Von hier oben haben die Kinder einmal rutschen können. Doch müssen sie auf diese Gaudi vorerst weiter verzichten.
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Von hier oben haben die Kinder einmal rutschen können. Doch müssen sie auf diese Gaudi vorerst weiter verzichten.

Farchant rüstet mit neuem Spielgerät auf

Geld für Farchants Spielplätze: Kraxeln und buddeln, nur nicht rutschen

  • Josef Hornsteiner
    VonJosef Hornsteiner
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Farchanter Kinder bekommen neuen Spielturm an der Grundschule und einen geschützten Sandkasten am Spielplatz an der Zugspitzstraße. Nur für die abgebaute Edelstahl-Rutsche am Spielleitenweg braucht es eine Lösung.

Farchant – Es war vor einigen Jahren ein spottbilliges Angebot, das sich die Gemeinde Farchant nicht entgehen lassen wollte. Für kleines Geld schaffte sie eine gebrauchte Rutsche an, die zuvor in einem Schwimmbad stand. Damit sollte der Spielplatz am Spielleitenweg um eine Attraktion reicher werden. Doch dann kam der Sommer und mit ihm eine Sorge.

Es wurde heiß. Problematisch heiß. Die Rutsche aus Edelstahl stand täglich stundenlang in der prallen Sonne und erhitzte sich so stark, dass es für Kinder geradezu „gefährlich“ wurde, machte Bürgermeister Christian Hornsteiner (CSU) in der Gemeinderatssitzung deutlich. Um Verletzungen zu verhindern, wurde das Gerät vor einigen Jahren abgebaut.

Alte Rutsche aus Edelstahl wurde an sonnigen Tagen gefährlich heiß für die Kinder

Doch will die Kommune den Kindern eine Rutsche auf dem Spielplatz bieten. Bei der Gemeinschaftsversammlung der Farchanter Vereine wurden sogar Gelder aus dem Sozialfonds dafür zugesagt. Deshalb fragte die Gemeinde bei einem Spielgerätehersteller nach, ob es denn nicht auch eine Variante gibt, die man an dem Ort ohne Schatten dennoch nutzen könnte – ohne, dass sich jemand verbrennt. Eine aus Kunststoff beispielsweise. Doch es gab schlechte Nachrichten. „Es gibt keine in der Länge, wie wir sie bräuchten“, sagt Hornsteiner. Das Gremium entschied sich deshalb dafür, das Thema zurückzustellen und in Ruhe zu beraten, welches alternative Spielgerät möglich wäre.

Dafür wird es bald zwei neue Attraktionen andernorts geben, unter anderem an der Grundschule. Die Gemeinde lässt im Nordhof einen Spielturm errichten. Der Platz ist eine Ergänzung zum Gaudi-Areal an der Südseite. Im Norden können unter anderem die 40 bis 50 Kinder aus der Mittagsbetreuung herumtollen, ohne Schüler während des Unterrichts zu stören, wie es an der Südseite bislang der Fall war. Der Turm kostet mit Transport, Aufbau und Matten 20 820 Euro. Bisher konnten Kinder auf der Wiese nur Fußball spielen. „Künftig haben wir da auch ein Angebot für alle andere“, sagte Vizebürgermeister Johann Schmid (CSU), der das Vorhaben sehr befürwortet.

Kinder und Jugendliche sollen nur während der Schulzeit am Spielturm toben

Etwas kritischer sieht es Fraktionskollege Hannes Porer. „Braucht man das wirklich zusätzlich?“, fragte er in die Runde. Porer befürchtet, dass der Spielturm auch Kinder und Jugendliche außerhalb der Schulzeit sowie am Wochenende anlocken und für Lärm sorgen wird. „Ich kann mich nicht so ganz begeistern dafür.“ Doch versicherte Hornsteiner, dass das neue Spielgerät nur während der Schulzeit benutzt wird. Betreuer überwachen den Platz, in den Pausen die Lehrkräfte. „Ich sehe die Neuanschaffung als notwendig“, sagte Anton Klöck (CSU). Denn aktuell nutzten Mädchen und Buben teils mangels Alternativen sogar die Nottreppe zum Kraxeln. Und bei rund 50 Kindern würde ein Spielgerät „für Beruhigung sorgen“. Dem neuen Turm stimmten zwölf Räte zu, zwei lehnten ihn ab.

Die zweite Neuanschaffung wird die Kinder am Spielplatz an der Zugspitzstraße freuen. Hier hat Farchant im Ammertal abgeschaut. Ein Sandkasten samt Sonnensegel, das gleichzeitig im Sommer als Abdeckung über Nacht fungiert, wird für rund 3000 Euro angeschafft. „In Oberammergau“, sagte Hornsteiner, „hat man damit sehr gute Erfahrungen gemacht.“

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