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Umstritten: Der geplante Standort an der Frickenstraße. 

Bürgerversammlung in Farchant

Schlagabtausch zum geplanten Hotel

Ein Projekt, zwei Meinungen: Zum geplanten Explorer-Hotel in Farchant gibt es nun eine Bürgerversammlung. 

Farchant – Eine Diskussion in Gang setzen. Das war das Anliegen von Berthold Zeltner und seinen Mitstreitern. Eine Diskussion darüber, ob Farchant ein Hotel braucht. Und vor allem über den Standort. „Das ist gelungen“, betont der Initiator des Bürgerbegehrens gegen das geplante Explorer-Hotel in Farchant. „Damit haben wir schon viel erreicht.“ Der Bürgerversammlung am Montag, 11. September, (19.30 Uhr im Alten Wirt) sieht er gespannt entgegen.

Die Position von Zeltner ist klar. Für ihn passen der „Betonklotz und Parkplatz, die direkt in der Föhrenheide errichtet werden sollen“ nicht zum Dorf. Genauso deutlich ist aber auch die Sicht des Gemeinderats, der geschlossen hinter dem Vorhaben steht. Das Explorer-Hotel, das auf der Grünfläche östlich der Frickenstraße entstehen soll, entspricht absolut den Vorstellungen der Kommunalpolitiker. Der Beherbergungsbetrieb „bringt Leute ins Dorf, die bei uns Geld lassen, und zudem Steuern“, sagt Monika Ott (SPD). Damit werde auch die touristische Infrastruktur wie das Warmfreibad, das jährlich ein Defizit von 200 000 Euro macht, der Skilift und vieles mehr gesichert. In die Waagschale wirft sie auch das Bemühen der Gemeinde um das Prädikat Luftkurort, „wofür im Kuhfluchtwald ein Natur-Kur-Park entsteht“. Auch das diene vor allem dem Fremdenverkehr. Dem gegenüber steht ein Rückgang der Gästebetten: „Seit 2003 haben wir 370 verloren“, sagt Ott. Aktuell seien es 706 in Farchant. Entsteht das Hotel, kommen 200 dazu.

Die Sorge der Gegner, dass das Ganze „noch mehr Verkehr in unsere Straßen bringt“, kann Claus Walcher (CSU) nicht teilen. Noch deutlich erinnert er sich an die Zeiten, als im Föhrenhof auch noch ein Gastronomiebetrieb bestand. „Da sind sehr viele Autos und Busse dort hingefahren.“ Ähnliche Ausmaße erwartet er von dem neuen Hotel nicht. Er und die übrigen Gemeinderäte haben sich zudem in Nesselwang informiert, wo seit Juni 2013 ein Explorer-Hotel steht.

Auskünfte aus erster Hand, wie es dort läuft, bekommen die Besucher der Bürgerversammlung von Franz Erhart (CSU), dem Bürgermeister der Allgäuer Marktgemeinde. Außerdem kommen Katja Leveringhaus und Jürnjakob Reisigl, die Geschäftsführer der Explorer Hotels Entwicklungs GmbH, nach Farchant, „Wir freuen uns auf konstruktive Gespräche“, sagt Leveringhaus. Zum einen werden sie und ihr Partner ihr Vorhaben vorstellen und sind überzeugt, „dass wir gute Argumente für den Standort haben“. Zum anderen stehen sie wie alle anderen Beteiligten für Fragen zur Verfügung.

Auf eine rege Diskussion hofft auch Zeltner. Neben dem Verkehr führt er die Zerstörung der Natur und die Verschandelung des Orts ins Feld. Am Montag tauschen beide Seiten ihre Argumente aus. Das letzte Wort haben dann am Sonntag, 24. September, die Farchanter, die beim Bürgerentscheid für oder gegen den Hotel-Neubau stimmen können.

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