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Überschaubare Zuhörerschaft: Rund 50 interessierte Farchanter Bürger kommen in den Alten Wirt.

Zwei Standorte präsentiert

Kommunaler Wohnungsbau: Farchant zieht mit 

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Sie ergreift die Chance: Die Gemeinde Farchant will Wohnraum schaffen. Zwei Standorte präsentierte Rathauschef Martin Wohlketzetter (SPD) bei der Bürgerversammlung. Das Pfarrheim bleibt in den Planungen nicht unberücksichtigt.

Farchant – Wenn Anton Speer (Freie Wähler) nicht gerade als Landrat den Ton im Landkreis angeben würde, wäre er der perfekte Kandidat für einen anderen Posten: in einer PR-Agentur. Steht er hinter etwas, dann tut er das auch kund. Ein Beispiel: der Wohnungspakt Bayern. Speer wird nicht müde, für den umfangreichen Maßnahmenkatalog, den das Innenministerium beschlossen hat, zu werben. Bei allen Bürgerversammlungen, bei denen er über die Landkreis-Themen informiert, appelliert er an die Gemeinden, den kommunalen Wohnungsbau zu forcieren – wegen des Bedarfs in der Region und wegen der günstigen Konditionen. Warum sollte der Kreis-Chef also in Farchant eine Ausnahme machen? Tat er auch nicht. Obwohl das gar nicht mehr nötig gewesen wäre.

Das „liebe Dorf“ kommt wie viele andere Kommunen, darunter Unterammergau, Murnau, Oberau und zuletzt Bad Bayersoien, der Empfehlung des Landrats nach. Und das, obwohl in Farchant derzeit einige Projekte laufen. Doch man will die Gunst der Stunde nutzen. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde abgestimmt und das Vorhaben auf den Weg gebracht. Bei der Bürgerversammlung im Saal des Alten Wirts stellte Rathauschef Martin Wohlketzetter jetzt die ersten Eckpfeiler vor.

Demnach plant die Gemeinde zwei Wohnbauprojekte mit insgesamt etwa 20 Einheiten zu realisieren. Standort eins: an der Ronetsbachstraße 7 („Bog“). Das Grundstück „ist eine Schenkung gewesen“, sagte der Bürgermeister. Auf dem rund 1600 Quadratmeter großen Areal könnten zwei Häuser mit jeweils sechs Einheiten entstehen. Der Vorteil bei der Sache: Bei einem Mietpreis von sieben Euro pro Quadratmeter deckt sich das Projekt auf lange Sicht. „Wir müssen nicht den Schuldendienst bedienen.“ Denn angesichts der anderen Großprojekte steht die Gemeinde mittlerweile mit knapp fünf Millionen Euro in der Kreide. Eine sinnvolle Investition sei der Wohnungsbau trotzdem. Schließlich liegt der Fördersatz des Freistaates bei 30 Prozent plus zinsvergünstigtes Darlehen über 20 Jahre.

Standort zwei: Am Gern 2. Dort gehört der Kommune eine rund 3000 Quadratmeter große Fläche. Auf dieser verfolgt Wohlketzetter die Idee, ein „Wohnen für Senioren“ zu realisieren. Zumindest wäre das möglich und würde zu einem anderen Plan passen.

Seit Farchant über keinen eigenen Pfarrer mehr verfügt, ist man auf der Suche nach einer langfristigen Lösung für das danebenliegende Pfarrheim. Deshalb gibt es Überlegungen, dort ein Seniorenprojekt in Angriff zu nehmen. „Das wird bei der Gesamtplanung mitberücksichtigt“, sagte der Rathauschef, „soll aber unabhängig vorangetrieben werden.“ Noch aber sind das ungelegte Eier.

Wie es mit dem Pfarrheim weitergeht, kann die Kommune ohnehin nicht alleine entscheiden. „Wir müssen eine Regelung mit dem Ordinariat finden“, betont Wohlketzetter auf Nachfrage. Im Raum steht auch, im ersten Stock Platz für Vereine und Schulen (Musik- und Volkshochschule sowie Kreisbildungswerk zum Beispiel) zu berücksichtigen. Es müssen aber erst Gespräche geführt werden. Schließlich „sollte man ja nicht am Bedarf vorbeiplanen und bauen“.

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