In der Verwaltung gab‘s ein „massives Unentschieden“

FC-Bayern- oder 1860-Brücke? Farchant leistet sich skurrilen Scherz

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Die Qual der Wahl: Die Gemeinde Farchant muss sich für einen Anstrich der Loisachbrücke entscheiden. Eine erste Vorauswahl haben die Kommunalpolitiker nun getroffen.

Farchant – In Farchant droht ein erbitterter Kampf auszubrechen. Der FC Bayern und der TSV 1860 München wollen sich in dem „lieben Dorf“ verewigen. Objekt der Begierde für die etwas andere Fanmeile: die geplante Loisachbrücke. Sie soll in den Vereinsfarben samt Emblem entstehen. Die Verhandlungen laufen, sagte Martin Wohlketzetter (SPD) im Gemeinderat. Bei den Angeboten treiben sich die Fußballclubs „gerade noch gegenseitig in die Höhe“. Dazu wurden entsprechende Fotos von der Gemeinde herausgegeben. Ein Scherz, wie sich bald herausstellte.

Intern in der Verwaltung lotete man erste Tendenzen aus. Der Endstand: „Massives Unentschieden.“ Geschäftsleiter Christian Hornsteiner präsentierte in der Sitzung die beiden konkurrierenden Entwürfe. Wohlketzetter und er grinsten wie Lausbuben. Die zwei haben sich einen Scherz erlaubt. Natürlich buhlen die Roten und die Blauen nicht um das Erscheinungsbild der Brücke. Doch tatsächlich hatte das Gremium die Aufgabe, eine Vorauswahl zu treffen, welchen Anstrich der Stabbogen einmal erhalten soll.

Den Ball brachte die beauftragte Firma ins Rollen. Sie forderte die Gemeinde auf, sich im Januar oder Februar Gedanken über die Farbgestaltung zu machen. Alles andere als leicht, angesichts der schier unendlichen Möglichkeiten. Selbst auf der Baustelle habe es Diskussionen gegeben, erzählte Gerhard Portele (Freie Wähler). Als Beteiligter der Bauüberwachung empfahl er, sich auf zwei Farben festzulegen, die dann für die finale Entscheidung auf Musterflächen aufgetragen werden. Ein wichtiger Schritt. Denn ein und dieselbe Farbe wirkt auf jedem Material anders, machte Wohlketzetter deutlich.

Problem: Farbe sieht auf jedem Material anders aus

Sechs Vorschläge standen im Raum: von anthrazit-grau über rotbraun, bronze-grün und blau. „Aus Sicht des Technikers würde ich nicht verbergen, was man gebaut hat“, sagte Portele. Eine Meinung, die Claus Walcher (CSU) teilte. Die Brücke werde ein „herausstechender Punkt für Farchant, den man nicht verstecken braucht“. Anders sah das Monika Ott (SPD). Das „schöne Stahltragwerk“ spreche für sich.

Schon die Meinungen zum Grundkonzept gingen auseinander. Das erste Indiz, dass die Farb-Auslese kein einfaches Spiel wird. Als erstes gerieten die Farben anthrazit und silbergrau ins Abseits, Grün folgte. Am Ende blieben – ausgerechnet – zwei Farb-Teams übrig: Die Roten und die Blauen. Dem ersten gehörte ganz klar Dr. Heidi Fleckenstein (SPD) an. Die Lehrerin hält blau für ungeeignet, weil es eine kalte Farbe sei. Sie lehnte das „kracherte Bayern-Rot“ ab, plädierte aber für einen Rost- oder bräunlichen Ton. „Das passt gut zu den Dächern und dem Gesamtbild.“ Zur anderen Mannschaft zählte dagegen Portele – wegen des Bezugs zum Wasser.

Doch selbst bei den beiden auserwählten Anstrichen gibt es zahlreiche Nuancen. Deshalb schlug Wohlketzetter vor, zwei Töne – jeweils eine hellere und eine dunklere – der zwei Auserwählten vom Planungsbüro auf den Musterflächen zeigen zu lassen. Dann müssen die Gemeinderäte endgültig Farbe bekennen.

Zum Projekt

Seit September 2017 laufen die Arbeiten für die Loisachbrücke. Ende November ging die Behelfsbrücke in Betrieb. Bereits im August 2018 soll das Stahlkonstrukt stehen. Die Gesamtkosten liegen bei 4,2 Millionen Euro, wovon 2,2 Millionen Euro staatlich gefördert werden.

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