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Närrisches Treiben herrscht in der Garmischer Fußgängerzone.

Faschingsumzug im Garmischer Zentrum

Maschkera erobern „Röhre des Grauens“

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Garmisch-Partenkirchen - Traditionelle Maschkera, Wagen, die das Ortsgeschehen aufs Korn nehmen, und jede Menge bunt maskierte Gestalten: Das hat den großen Faschingsumzug im Garmischer Zentrum ausgemacht. Ein Spektakel, das tausende Zuschauer begeistert verfolgten.

In eine Narrenhöhle hat sich am Sonntag die Garmischer Fußgängerzone verwandelt. Tausende von Schaulustigen säumten den Weg und bestaunten die neun Umzugswagen, bei denen der Fantasie keine Grenzen gesetzt waren. Und dem bunten Treiben der 23 Gruppen mit rund 800 Maschkera auch nicht.

Bilder: So lief der Garmischer Faschingsumzug

Konfetti, Bonbons und Sägespäne flogen durch die Luft, Sirenen heulten, Blasmusik spielte. Die Kinder sammelten die Süßigkeiten vom Boden, die Gaudiburschen auf den Wagen fingen derweil Madl ein: jeder hatte seinen Spaß. „Tunnel des Wahnsinn“ stand auf großen Lettern auf dem einen Wagen, der andere trug die Aufschrift: „Fehlplanungsbüro Kramertunnel. Bauverhinderung: Dr. Keller, Axel Döring. Heute Besichtigung: Röhre des Grauens.“ Klar bekamen die großen Leute und die großen Themen ihr Fett weg – auch das ist Fasching.

Manch ein Kind bekam es beim Anblick von furchteinflößenden Larven oder Gerippen und weiß glänzenden Menschenschädeln etwas mit der Angst zu tun. Der kleine Jan (4) aus Benediktbeuren beispielsweise, der Schutz hinter dem Rücken von Mama Sigrid Fischer suchte. Doch die Angst war schnell verflogen, wenn es darum ging, eines der vielen Bonbons, die durch die Luft flogen, aufzufangen. Lustig und bunt ging es allemal zu, jeder kam auf seine Kosten, egal ob die Aktiven auf ihren Wagen oder die zahlreichen Zuschauer, die meisten von ihnen bunt verkleidet.

Mit viel Liebe zum Detail hatten die Akteure ihre Bulldogs und Anhänger hergerichtet: Kissen, Bettwäsche und ein Bett schmückten die Bettenhöhle, Guillotine und Gitterstäbe aus Holz den Gefängniswagen. Bei der „Altweibermühl’“ warnte ein Schild „Watschn-Gefahr“. Gescheppert hat’s aber nicht. Die jungen Frauen rutschten direkt in die Arme ihrer Freier, die zum Walzer aufforderten. Originell auch die Bierkistenmänner in der blauen Augustiner-Kiste, die Après-Ski-Schnee-Hasalbar, der Handwagen mit der Aufschrift „Sprengarbeiten“, der vorüberzog und laute Sirenengeräusche erklingen ließ, oder der bunt verzierte Wäschewagen.

Jonas Zerhoch aus Partenkirchen war begeistert: „Gestern war ich noch am Irmengard zum Feiern, jetzt geht’s hier weiter“, verriet der 18-Jährige Schüler. Auch in der Faschingswoche will er die schulfreien Tage zum Feiern nutzen. Christina Alperstedt (52), als Fuchs verkleidet, erklärte, was sie an dem Garmischer Faschingsumzug so fasziniert: „Hier wird noch die Tradition gelebt, die Maschkera kenne ich aus meiner Heimat Thüringen gar nicht.“ Und die als Hummel verkleidete Doris Stückner (37), die mit ihren Kindern Seppi (6, Schaf)) und Franziska (11, Zebra) aus Grainau gekommen war, lobte die gute Organisation. Am Ende des gelungnen Treibens trafen sich alle Wagen auf dem Richard-Strauss-Platz und die Menge feierte bei frühlingshaften Temperaturen noch ausgelassen weiter.

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