+
Wird komplett saniert: das Farchanter Rathaus, dessen Altbestand aus dem Jahr 1830 stammt.

360.000 Euro fließen an Zuschüssen 

Rathaus-Sanierung in zwei Abschnitten: Priorität hat der barrierefreie Ausbau

  • schließen

Nach zwei Jahren Planung geht’s heuer im Mai endlich los, das Farchanter Rathaus wird energetisch saniert und barrierefrei ausgebaut. Während der Bauphase werden die Verwaltungsmitarbeiter ins benachbarte Schererhaus ausgelagert.

Farchant – Die Vorbereitung läuft, die erforderlichen Ausschreibungen werden gerade vorbereitet. „Im Mai wollen wir beginnen“, sagt Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD). In zwei Abschnitten wird das Farchanter Rathaus in diesem Jahr saniert, um endlich den Energieverbrauch zu senken. Und vor allem, um barrierefrei zugänglich zu sein. Aktuell haben Rollstuhlfahrer nämlich nur die Möglichkeit ins Erdgeschoss zu gelangen – und auch da nur in den Anbau von 1968. Der Altbestand hat noch zu schmale Türen. Das soll sich zumindest im Einwohnermeldeamt ändern. „Wir wollen ja für jeden erreichbar sein“, betont Wohlketzetter. Außerdem werden in dem denkmalgeschützten Bereich aus dem Jahr 1830 die Böden erneuert.

Im gesamten Haus stehen zudem der Austausch der Heizkörper und sämtlicher Elektroleitungen auf dem Plan. Um Besuchern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, den Zugang zum zweiten Stock zu ermöglichen, entsteht im Erdgeschoss neben der Tourist- Info ein Fahrstuhl. Mit dem gelangen sie dann ins Standesamt, in die Friedhofsverwaltung, zur Geschäftsleitung, ins Bürgermeister-Büro und in den Sitzungssaal. „Termine mit mir waren dabei unproblematisch“, sagt Wohlketzetter, „ich konnte einfach ins Erdgeschoss runterkommen.“ Wurde aber ein Computer gebraucht, gestaltete sich das Ganze schon komplizierter.

Verwaltungsmitarbeiter ziehen ins Schererhaus um

Nach zwei Jahren Planung steht nun fest, was alles gemacht werden muss, um das Verwaltungsgebäude auf den neuesten Stand zu bringen. 700.000 Euro kalkuliert der Rathaus-Chef dafür ein. Das sind 300 000 Euro mehr, als bei der ersten Kostenschätzung vermutet. Die wurde aber herangezogen, um in den Genuss einer Förderung aus dem Kommunalen Investitionspakt zu kommen. „Wir sind mit einer sehr kurzfristigen Planung noch reingerutscht“, erinnert sich Wohlketzetter. Mit der Folge: 90 Prozent, das heißt 360.000 Euro, der Sanierung werden bezuschusst. Ein Glücksfall für Farchant. Gerade vor dem Hintergrund, „dass es zuvor keine Fördermittel für Rathäuser gab“. Zwar stiegen die Kosten mit der Detailplanung, doch der Bürgermeister sieht darin kein Problem. „Die 340.000 Euro können wir problemlos stemmen.“

Um den Umbau zu meistern, werden die acht Verwaltungsmitarbeiter ausgelagert – pro Bauabschnitt müssen vier ins benachbarte Schererhaus ziehen. „Das Gebäude hat die Gemeinde gekauft, um vor allem den Ensembleschutz in diesem Gebiet zu gewährleisten“, erklärt Wohlketzetter. Noch steht nicht fest, wie es langfristig genutzt wird. Während der anstehenden Sanierung leistet es aber schon einmal wertvolle Dienste.

Schnitzschüler gestalten neuen Sitzungssaal

In den kommenden Monaten wird auch der Sitzungssaal umgestaltet. Wie, das hat ein Wettbewerb unter Auszubildenden der Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen ergeben. Neben den Möbeln und dem Boden haben diese sich auch die Beleuchtung vorgenommen. Vor allem auf neue Stühle freut sich der Bürgermeister. „Die wir jetzt haben, sind sehr unbequem.“ Während der Umgestaltung müssen der Gemeinderat und seine Ausschüsse ausgelagert werden. Wohin, steht Wohlketzetter zufolge noch nicht abschließend fest. „Möglich wären der Gasthof Alter Wirt oder das Pfarrheim.“

Der Umbau der Straße Am Gern und des Rathausplatzes, die noch im Zuge der Städtebauförderung auf der Agenda stehen, wird derweil ausgesetzt. „Auch um die Rathaussanierung nicht zu blockieren“, erklärt der Bürgermeister. Diese beiden Abschnitte, zu denen auch das Umfeld der evangelischen Kirche zählt, will die Gemeinde dann 2020 anpacken.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein Toter bei Lawinenabgang im Ostallgäu - weitere Person wird noch vermisst
Im deutsch-österreichischen Grenzgebiet ist eine Lawine abgegangen und hat mehrere Menschen verschüttet. Mindestens ein Mensch verlor sein Leben.
Ein Toter bei Lawinenabgang im Ostallgäu - weitere Person wird noch vermisst
Traumhafte Tourismus-Zahlen: Krün knackt 100 000er-Gäste-Marke
Das hat es in dem G7-Dorf noch nicht gegeben: eine sechsstellige Zahl bei den Gäste-Ankünften. Man kann also getrost von einem historischen Wert sprechen. Bürgermeister …
Traumhafte Tourismus-Zahlen: Krün knackt 100 000er-Gäste-Marke
Integrationskurse: Beuting in der Kritik
Die Zukunft der Vhs-Integrationskurse in Murnau ist nach wie vor ungewiss. Unterdessen hat es am Donnerstag im Gemeinderat einen Schlagabtausch gegeben. Im Zentrum der …
Integrationskurse: Beuting in der Kritik
Hochwassser-Experten werfen wachsames Auge auf Wildbach im Hausberggebiet
Der Hang im Hausberggebiet rutscht, ist in Bewegung. Das wissen die Experten seit Langem. Auch, dass sich das Problem in Zukunft verschärfen wird. Was sie aktuell noch …
Hochwassser-Experten werfen wachsames Auge auf Wildbach im Hausberggebiet

Kommentare