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Zufriedene Mienen: (v.l.) Peter Lingg, Monika Ott, Rosi Schmid, Walter Beller und Hans Schmid.

Sonderfall Farchant

Nach Kampf um Erhalt der Bank-Filialen: So ist die Situation in Farchant jetzt geregelt

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Die Farchanter wollten beide behalten - die Filiale der VR-Bank Werdenfels und der Kreissparkasse, samt Beratung und Service. Das war so nicht umsetzbar. Jetzt gibt‘s eine Kompromisslösung. 

Farchant – Zwei Banken unter einem Dach – das wird’s in Zukunft häufiger geben im Landkreis. Farchant nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Am Gernweg 2 haben die VR-Bank Werdenfels, der das Gebäude gehört, und die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen eine gemeinsame Zweigstelle aufgebaut, die den Kunden beider Finanzinstitute, die ihre Filialen eigentlich schließen wollten, gerecht wird.

Dass man in Farchant aus zwei Geldautomaten Euro-Scheine ziehen und einzahlen sowie seine Kontoauszüge drucken kann, ist wohl ein Verdienst der Initiative Farchant um die SPD-Gemeinderätin Monika Ott und ihrer Mitstreiterin Rosi Schmid sowie der Garmisch-Partenkirchner Kommunalpolitikerin Alexandra Roos-Teitscheid. Die Menschen aus Burgrain, dort wohnt Roos-Teitscheid, waren von den Filialschließungen ebenfalls betroffen. „Ich glaube, wir haben einen Mittelweg gefunden“, sagt Walter Beller, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank. Ott stimmt ihm zu: „Ja, es ist ein Kompromiss. Mit dieser Lösung können wir leben.“ Zufrieden zeigte sich auch das politische Farchant. „Die Bargeldversorgung ist weiter gewährleistet. Dies dient dem Wohl der Bevölkerung“, erklärte Zweiter Bürgermeister Johann Schmid (CSU).

Die Farchanter hatten darum gekämpft, dass beide Filialen erhalten bleiben und es weiterhin eine Beratung und einen Service vor allem für ältere Kunden vor Ort gibt. Dies ist ihnen nicht gelungen. „Das war einfach nicht möglich“, sagen sowohl Beller als auch Kreissparkassen-Chef Peter Lingg. Beide Geldhäuser sehen sich durch die zunehmende Digitalisierung und die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) gezwungen, die Kosten zu senken. „Das ist ja bekannt“, sagt Lingg. In Farchant mussten sowohl VR-Bank, die dort 1935 Kunden hat, als auch Kreissparkasse mehr investieren als sie sich vorgenommen hatten. „Die Kosten liegen über dem, was wir eigentlich ausgeben wollten, weil wir doppelt Geld in die Hand nehmen mussten“, betont Beller.

Das Haus in Farchant will dieVR-Bank in Zukunft für ein digitales Pilotprojekt nutzen. Derzeit wird hinter einer verklebten Glaswand gewerkelt. Was dort eines Tages passieren wird, darüber schweigt sich Beller noch aus.

Erst einmal geht die Kooperation mit der Kreissparkasse in eine weitere Runde. Anfang November soll die nächste gemeinsame Selbstbedienungszone eingeweiht werden. Der Ort gilt noch als geheime Kommandosache. „Unsere Kunden sollen das nicht aus der Zeitung erfahren“, sagt VR-Bank-Prokurist Michael Schuldes. In dem Ort, der dem Vernehmen nach dem nördlichen Landkreis angehören soll, wird es allerdings, anders als in Farchant, nur einen gemeinsamen Geldautomaten geben. Sicher ist, dass er diesmal in einem Haus stehen wird, das die Kreissparkasse ihr Eigen nennt.   

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