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Schön, aber gefährlich: Die hochalpine Welt rund um die Karwendelbahn-Bergstation mit ihren schroffen und zerklüfteten Felsformationen birgt so manche Tücke. Unterhalb der Westlichen Karwendelspitze (oberhalb des vorne sitzenden Mannes in Dunkelblau) löste sich ein Felsbrocken. Teile davon fielen auf den Karwendelsteig.

Steig wegen Aufräumarbeiten gesperrt

Felsblock löst sich aus Karwendelmassiv - Soldat verletzt

Mittenwald - Bei einem Steinschlag im Karwendel hat sich ein Soldat verletzt. Wegen notwendiger Aufräumarbeiten bleibt der Karwendelsteig am Donnerstag bis voraussichtlich 11 Uhr gesperrt.

Ein riesiger Felsblock von der Größe eines Kühlschranks hat sich vor einigen Tagen unterhalb der Westlichen Karwendelspitze (2385 Meter) gelöst. Teile davon fielen auf den sogenannten Karwendelsteig (Aufstieg von der Mittenwalder Hütte zur Bergstation der Karwendelbahn). Dabei wurde ein Soldat durch den Steinschlag verletzt. „Dem Kameraden geht’s wieder blendend, er ist wohlauf“, teilt Oberleutnant Christopher Arns mit. Wie der Presse-Offizier des Mittenwalder Bataillons 233 ferner bestätigt, handelt es sich bei dem in Mitleidenschaft gezogenen Gebirgsjäger um einen Mann vom Bad Reichenhaller Bataillon 231. Denn bis heute läuft im Karwendel noch der Gebirgsleistungsmarsch „Alpendistel“ der übergeordneten Brigade 23 „Bayern“. Zum Unglückszeitpunkt querten laut Arns etwa 150 Männer und Frauen in Uniform den Steig unterhalb der Karwendelköpfe.

Mitarbeiter der Karwendelbahn haben nach dem Felssturz umgehend die Alpenvereinssektion Mittenwald, die für den hochalpinen Weg verantwortlich zeichnet, verständigt. „Der Steig wurde in Absprache mit dem Markt Mittenwald und der Karwendelbahn sofort gesperrt“, informiert AV-Wege-Referent Stefan Adam. Obendrein beauftragte man den heimischen Diplom-Geologen Hans-Peter Orth, den Vorfall als Sachverständiger vor Ort in Augenschein zu nehmen. „Die Begehung am nächsten Tag ergab, dass eine Felsräumung notwendig ist, um die Gefahr weiterer Steinschläge in diesem Bereich zu minimieren“, erklärt Adam.

Die Arbeiten werden am Donnerstag bis zirka gegen 11 Uhr ausgeführt. In dieser Zeit besteht auf der Trasse hinauf zur Bergstation und auf dem Zustieg zur Viererspitze bis zur Vorderen Kreuzklamm laut Adam „akute Steinschlag- und somit Lebensgefahr“. Der Mittenwalder Experte betont gegenüber dem Tagblatt, dass der jüngste Felssturz nichts mit auftauendem Permafrost zu tun hat. „Das war eine ganz normale Erosion, es gibt immer wieder Steinschläge.“ Zudem betont Adam: „Die Gefahr im Gebirge ist immer da, das wird von den Leuten oft nur ignoriert.“

Er empfiehlt deshalb allen Bergsteigern, gerade in diesem neuralgischen Gebiet oberhalb der Mittenwalder Hütte einen sogenannten Steinschlag-Helm zu tragen – sicher ist sicher.

Christof Schnürer

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