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Ein gutes Team: Thomas Schott vom TSV Farchant und Marco Wanke. „Thomas ist der Einzige, der mich von Anfang an unterstützt und sich nicht lustig macht“, sagt Wanke.

Verlorene Wette beim TSV Farchant: Großer Auftritt steht bevor  

Marco Wanke probt für den Eistanz im rosa Tutu 

Der Countdown läuft. Nur noch zwei Wochen, dann muss sich Marco Wanke im Olympia-Eisstadion beweisen – mit einer Kür im rosa Tutu. Das Training ist hart, sagt der Farchanter. Seine Freunde dokumentieren jeden Sturz.

Farchant/Garmisch-Partenkirchen – Langsam wird es eng für Marco Wanke. In den nächsten zehn Tagen muss er regelmäßig aufs Eis gehen, damit die Kür auch wirklich sitzt. Zeigen muss er sie am zweiten Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, beim Heimspiel des TSV Farchant in Garmisch-Partenkirchen.

Der 38-jährige Tausendsassa aus Farchant hat im Sommer eine Wette gegen TSV-Verteidiger Timothy Coutu und seine Spezl verloren. Um seine Wettschulden zu begleichen, legt Wanke im Olympia-Eisstadion eine Kür aufs Eis. Und dafür übt er seit Monaten fleißig. Er will sich schließlich nicht lächerlich machen, sagt er. Was schwerfallen dürfte – immerhin muss Wanke seine Kunststücke in einem besonderen Outfit zeigen. In einem rosa Tutu.

Beim Training hat es Wanke noch nicht getragen. Bislang hat er sich nur in gut gepolsterter Eishockey-Kluft ins Stadion getraut. „Wegen den blauen Flecken“, sagt er und lacht. Gestürzt ist er in den vergangenen Wochen einige Male. „Ich hätte Eiskunstlauf nie zu den extremen Sportarten gezählt“, gibt er zu. Doch er irrte. Jedes Mal, wenn er sich Zuhause umgezogen hat, war er durch und durch verschwitzt. Dafür gesorgt haben seine Trainerin Andrea Hanke vom SC Riessersee mit ihren Töchtern Lisa und Sophie. Sie nahmen den Nachwuchsläufer Wanke unter ihre Fittiche. Ein Video vom Training im Oktober ist bereits auf Facebook zu bestaunen. Ein TSV-Spieler hat Wanke heimlich gefilmt. Dabei wirkte er alles andere als sicher auf den Schlittschuhen. Auf die Stürze hat der Freund schonungslos draufgehalten.

„Mir bleibt ja nichts anderes übrig“

Mit Schadenfreude sparen Wankes Bekannte nicht gerade, aber der 38-Jährige will es ihnen zeigen. Auch er hat ein Video auf Facebook gestellt. Eines mit einem Augenzwinkern. Mit Schlittschuhen spaziert er auf einer Strandpromenade und spielt Basketball. Von seiner Kür – „in vier Teilen“ – ist er ziemlich überzeugt. Er will nicht einfach nur auf dem Eis tanzen, er will mit seiner Darstellung eine Geschichte erzählen. Mit passender Musik. „Ob die Zuschauer wissen, um was es dabei geht, oder nur ich die Geschichte kapiere, ist eine andere Frage“, sagt Wanke und lacht. Sein Debüt im Tutu sieht er mit Humor. „Mir bleibt ja nichts anderes übrig.“ Obwohl er das Eiskunstlaufen faszinierend findet, kann er sich kein neues Hobby in der Disziplin vorstellen. Man müsse realistisch sein, betont er. „Ein Elefant bleibt ein Elefant.“ Auch wenn er auf Eiskunstlauf schuhen läuft.

Seine Statur kann er bis zu seinem Auftritt am zweiten Weihnachtsfeiertag nicht mehr ändern, räumt Wanke ein. Dafür arbeitet der Farchanter momentan an seinem Gesichtsausdruck und an der Bewegung der Hände. Damit will der Mann mit dem Bart, der als Rocker bekannt ist, in puncto Grazie und Eleganz einiges wettmachen.

Ob ihm das gelingt, davon können sich die Zuschauer am 26. Dezember ab 18 Uhr überzeugen. Dass die Freunde den Auftritt live übertragen, ist so sicher wie das Eis im Stadion.

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