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Durch den Schriftzug an der Tür ist Michael Krüger (r.), hier mit Michael Reichmann, auf das alte Seehauser Feuerwehrfahrzeug aufmerksam geworden.

Altes Feuerwehrauto kehrt nach Seehausen zurück 

Der alte Opel-Blitz ist heimgekehrt

Seehausen - Historische Feuerwehrfahrzeuge sind nicht nur aus technischer Hinsicht interessant – sie sagen auch viel über das Löschwesen vergangener Tage aus. Ein solches historisches Automobil ist nach 25 Jahren in der Fremde durch einen Zufall wieder in seinen Heimatort Seehausen zurückgekehrt. Dort wird es jetzt liebevoll restauriert.

Fast drei Jahrzehnte lang stand das 75 PS starke Opel-Blitz-Löschgruppenfahrzeug in Diensten der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen – und zwar von 1964 bis 1992. Zahllose Einsätze absolvierte es in dieser Zeit, und beförderte bis zu neun Mann Besatzung sowie eine Tragkraftspritze zu Bränden, Verkehrsunfällen und anderen Notfällen. 

Dann ersetzte ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug den etwas altersschwachen Opel, der zunächst nach Ohlstadt verkauft wurde, bevor sich seine Spur verlor. „Bei seinem letzten Einsatz in Seehausen bin ich noch als ganz junger Feuerwehrmann mitgefahren“, erinnert sich Michael Krüger (38) fast wehmütig, heute erster Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

 Vor etwa drei Jahren entdeckte er durch Zufall im Internet ein Auto, das er zu seinem größten Erstaunen als das einstige Seehauser Löschgruppenfahrzeug identifizierte: „An der Tür stand ‚Freiwillige Feuerwehr Seehausen’. Da bin ich fast vom Stuhl gefallen“. 

Das gute Stück wurde in Nördlingen zum Kauf angeboten – was Krüger nicht daran hinderte, sich bei nächster Gelegenheit dorthin aufzumachen. Als er dem Besitzer des Opel berichtete, dass sein Großvater Jakob Gege in seiner Eigenschaft als Seehauser Bürgermeister den Wagen 1964 angeschafft hatte, senkte der Sammler sogleich den Preis für das gute Stück. „Das war ein richtig netter Mann“, lacht Krüger. Laut Fahrzeugbrief war das Feuerwehrauto unter anderem zeitweise bei einem Sägewerk in Fürstenfeldbruch zugelassen, später war er in der Hand verschiedener Oldtimerfreunde.

 Dass der von der Substanz her gute Wagen wieder hergerichtet werden soll, war für die Seehauser Feuerwehrler schnell klar. Inzwischen wurde der 1,9-Tonner bis auf die Rohkarosserie ausgeweidet und von seinem Fahrgestell gehoben. Ein Karosseriebauer schweißte und verzinnte das Blech rund um die Scheinwerfer sowie an Radläufen und Türen. „Die Karosserie ist soweit fertig“, sagt der Vorsitzende zufrieden. „Nächster Schritt ist die Überholung des wunderbar weich laufenden Sechszylinder-Motors“.

 Diese Aufgabe fällt Kfz-Mechaniker Alexander Sturm zu: „Ich muss die ganzen Dichtungen erneuern, und schauen, wie die Maschine von innen aussieht, und sie wieder aufbauen“, so seine Prognose. Sobald der Motor wieder drin ist, wird das Fahrgestell montiert, alles neu verkabelt, das ganze Auto zusammengebaut und zum Schluss komplett lackiert. Mit Krüger freuen sich vor allem ein Dutzend Mitglieder der Wehr, die bei der Restaurierung mitgewirkt und teilweise noch einen persönlichen Bezug zu dem Auto haben, wie etwa Michael Reichmann: „Das ist das Fahrzeug, auf dem ich ausgebildet wurde“, erklärt der 49-jährige. „Es ist ein schönes Gefühl, dass es wieder laufen soll und nicht in die Schrottpresse gewandert ist“.

Wann der Opel, dessen Restaurierung der Freuerwehrverein finanziert, fertig ist, kann Krüger noch nicht sagen: „Vielleicht wird das noch heuer sein, vielleicht auch erst nächstes Jahr. Das pressiert nicht“. Die Gesamtkosten schätzt er auf rund 20.000 Euro: „Wer möchte, kann uns gerne unterstützen“. 

Heino Herpen

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