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Ohne großes Zickzack verläuft die neue Trasse des Radschnellwegs der Zugspitz Region durch die Loisachtal-Gemeinde Farchant.

Gemeinderat stimmt einhellig zu

Radschnellweg in Farchant: Neue Trasse, neues Glück

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Im zweiten Versuch hat es nun doch noch geklappt: Nachdem der Farchanter Gemeinderat die erste Streckenführung des Radschnellwegs zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau abgelehnt hatte, stimmte er der neuen Trassenführung durch Farchant zu – und das einstimmig.

Farchant – Martin Wohlketzetter (SPD) lächelte, als er den nächsten Punkt auf der Tagesordnung ankündigte: den Grundsatzbeschluss zur Teilnahme am Radschnell-wegkonzept der Zugspitz Region zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen. Ein Thema, mit dem sich das Gremium erst Anfang März intensiv beschäftigt hatte – und schließlich abschmetterte, weil der Mehrheit die Trassenführung gegen den Strich ging. Damals wusste noch niemand, dass dem Rathauschef aus Versehen ein kleiner, aber ausschlaggebender Fehler bei der Anschlussstelle in Burgrain unterlaufen war Also alles nochmal auf Anfang. „Wir haben eine Lösung, die Zustimmung finden kann“, kündigte Wohlketzetter gleich eingangs an. Und tatsächlich: Im zweiten Versuch hat es nun doch noch geklappt – und das sogar einstimmig.

Der Gemeindechef blieb nach der Kritik über den Verlauf der Strecke nicht untätig. Gemeinsam mit Bauamtsleiter Michael Rauch suchte er das Gespräch mit den Zuständigen in Garmisch-Partenkirchen und mit der Zugspitz Region, die das Landkreis-Projekt federführend begleitet. Das Ergebnis: Die Pläne für die umstrittene Trasse – bei der der Radler von der Burgrainer Feldernkopfstraße über einen Feldweg, dann entlang der Schulstraße, am Rathaus vorbei und schließlich über die Loisachbrücke Richtung Oberau geleitet hätte, landeten im Papierkorb.

Das kam den Kritikern entgegen. Zumal der neue Vorschlag sich vielmehr mit ihren Vorstellungen deckte. Die Strecke läuft – wie damals gewünscht – entlang der Hauptstraße, schleift in die Krottenkopfstraße ein und führt dann über die Loisachstraße in Richtung Sportzentrum und Viehweide in die Nachbargemeinde. Große Arbeiten muss Farchant nicht tätigen. Wie Rauch verdeutlichte, denkt man aber über eine bessere Beleuchtung gerade im Bereich der ehemaligen Bundesstraße nach.

Eine Diskussion blieb diesmal aus. „Jetzt ist das so, wie man sich das vorgestellt hat“, sagte Vize-Bürgermeister Johann Schmid (CSU). „Der Verlauf ist nachvollziehbar und in Ordnung.“ Dieser Meinung schlossen sich die Gemeinderats-Kollegen an. Auch Claus Walcher (CSU), der aber offensichtlich allgemein nicht viel von dem Radschnellweg hält. „Ich glaub’ nicht, dass mehr als 15 Leut’ am Tag dort fahren.“ Seinen Segen gab er trotzdem.

An den Kosten ändert sich angesichts der neuen Streckenführung nichts. Zumindest wurde über den bisher genannten Betrag von 61 660 Euro – die Hälfte trägt der Landkreis – votiert. Wohlketzetter räumte zwar ein, dass noch keine Details besprochen wurden, er geht aber davon aus, dass man mit dieser Summe auch bei der Wunsch-Route auskommt.

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