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Gute Laune: (v.l.) Siegfried Appler, Martin Schröter, Martin Zeil und Klaus Breil.

FDP-Kandidat für die Bundestagswahl 

"In gewisser Weise ein bunter Vogel"

Murnau - Die FDP hat am Dienstag die Weichen für die Bundestagswahl gestellt. Die Mitglieder der Kreisverbände Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau bestimmten Martin Schröter erwartungsgemäß zu ihrem Kandidaten für den Wahlkreis 226.

Die volle Rückendeckung bekam der 55-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen im Murnauer Restaurant Ähndl allerdings nicht. 13 Mitglieder stimmten im Rahmen der Wahlkreismitgliederversammlung für ihn, fünf waren dagegen. Vorgeschlagen wurden noch zwei andere Liberale. Doch weder der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Weilheim-Schongauer Kreisvorsitzende Klaus Breil (Bernried) noch die Weilheimer Stadträtin und Ortsvorsitzende Saika Merx erklärten sich zu einer Kandidatur bereit.

Schröter, der den Freien Demokraten seit 1996 angehört, sagte, er sei „in gewisser Weise ein bunter Vogel“. Denn er habe schon in vielen verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet. Er sei allerdings „Garmisch-Partenkirchener mit Herz und Seele“. Viel Zeit verbringt er dort jedoch nicht. Schröter (verheiratet, eine 23-jährige Tochter) ist beim Auswärtigen Amt angestellt und arbeitet seit 2014 in der Deutschen Botschaft in Luxemburg. Im Wahlkampf will der Historiker und Politologe nach eigenen Angaben 1000 Haushalte besuchen. Vor allem in Weilheim und Schongau. „In Garmisch-Partenkirchen kennen mich die Leute.“

In seiner Rede zeigte sich Schröter angriffslustig. In Sachen Flüchtlingspolitik warf er der Bundesregierung mit Blick auf die Grenzöffnung im September 2015 „Missmanagement“ vor. „Wir müssen wissen, wer in unserem Land ist.“ Das sei eine Frage der nationalen Souveränität. Auch Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) habe mit ihrem Brandbrief zur Flüchtlingsthematik „Missmanagement“ betrieben.

Darüber hinaus machte sich Schröter für ein Einwanderungsgesetz stark. Man müsse mit der Lebenslüge aufhören, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Er sieht ein solches Gesetz als „Instrumentarium, um besser zu integrieren“. In der Frage einer etwaigen Obergrenze für Geflüchtete warf Schröter der CSU vor, eine solche einzufordern, aber nicht zu definieren. Er selber tat dies aber auch nicht. Nur so viel: „Meines Erachtens ist in Garmisch-Partenkirchen die Obergrenze erreicht und in vielen Orten Bayerns. Wir können nicht alle aufnehmen bei uns.“

Das Thema Verkehr sparte der Marktgemeinderat und ehemalige Bürgermeisterkandidat ebenfalls nicht aus. Schröter kritisierte dabei, dass der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke nicht mehr im Bundesverkehrswegeplan enthalten sei. „Das kann doch nicht wahr sein.“ In puncto Kramer- und Wanktunnel monierte der Kandidat, dass sich die CSU „festgebissen“ habe.

Auch die SPD nahm er sich vor. Sie würde die kleinen Leute, ihre klassische Klientel, vergessen. Hier wäre anzumerken, dass sich die FDP bis dato auch nicht gerade als großer Fürsprecher dieser Wählergruppe hervorgetan hat.

Im Wahlkampf bekommt es Schröter mit CSU-Platzhirsch Alexander Dobrindt, Enrico Corongiu (SPD) und Dr. Gabriela Seitz-Hoffmann (Bündnis 90/Die Grünen) zu tun. Das Direktmandat dürfte an Dobrindt gehen. Möglicherweise schafft es der FDP-Kandidat über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen. Breil versprach sich dafür einzusetzen, dass Schröter auf der Liste vorne landet. Versammlungsleiter im Ähndl war übrigens der frühere bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil.

Die Delegierten

für die Landesvertreterversammlung heißen: Martin Schröter, Siegfried Appler, Klaus Breil, Isa Berndt, Karl-Heinz Schmidt, Sebastian Krieger.

Ersatzdelegierte: Stephan Strzondala, Ralf Gebauer, Dr. Wolfgang Mutter, Dr. Heribert Metzler, Bodo Winkler und Georg Stahl. 

Roland Lory 

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