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Volles Haus: das Festzelt Garmisch war in den vergangenen Jahren für die gute Stimmung bekannt.

Das ist heuer geboten

Festwoche in Garmisch: Der 120. wird 9 Tage lang gefeiert

Garmisch-Partenkirchen - „O’zapft is“ heißt es bald im Festzelt am Wittelsbacher Park. Dort beginnt am Samstag die 66. Garmischer Festwoche. Eine, die für den Trachtenverein ganz besonders ist. Schließlich gilt es für die Mitglieder, das 120-jährige Bestehen gebührend zu feiern.

Bei Christian Ruf läutet das Handy momentan fast ununterbrochen. Man bekommt beinahe den Eindruck, es sitzt einem der Manager eines Riesenkonzerns gegenüber und nicht der Chef des Volkstrachtenvereins Garmisch. Aber um diese Zeit des Jahres ist Ruf noch mehr ein gefragter Mann. Schließlich steht die Garmischer Festwoche vor der Tür. Ab Samstag, 30. Juli, dreht sich zum 66ten Mal alles ums beliebte Bierzelt im Wittelsbacher Park.

Heuer gibt es gleich mehrere Gründe zum Feiern. Das 120-jährige Bestehen des Trachtenvereins und der Gaujugendtag fallen mit der Festwoche zusammen und werden gebührend zelebriert. Ein Gottesdienst im Michael-Ende-Kurpark und ein Festzug mit fünf geschmückten Wagen stehen unter anderem auf dem Programm. Ganze 31 Vereine der Oberländer Trachtenvereinigung werden dafür in der Marktgemeinde erwartet.

Der Trachten-Chef muss also heuer noch mehr organisieren als sonst. Doch Ruf bleibt gelassen. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagt er. „Jeder hat seine Aufgabe.“ Für ihn beginnen die Vorbereitungen für die neun Festtage immer schon Monate im Voraus. Genau genommen beschäftigen sich die Mitglieder des Volkstrachtenvereins damit fast 365 Tage im Jahr damit. Ruf sagt mit einem Schmunzeln: „Vor dem Zelt ist ja bekanntlich nach dem Zelt.“

Die viele Mühe hat sich auch in diesem Jahr gelohnt, findet der Werdenfelser. Auch heuer wird den Besuchern wieder ein abwechslungsreiches Programm geboten. Am Donnerstag nächster Woche steht wieder ein besonderer Musik-Abend auf dem Programm. War im vergangenem Jahr böhmisch-mährische Blasmusik zu hören, steht heuer alles ganz im Zeichen der Heimat. Beim Werdenfelser Abend sorgen das „Kastanienbaam Trio“ aus Mittenwald, die „Garmischer Gunglmusi“ und die „Garmischer Wetzstoa Plattler“ für zünftige Unterhaltung. Auch die Nachwuchs-Trachtler wirken aktiv mit. „Man merkt, dass die Jugend mit viel Freude dabei ist“, sagt Ruf. „Das ist freilich schee.“ Die Wetzstoa Plattler folgen bei ihrem Auftritt einer Tradition: „Sie treten mit Sensen und Arbeitsg‘wand auf.“ Eine Hommage an das bäuerliche Leben.

Neben den Fest- und Heimatabenden mit traditionellen Einlagen wie dem historischen „Alten Tanz“, Schuhplattlern und Blasmusik, sorgt auch heuer die Band Dreisam wieder für ausgelassene Partystimmung im Zelt. Ihr Auftritt ist praktisch Pflicht. „Die Gruppe ist ja schon Kult“, sagt Ruf. „Die stehen für sich.“

Auch das Steinheben, dass der Fingerhaklerverein traditionell ausrichtet, darf natürlich nicht fehlen. Außerdem feiert der Veteranen- und Kriegerverein sein 160-jähriges Bestehen ebenfalls mit einem Festzug ins Zelt.

Das täglich wechselnde Essens-Angebot der Wirte-Familie Adlwärth und das bernsteinfarbene Märzen-Bier sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.

