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Der Zwillingsbruder fehlt noch: Einer der zwei taubenblauen Bögen für die Loisachbrücke ist schon vor Ort zu bestaunen. 

Zeitplan steht

Loisachbrücke: Bald kommt eine Monster-Maschine zum Einsatz

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Farchant hat einen blauen Farbtupfer bekommen. Der erste der zwei Bögen für die neue Loisachbrücke liegt bereit. Ein großes Konstrukt, das aber noch in diesem Monat von einem anderen Giganten übertrumpft wird.

Farchant– Umleitungsschilder weisen den Weg. Über die Behelfsbrücke, die Westen und Osten Farchants miteinander verbindet. Sie dient derzeit als Aussichtsplattform. Ständig halten Radfahrer und Fußgänger an, beobachten, was auf der Baustelle für das logistisch aufwendigste Projekt der vergangenen Jahre passiert. „Das hat unglaublichen Unterhaltungswert“, sagt Martin Wohlketzetter (SPD). Prompt fällt ihm ein Geschäftsmodell ein. „Ein Eisstand“ – das wär was.

Farchants Bürgermeister versprüht gute Laune, ist zum Scherzen aufgelegt, wenn er von der neuen Loisachbrücke spricht. Alles funktioniert wie geplant. Die Firmen würden gut arbeiten. Liegt an der detaillierten Ausschreibung, meint Wohlketzetter. Der Bauherr jedenfalls zeigt sich äußerst „zufrieden“.

Inzwischen ist ein markantes Teil des 3,6-Millionen-Euro-Konstrukts vor Ort zu bestaunen. Einer der zwei Rundbögen liegt am westlichen Ufer. Farbe: taubenblau. Nicht Wohlketzetters Wunschvorstellung. Ihm wäre eine Nuance dunkler lieber gewesen, er wurde aber im Gemeinderat überstimmt. Macht nichts. Mit dem gewählten Anstrich „kann man gut leben“.

Zwei Tage dauert schon der Aufbau des „Riesen-Autokrans“

Diese Woche soll Nummer zwei angeliefert werden. Richtig spannend wird es dann in der 25. Kalenderwoche. Voraussichtlich. Schließlich hängen die Schweißarbeiten vom Wetter ab. Wenn es mitspielt, werden um den 20. Juni herum die zwei Exemplare angehoben. Dafür braucht’s einen „Riesen-Autokran“, betont der Bürgermeister. Ein noch größeres und schwereres Kaliber als der 91-Tonnen-Koloss, der beim Hochwasserschutz im Mittenwalder Laintal im Oktober 2017 zum Einsatz gekommen war. Im Vergleich zu Farchants Gefährt „ein Spielzeug“. Allein zwei Tage dauert es, die Monster-Maschine aufzubauen.

Die Schwierigkeit beim Einschwenken der Brückenteile liegt allerdings nicht – wie man erwarten könnte – im Gewicht der Bögen (30 bis 40 Tonnen). „Man braucht eine große Reichweite“, erklärt Wohlketzetter. Aber auch da macht er sich keine Sorgen. Vielmehr denkt er schon weiter. Im Anschluss geht’s an die Schalungs- und Betonarbeiten für den 130-Tonnen-Stahlbau in Farchant.

Nach wie vor steht der Zeitplan: Im September dieses Jahres sollen die Schaulustigen die fertige Brücke bestaunen können. Dann aus anderer Perspektive – während sie auf dem Bauwerk eine Pause einlegen.

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