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Weg frei für Hotel-Neubau in Farchant

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Von: Tanja Brinkmann

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Die Freude ist groß bei den Befürwortern des Hotels: (v. l.) Marco Wanke, Claus Walcher, Marianne Böhmer und Monika Ott. © Thomas Sehr

88 Stimmen machen in Farchant den Unterschied. 1178 Bürger kreuzten beim Entscheid „Rettet die Föhrenheide“ Nein an und ebneten so den Weg für einen Hotel-Neubau. Der Jubel bei den Befürwortern war groß. Die Gegner zeigten sich vor allem froh über die Diskussion, die sie angestoßen haben.

Farchant – Im dritten Anlauf hat’s geklappt. Eine Mehrheit der Farchanter – 1178, das entspricht 51,94 Prozent – stimmte gestern mit Nein. Und hat damit den Weg frei gemacht für einen Hotel-Neubau an der Frickenstraße, Der Jubel war entsprechend groß bei den Befürwortern des Projekts, als Rathaus-Geschäftsleiter Christian Hornsteiner das Ergebnis des Bürgerentscheids „Rettet die Föhrenheide“ verkündete. „Überglücklich“ beschrieb Marianne Böhmer ihren Gefühlszustand. Die Vertreterin der Freien Wähler im Gemeinderat, der geschlossen hinter dem Vorhaben steht, verspricht sich von dem Explorer-Hotel, das 200 Betten nach Farchant bringt, „ein ganz neues Publikum, das unserem Fremdenverkehr gut tut“. Ähnlich sieht’s Johann Schmid (CSU): „Nur mit dem Hotel können wir unsere touristische Infrastruktur aufrechterhalten.“ Auch wenn das Ergebnis knapp ist – Ja gemäß der Intention der Hotelgegner hatten 1090 (48,06 Prozent) angekreuzt –, für den Zweiten Bürgermeister zählt allein die Mehrheit.

Ganz so empfindet Michael Zellinger, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, dieses Ergebnis freilich nicht. „Das ist kein klares Votum.“ Vor allem keines, wegen dem sich er und seine Mitstreiter als Verlierer fühlen müssen. 09, betonte Zellinger. Dass die im Vorfeld des Bürgerentscheids ausgetauscht wurden und letztlich die Farchanter selber über den Bau eines neuen Hotels abstimmen konnten, wertet er „als großen Erfolg“. Damit haben er, Achim Hofstädter und Berthold Zeltner zumindest ein Ziel erreicht. Dadurch, dass der Entscheid mit der Bundestagswahl zusammengefallen war, „haben wir viele erwischt“. Das belegt auch eine Wahlbeteiligung von 76,63 Prozent, das sind 2286 der Stimmberechtigten.

Die hohe Wahlbeteiligung erfreute auch Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD). Das knappe Ergebnis stimmt ihn allerdings nachdenklich. „Einerseits bin ich froh, dass wir jetzt weiterplanen können“, erklärte er. Das heißt, die Träger öffentlicher Belange werden nun beteiligt und der vorhabenbezogene Bebauungsplan wird auf den Weg gebracht. Andererseits fürchtet der Rathaus-Chef, dass sich zwischen Gegnern und Befürwortern des Projekts Gräben aufgetan haben, die es nun zu schließen gilt.

Da kann ihn Monika Ott jedoch beruhigen. Die SPD-Gemeinderätin, die in den beiden vorangegangenen Bürgerentscheiden ganz klar gegen das Hotel Position bezogen hat, sieht diese Gefahr nicht. „Zumal der Wahlkampf sehr friedlich verlaufen ist.“ Die Sorge, dass durch den neuen Beherbergungsbetrieb wesentlich mehr Verkehr nach Farchant kommt, „können wir zerstreuen, spätestens, wenn der Neubau steht“. Das bezweifelt freilich Zellinger, aber auch er denkt, dass das Miteinander im Dorf nicht durch den Bürgerentscheid gelitten hat. „Wir respektieren das Ergebnis.“ Gegen das Hotel an sich habe auch keiner der Initiatoren etwas, „aber der Standort ist der falsche“. Das sehen genau 1178 Farchanter nicht so.

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