Bezüglich Sicherheit und Jugendschutz wird in diesem Jahr groß aufgefahren. „Wir haben uns mit der Polizei und den Behörden zusammengesetzt“, sagt der Trachten-Chef. Im Vordergrund soll die Freude an der Festwoche stehen. Die merkt man ihm an. „Ich bin selbst ein Fan der Festwoche“, sagt er und lacht herzlich. Rufst überzeugt: „Ohne Freid an der Sache kann man die ganze Arbeit gar nicht machen.“

Magdalena Kratzer

Das Programm:

Samstag, 30. Juli

9.15 Uhr: Festzug von Volkstrachtenverein, Musikkapelle und Trommlerzug am Josefsplatz, Abmarsch durch Fußgängerzone über Richard-Strauss-Platz zum Festzelt

20 Uhr: Eröffnung der 66. Garmischer Festwoche durch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, anschließend Heimatabend mit Ehrungen und der Musikkapelle Garmisch, der Jugendgruppe, den Schuhplattlern, den Holzhackern und dem Historischen „Alten Tanz“.

Sonntag, 31. Juli

9 Uhr: Kirchenzug vom Mohrenplatz über Fußgängerzone zum Michael-Ende-Kurpark

9.30 Uhr: Festgottesdienst zum 120-jährigen Jubiläum des Volkstrachtenvereins Garmischim Michael-Ende Kurpark

13.30 Uhr: Festzug zum Gaujugendtag der Oberländer Trachtenvereinigung, anschließend Tänze im Festzelt.

20 Uhr: Bayerischer Heimatabend mit der Musikkapelle Garmisch, der Jugendgruppe, den Schuhplattlern, den Holzhackern, der Gruppe „Einmalig-Vielseitig“und dem Historischen Alten Tanz.

Montag, 1. August

20 Uhr: Großes Steinheben um den Alpenpokal in vier Gewichtsklassen mit Ansager Hans-Jörg Vierthaler, der Musikkapelle und der Plattlergruppe; Videoleinwand im Zelt.

Dienstag, 2. August:

20 Uhr: Partystimmung mit der Kultband „Dreisam“, Eintritt acht Euro, Einlass ab 16 Jahre.

Mittwoch, 3. August:

15.30 Uhr: Kindernachmittag mit Schaustellerbetrieb am Festplatz. 16:30 Uhr: Eppisburger Puppentheater im Festzelt.

19.15 Uhr: Aufstellung und Abmarsch des VTV Garmisch vom Josefsplatz durch die Fußgängerzone über den Richard- Strauss-Platz zum Zelt am Wittelsbacher Park.

20 Uhr: Bayerischer Heimatabend.

Donnerstag, 4. August

20 Uhr: Werdenfelser Abend mit dem „Kastanienbaam Trio“ aus Mittenwald, der „Garmischer Gunglmusi“ und den „Garmischer Wetzstoa Plattler“; der Eintritt kostet drei Euro.

Freitag, 5. August

20 Uhr: Tag der Betriebe, Vereine und Stammtische; zu Tanz und Unterhaltung spielt das beliebte „Werdenfels Sextett“ aus Garmisch-Partenkirchen zünftig auf; „Die Griabign“ liefern außerdem eine heitere Einlage.

Samstag, 6. August:

19 Uhr: Festzug vom Veteranen- und Kriegerverein zum 160-jährigen Bestehen mit Gastvereinen und Volkstrachtenverein am Josefsplatz mit Trommlerzug und Musikkapelle zum Kriegerdenkmal und weiter zum Festzelt.

20 Uhr: Bayerischer Heimatabend.

Sonntag, 7. August:

19.15 Uhr: Aufstellung und Abmarsch; Festzug vom Josefsplatz durch die Fußgängerzone über den Richard- Strauss-Platz zum Zelt am Wittelsbacher Park.

20 Uhr: Abschlussabend der 66. Garmischer Festwoche mit der Musikkapelle Garmisch, der Jugendgruppe, den Schuhplattlern, den Holzhackern und dem Historischen Alten Tanz

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