Gesegntes Projekt: Pfarrer Martin Karras segnet im Beisein von Bergleuten eine Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergmänner. foto: sehr

Feuer frei im Kramertunnel

Garmisch-Partenkirchen - Die Arbeiten im Berg haben begonnen: Nun wird täglich viermal im Kramer gesprengt, um den Erkundungsstollen des Kramertunnels voranzutreiben. 25 Millionen Euro kostet die Röhre.

„Glück auf!“ hieß es gestern am nördlichen Portal des geplanten Kramertunnels zwischen Burgrain und dem Ortseingang Garmisch. Dort hatten sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung zu einem bedeutenden Schritt für das Projekt getroffen: dem Tunnelanschlag. Mit einer symbolischen ersten Sprengung haben nun die Arbeiten im Berg begonnen. Als einen „glücklichen Moment“ bezeichnete Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) den Termin. Er hofft, dass sich die Vertreter möglichst bald wieder in Garmisch-Partenkirchen treffen - und zwar zum Durchbruch, wenn der 3685 Meter lange Erkundungsstollen das Gestein komplett durchzogen hat.

Kramertunnel: Fotos vom ersten Tunnelanschlag

Kramertunnel: Fotos vom ersten Tunnelanschlag

Bis es soweit ist, rechnet Martin Maier, Projektleiter Tunnelbau beim Staatlichen Bauamt Weilheim, mit eineinhalb Jahren Bauzeit. Damit diese Vorgabe eingehalten werden kann, sind die Arbeiter von nun an sieben Tage die Woche 24 Stunden an beiden Portalen im Einsatz. Vorgesehen sind im Norden vier Abschläge, wie die Sprengungen im Fachjargon heißen, pro Tag. Dabei werden jeweils zirka 90 Kubikmeter Geröll und Gestein gelöst. „Bei jedem Abschlag kommen wir drei Meter vorwärts“, erläutert Maier. Somit geht es jeden Tag rund zwölf Meter weiter hinein in den Berg.

Für jede Detonation werden im Vorfeld 80 bis 90 Löcher gebohrt, in die flüssiger Sprengstoff gefüllt wird. „Insgesamt brauchen wir 150 bis 200 Kilo pro Abschlag“, sagt der Projektleiter.

Doch was die Arbeiter wirklich erwartet, bleibt ungewiss. Man müsse immer mit Überraschungen rechnen. „Es gibt nicht umsonst den Bergmann-Spruch ,Vor der Hacke ist es dunkel‘“, sagt Maier. Dieses Sprichwort zog auch Bauamts-Leiter Günther Grafwallner in seinen Grußworten bei der Eröffnung heran. Mit der unkalkulierbaren Situation im Berg begründete er die Entscheidung, zunächst eine Erkundungs- und erst danach die Hauptröhre zu bauen.

Janine Tokarski

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