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Gratulation mit dem Ellenbogen-Stoß: Amtsinhaber Martin Wohlketzetter (r.) und sein Nachfolger Christian Hornsteiner verzichten in Zeiten von Corona aufs Händeschütteln.

CSU legt zu

Wahl-Überraschung in Farchant: Simon Wohlketzetter stürmt in den Gemeinderat

  • Manuela Schauer
    VonManuela Schauer
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Er selbst hat nicht damit gerechnet. Simon Wohlketzetter kletterte bei der Wahl am Sonntag von Listenplatz vier auf eins. Damit lässt der Sohn des Noch-Bürgermeisters sogar etablierte Gemeinderäte hinter sich.

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Farchant – Der eine geht, der andere kommt: Martin Wohlketzetter tritt als Farchants Bürgermeister ab, dafür haben die Bürger seinen Sohn Simon bei den Kommunalwahlen am Sonntag in den Gemeinderat katapultiert. Deutlich. Von Listenplatz vier stürmte der Installateur und Heizungsbauer auf die Spitzenposition und verdrängte etablierte Gemeinderäte wie Monika Ott und Josef Kundler auf die Ränge hinter ihm. Das kam für den SPD-Stimmenkönig (13,94 Prozent) mehr als überraschend. Nicht nur für ihn.

Ist der SPD-Stimmenkönig: Simon Wohlketzetter.

Über die Gründe für diesen Erfolg können Vater und Sohn nur spekulieren. „Wir haben eine große Familie“, sagt der Noch-Rathauschef. Zudem ist sein Spross im Ort gut vernetzt, fungiert als Ausbilder sowie im Ausschuss bei der Feuerwehr und schnürte sich bis vor zwei Jahren die Fußballschuhe für den TSV. Vielleicht machte auch der Namens-Bonus etwas aus. „Das wird schon reingespielt haben“, sagt er.

Freie Wähler und SPD verlieren einen Sitz

Eine Vater-Kopie wird er aber nicht sein. Simon Wohlketzetter hat seinen eigenen Kopf. Sehen beide so. Schon im Vorfeld des Votums wollte der Papa nicht, „dass ich sein Auge bin“. Auch, um das Gerede im Ort zu umgehen. Selbst ist der Mann, lautet die Devise. Freilich aber steht der Senior dem Junior zur Seite, wenn dieser das wünschen sollte. „Wenn er Rat will, wird er schon kommen.“

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Mit dem Resultat der Sozialdemokraten im Allgemeinen zeigt sich der Amtsinhaber zufrieden. Über 20 Prozent seien in Farchant ein gutes Ergebnis. Auch, wenn die Roten einen Sitz einbüßten. Wie auch die Freien Wähler. „Wir bedauern ein bisschen, dass wir den fünften Sitz abgeben mussten“, sagt Gerhard Portele, der – anders als Heidi Fleckenstein (FW) und Richard Kundler (SPD) – mit 18,72 Prozent wieder in den Gemeinderat einzieht. Beide Plätze gingen an die CSU verloren. Genau der Fall, den die zwei Parteienverhindern wollten. „Der Plan hat nicht ganz funktioniert“, bilanziert Simon Wohlketzetter. Bei CSU-Ortschef klingt das natürlich anders. „Wir haben das erreicht, was wir wollten.“

Auch Bürgermeister-Aspirant Christian Hornsteiner hat mit über 90 Prozent gut gepunktet. „Das war für die Fraktionen wichtig“, meint der Gemeindechef. Als Beweis, dass sie mit dem Rathaus-Geschäftsführer als gemeinsamen Kandidaten den richtigen Weg eingeschlagen haben. 

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