanziellen Ausgleich.“ Es sei die gerechte Lösung.

Unabhängig von der Kooperation mit Farchant sollen auch die Saisonkarten für das Oberauer Freibad ergänzt werden. Ebenso wie bei der Verbundkarte stehen nun eine Familienkarte und ein Mutter/Vater-Kind-Pass zur Verfügung. Das wurde von Farchant abgekupfert.

Mit diesem Konzept zeigte sich Josef Lohr (Freie Wähler) mehr als zufrieden. „Wir sind überzeugt, dass wir das probieren sollten.“ Vor allem, weil es für Familien interessant sei. Der Gemeinderat hält ebenfalls viel von den neuen Regelungen für das Oberauer Schwimmbad. Er begrüßt, dass die Preise nach dem Farchanter Vorbild angepasst wurden. Dieser Meinung schlossen sich seine Ratskollegen einhellig an und befürworteten das Vorhaben. Die förmliche Änderung der Gebührensatzung steht allerdings erst in der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung. Jetzt muss die Kommune ohnehin erst abwarten, wie sich das Farchanter Gremium zu den Plänen positioniert. Denn von diesem hängt nun ab, ob sie realisiert werden.

Jahresverbundkarte Farchant/Oberau

Erwachsenenkarte

100 Euro

Kinderkarte

70 Euro

Familienkarte

2 Elternteile und beliebig viele Kinder)

170 Euro

Mutter/Vater-Kind-Pass

(1 Elternteil und beliebig viele Kinder)

120 Euro

Freibad Oberau (ohne Farchant)

Erwachsenenkarte

60 Euro

Kinderkarte für das 1. Kind

40 Euro

Kinderkarte für das 2. Kind

20 Euro

Kinderkarte für das 3. Kind und weitere Kinder

kostenlos

Familienkarte (neu)

(2 Elternteile und beliebig viele Kinder)

130 Euro

Mutter/Vater-Kind-Pass (neu)

(1 Elternteil und beliebig viele Kinder)

90 Euro

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aiwanger verspricht Almbauern volle Rückendeckung
Der Wolf gehört nicht in die bayerische Bergwelt. Das zumindest findet Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Beim Almbauerntag in Mittenwald wurde er deutlich.
Aiwanger verspricht Almbauern volle Rückendeckung
Unglück beim Wandern - Frau stürzt vor Augen ihres Mannes in den Tod
Für eine 63-Jährige endete eine Wanderung am Stangensteig bei Grainau in den bayerischen Alpen tödlich. Ihr Ehemann musste das Unglück mitansehen.
Unglück beim Wandern - Frau stürzt vor Augen ihres Mannes in den Tod
Rettungseinsatz im Höllental: Paar findet Weg nicht mehr - bei winterlichen Verhältnissen
Sie waren recht gut ausgerüstet, trotzdem brauchte ein Paar bei ihrer Tour Hilfe von den Bergrettern. Diese mussten teilweise durch knietiefen Schnee.
Rettungseinsatz im Höllental: Paar findet Weg nicht mehr - bei winterlichen Verhältnissen
Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein
Ein Braunbär ist an der Grenzen zu Bayern in eine Fotofalle getappt. Es ist bereits die zweite Bären-Sichtung in der Region in diesem Jahr. Ist das Tier gefährlich?
Bär an Grenze gesichtet - Almwirte fordern Abschuss - Experte: Tier könnte längst in Bayern sein

Kommentare