+
Der marode Bestand, der unter anderem umfangreiche Betonschäden und kaputte Abdichtungen aufweist, wird abgerissen.

Kredit ist notwendig

Tage der Loisachbrücke sind gezählt

  • schließen

Es ist ein finanzieller Kraftakt, den Farchant in diesem und im kommenden Jahr stemmen muss. 3,42 Millionen Euro sind für die neue Loisachbrücke samt Verbesserung des Hochwasserschutzes veranschlagt. Davon entfallen auf die Gemeinde noch 1,59 Millionen Euro. 

Farchant – Der Stichtag ist der 10. November. Das Datum hat sich Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) längst im Kalender angestrichen. An dem Tag muss die Behelfsbrücke über die Loisach stehen, damit die derzeitige dann abgerissen werden und 2018 neu gebaut werden kann. Für Farchant mit seinen 3750 Einwohnern ist das 3,42-Millionen-Euro-Projekt „ein finanzieller Kraftakt“. Trotz der Zuschüsse, die vom Freistaat fließen. „Deshalb müssen wir ja auch einen Kredit aufnehmen“, sagt Wohlketzetter. Zwei Millionen Euro stehen im Raum – allerdings nicht allein für den Neubau der Brücke, sondern auch für die laufende Ortsumgestaltung im Rahmen der Städtebauförderung.

Ein neues Aussehen erhält die Loisachbrücke (Bild oben), die bis 2018 stehen soll.

Für die Loisach-Überquerung samt der kleineren Brüche über den anschließenden Kanal sollen Fördermittel von insgesamt 1,83 Millionen Euro fließen. Diese Summe stellt zumindest die Regierung von Oberbayern in Aussicht. „In einer ersten Rate wurden nun 600 000 Euro bewilligt“, heißt es im Schreiben der Münchner Behörde. Demzufolge stellt das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat die Zuwendungen aus Mitteln des Kfz-Steuerersatz-Verbundes im Rahmen des vom Bayerischen Landtag festgesetzten Finanzausgleichs bereit. Die Auszahlung erfolge entsprechend dem Baufortschritt. Zweifel bestehen an dem Projekt keine. Was auch an der Haltbarkeit der neuen Stabbogenbrücke liegt. „100 Jahre aufwärts“, lautete die Prognose von Diplom-Ingenieur Dr. Markus Staller aus Gräfelfing, der mit der Planung betraut ist, im Gemeinderat.

Neubau billiger als Sanierung

Läuft alles nach Plan, dann soll die Brücke, auf die nicht nur die Farchanter, sondern auch die Besucher des Warmfreibads, des Sportzentrums Föhrenheide und des Trachtenheims angewiesen sind, im kommenden Jahr stehen. „Auch das Betriebsgebäude des Tunnels und unsere Wanderwege sind über sie zu erreichen“, betont der Bürgermeister. Als klar war, dass die bestehende Brücke von 1967 in die Jahre gekommen ist, stand im Gemeinderat außer Frage, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Und zwar für den Neubau, der angesichts der erheblichen Zuschüsse günstiger kommt als eine Sanierung. „Vor 50 Jahren hatte man sich für eine recht günstige Konstruktion entschieden“, verdeutlicht Wohlketzetter das Dilemma. Das zeige sich am Stahlbeton, bei dem die Gefahr besteht, dass er reißt. Zudem verweist er auf „die umfangreichen Betonschäden und die kaputten Abdichtungen“.

Aus dem 3,42-Millionen- Euro-Topf wird aber nicht nur die Brücke mit einer Stützweite von 32,5 Metern, breiteren Fahrbahn und beidseitigen Gehwegen geschultert. „In dem Bereich verbessern wir auch den Hochwasserschutz“, erklärt Wohlketzetter. Konkret bedeutet das, dass 70 weitere Meter der Fluss-Sole gepflastert werden und in nordwestlicher Seite die Ufermauer verlängert wird. „Dann haben wir auf einer gewissen Strecke einen gleichen, beziehungsweise konstanten Querschnitt.

Um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, „fangen wir jetzt mit den Ausschreibungen an“, unterstreicht Wohlketzetter. Über die Vergaben muss dann der Gemeinderat beschließen, was dem Bürgermeister zufolge Anfang August geschehen soll. Läuft alles nach Plan, dann steht dem Termin, der schon in seinem Kalender vermerkt ist, nichts mehr im Weg.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gesucht: Rezept gegen Krawallmacher
Das Problem ist in Murnau bekannt: Auf öffentlichen Flächen treffen sich immer wieder Jugendliche zu wilden Partys. Die Anwohner sind genervt – und fordern, dass endlich …
Gesucht: Rezept gegen Krawallmacher
Polizei startet Radl-Aktionswoche
Wer in Garmisch-Partenkirchen viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte in den der kommenden Woche auf Kontrollen vorbereitet sein. 
Polizei startet Radl-Aktionswoche
Ungebremster Schwund an Azubis
Der Lehrlingsmangel beschäftigt die Politik – und auch die Industrie- und Handelskammer (IHK). Beim Regionalausschuss der IHK kam die Thematik jetzt auf den Tisch. …
Ungebremster Schwund an Azubis
Gesuchter Betrüger festgenommen
Gegen ihn liefen vier Haftbefehle: Nun ist ein 30-Jähriger aus dem Verkehr gezogen worden. 
Gesuchter Betrüger festgenommen

Kommentare