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Geehrt für langjährigen Dienst bei der Farchanter Feuerwehr: (h.v. l.) Reinhard Rauch, Georg Öfner, Andreas Bader, Josef Schmid, Johannes Willi und Alois Hibler; (v.v.l.) Kommandant Thomas Joner, Josef Kleißl, Georg Hibler, Georg Leitenbauer, Franz Schindler und Vorsitzender Michael Eibensteiner.

Fahrzeugweihe bei der Freiwilligen Feuerwehr Farchant 

Zum Tunnel-Spezialtraining in die Schweiz

8900 Stunden Einsätze, Übungen, Lehrgänge. Diese allein schon zeitlich bewundernswerte Leistung haben die 79 aktiven Feuerwehrmänner Farchants im vergangenen Jahr erbracht. Bereit standen sie dafür rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.  Bei der Jahresversammlung im Kurgästesaal wurde deutlich, welche Dienst- und Hilfsbereitschaft – Kreisbrandrat Johann Eitzenberger nannte es den „unverwechselbaren Geist“ – dazu gehört, sich derart uneigennützig der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Farchant – 8900 Stunden Einsätze, Übungen, Lehrgänge. Diese allein schon zeitlich bewundernswerte Leistung haben die 79 aktiven Feuerwehrmänner Farchants im vergangenen Jahr erbracht. Bereit standen sie dafür rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, denn niemand weiß im Vorab, wann es gilt, binnen Minuten an einer Brandstelle oder bei einem Verkehrsunfall zu sein. Bei der Jahresversammlung im Kurgästesaal wurde deutlich, welche Dienst- und Hilfsbereitschaft – Kreisbrandrat Johann Eitzenberger nannte es den „unverwechselbaren Geist“ – dazu gehört, sich derart uneigennützig der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Der Versammlung vorangegangen war ein von Kaplan Tobias Prinzhorn in der Pfarrkirche zelebrierter Gedenkgottesdienst mit anschließender Fahrzeugsegnung. Denn in 1100 Stunden Eigenarbeit hatten die Floriansjünger einen vier Jahre alten Mercedes-Sprinter Pritschenwagen in ein wie neu wirkendes Fahrzeug umgewandelt. „Der 21 Jahre alte Vorgänger hatte nur noch Schrottwert“, berichtete Vorsitzender Michael Eibensteiner. „Und der Feuerwehr-Verein hat beschlossen, sich auf eigene Kosten einen neuwertigen Nachfolger, der in erster Linie als Versorgungs- und Nachschubwagen dient, anzuschaffen.“ Immerhin hätte er fabrikneu mehr als 70 000 Euro gekostet „und das wollten wir der Gemeinde ersparen“. Mehrere Firmen halfen mit Spenden, die Gemeindekasse zahlte zur Aufbereitung des Autos 15 000 Euro, obwohl die Feuerwehr nur um 10 000 Euro gebeten hatte. Mit den besten Wünschen wurde der runderneuerte und feuerwehrgerecht ausgestattete Sprinter seiner Bestimmung übergeben, ehe es unter Begleitung der von Alexander Kaufmann dirigierten Musikkapelle zum Alten Wirt ging. Dort hieß Eibensteiner nicht nur Delegierte mehrerer Feuerwehren willkommen, sondern auch beide Bürgermeister sowie Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger und Kreisbrandinspektor Peter Gaus.

Wie Kommandant Thomas Joner in seinem Bericht betonte, sei das vergangene ein relativ ruhiges Jahr gewesen. Dennoch waren 41 Einsätze fällig, 4 bei Bränden, 22 für technische Hilfeleistungen, zwei Fehlalarme, zehn Sicherheitswachen unter anderem bei Veranstaltungen und dreimal als Notarzt-Zubringer für Erste Hilfe.

Einige Einsätze griff Joner exemplarisch heraus: So waren zwei Brände in Burgrain zu bekämpfen, einer davon im Keller eines leer stehenden Gebäudes, der zweite ein Dachstuhlbrand an der Grubenkopfstraße mit hohem Schaden. Ein dramatischer Arbeitsunfall ereignete sich in einer Bäckerei, als ein Angestellter seine Hand in eine Semmelmaschine brachte. Im Juli schließlich kenterten zwei Boote bei einer Raftingtour in der Loisach, und zahlreiche Rettungskräfte sowie mehrere Feuerwehren wurden gebraucht, um sechs verletzte Personen in Sicherheit zu bringen. Damit nicht genug, wurden sie auch zu zwei Selbstmorden mit dazu gerufen.

„Um auf die Vielfalt unserer Einsätze vorbereitet zu sein“, verdeutlichte Joner, „waren im vergangenen Jahr 89 Übungen nötig, beispielsweise 21 Trainings mit Atemschutz, achtmal im Löscheinsatz, neun für Maschinisten, sieben für Gruppenführer und drei zur Absturzsicherung. Zudem übten wir verschiedene Einsatz-Szenarien wie Brand- und Waldbrandbekämpfung, Technische Hilfeleistung und Erste Hilfe.“ In fünf Übungen wurde ferner der Umgang mit dem Digitalfunk erklärt. Und weil die Farchanter für den Umgehungstunnel zuständig sind, war man für ein Tunnel-Spezialtraining bei einem Lehrgang der „International Fire Academy“ in der Schweiz.

Die andere Seite der Feuerwehr, die gesellschaftliche, beleuchtete Schriftführer Andreas Fichtl: Im Juni 2016 haben die Farchanter ihr 130-jähriges Jubiläum gefeiert. Außerdem nahmen sie an den Festlichkeiten der Wehren in Krün, Wallgau, Grainau, Lermoos und Ehrwald teil, und beteiligten sich am Glühweinstand sowie am Landkreis-Eisstockschießen der Feuerwehren.

Angesichts derart umfangreicher Tätigkeiten fielen die Grußworte sehr wohlwollend aus: „Ich danke für dieses mit Übungen und Einsätzen dicht gefüllte Jahr“, sagte Kreisbrandrat Eitzenberger. Und Bürgermeister Martin Wohlketzetter meinte: „Ihr seid nicht nur überfüllt mit Euren vielfältigen Tätigkeiten, sondern nach 89 Übungen ist auch der Ausbildungsstand sehr hoch.“

Wolfgang Kaiser 

Ehrung treuer Wehrmänner

70 Jahre: Peter Felber. 60 Jahre: Georg Leitenbauer und Anton Poettinger. 50 Jahre: Georg Hibler, Johann Kleißl und Franz Schindler. 40 Jahre: Andreas Bader, Rudolf Barwinski, Ludwig Felber, Johann Graf, Georg Öfner, Andreas Öfner, Reinhard Rauch, Josef Schmid und Johannes Willi. 25 Jahre: Michael Barwinski, Hannes Böhmer, Alois Hibler, Josef Kleißl und Josef Lidl junior.

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