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Das Kruzifix gestohlen hat ein Unbekannter aus dieser Gebetsnische am Steig zum Schafkopf. Für die Farchanter hat dieser kleine Schrein eine besondere Bedeutung.

Schon einmal wurde dort ein Kreuz entwendet

Sakrileg in Farchant! Dieb stiehlt Kruzifix aus uraltem Baum-Schrein

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Manchen Menschen ist einfach nichts heilig: In Farchant hat ein skrupelloser Dieb zum wiederholten Mal ein Kruzifix aus einer Gebets-Nische in einer Baumhöhle am Weg zum Schafkopf hinauf gestohlen.

Farchant – Die Heilige Maria mit ihrem Jesus-Kind im Arm schmiegt sich ganz unscheinbar in die kleine Baumhöhle am Wegesrand. Ein jeder, der hinauf zum Farchanter Schafkopf will, kommt an ihr vorbei. Für die Einheimischen hat dieser kleine, natürliche und unscheinbare Schrein eine tiefe Bedeutung. Sie haben ihn lieb gewonnen, auch wenn nicht mehr ganz klar ist, wer ihn vor Jahrzehnten dort einmal angelegt hat. Neben der Madonna stand seit jeher ein kleines, etwa 20 Zentimeter großes Kruzifix. Seit vergangenem Mittwoch ist die Höhle leer. Das Kreuz wurde entwendet, vermutlich gestohlen. Ein Sakrileg, das viele Farchanter fassungslos macht. „Wir sind traurig und schockiert.“ Susanne Schmid will es immer noch nicht ganz glauben. Die Gemeindemitarbeiterin erklimmt mehrmals wöchentlich den Schafkopf. Lange hat sie die Umgebung abgesucht. Gehofft, das Zeichen des christlichen Glaubens wäre lediglich aus der Herrgotts-Nische gefallen. Doch gefunden hat sie nichts. Ein Diebstahl wird somit immer wahrscheinlicher.

Einheimische stehen vor einem Rätsel

Bei der Farchanterin hat der kleine, uralte Baum-Schrein einen ganz besonderen Platz im Herzen. „Schon im vergangenen Jahr hat irgendwer hier das Kruzifix gestohlen.“ Das damalige war aus Eisen und erfreute jahrzehntelang die Wanderer – nicht nur die christlichen. Warum gerade hier innerhalb kurzer Zeit zweimal ein solcher Frevel begangen wird, ist für die Einheimischen ein absolutes Rätsel. „Der Herrgott war weder aus Gold, noch sonderlich verziert“, sagt Schmid verwundert. Es ginge ihr bei diesem Diebstahl auch nicht um den materiellen Wert des christlichen Symbols. Sie gehört einer kleinen, losen Gruppe an, die regelmäßig den Farchanter Hausberg besteigt. „Die Schafkopfgeher“, bezeichnet sie diese Wanderer lächelnd. Die meisten pflücken auf dem Weg ins Tal Blumen und verzieren damit den kleinen Heiligenschrein. Einige legen sogar Wertstände hinein wie Ringe oder Steine in Herzform. Je nach Jahreszeit wird er anders geschmückt. Diese Gegenstände wurden jedoch nicht gestohlen.

Schmid glaubt deshalb, dass der Diebstahl einen ganz anderen Hintergrund haben könnte: „Wenn es irgendjemandem nicht passt oder sich irgendjemand dran stört, soll er halt vorbeigehen und sich seinen Teil denken, aber die Finger davon lassen. So etwas muss doch nicht sein“, sagt Schmid. Unterkriegen lässt sie sich nicht. Sie will ein neues Kreuz besorgen und es an selber Stelle in der Baumhöhle platzieren.

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