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Ihre hohe Leistungsfähigkeit hat die Feuerwehr bei einem Einsatz am frühen Montagabend in der Murnauer Schweinebucht unter Beweis gestellt. Dort löschten sie einen brennenden Kia.

Geld für Einsätze benötigt

Feuerwehr Murnau: Jetzt brauchen die Helfer dringend Hilfe

Murnau - Sie stehen rund um die Uhr parat, um zu helfen – und tun das ohne jegliches Entgelt. Sie schützen Leib und Leben, Haus und Hof, bei Unfällen, Bränden, Hochwasser, Sturm und anderen Unglücksfällen – oder leisten entsprechend Hilfestellung. Um das Feuerwehrwesen in Murnau aufrecht erhalten zu können, braucht es Geld, viel Geld. Deshalb bitten die Helfer jetzt selbst um Hilfe.

Die rund 175 Aktiven der Feuerwehren Murnau, Weindorf und Hechendorf haben jede Menge zu tun. Allein die Murnauer verzeichneten im vergangenen Jahr 250 Einsätze – und anspruchsvolle dazu, wie sich vor ein paar Jahren am Fall Feuerteufel in der Unfallklinik gezeigt hatte. Sie tun das ehrenamtlich, nebenher, einfach so, in ihrer Freizeit. Überwiegend verlangen ihnen diese Einsätze viel ab, es müssen Brände gelöscht, Unfallopfer befreit, Türen geöffnet, Ölspuren beseitigt, Mensch und Tier das Leben gerettet werden.

Zum Lachen ist das nicht, eher bitterer Ernst. Doch manchmal muss Florian Krammer, der seit 2014 Kommandant der Murnauer Wehr ist, auch schmunzeln. Einmal sei er in ein Seniorenheim gerufen worden, wegen eines ominösen Pfeifens, das aber nicht etwa, wie sich vor Ort herausstellte, vom Hörgerät oder einem defekten Brandmelder kam. Krammer schaute sich ein bisschen um – und stellte als Ursache einen Dauerton des Weckers fest. Ein anderes Mal habe ein ausländischer Mitbürger, der der deutschen Sprache nicht mächtig war, im Tengelmann-Center den Feueralarm-Knopf mit dem Pfandflaschenrückgabe-Knopf verwechselt „Damit wollte er wohl jemanden aus dem Markt herbeirufen“, schildert Krammer. Tja, manchmal ist es zum Schmunzeln. Meist aber haben die Feuerwehrmänner und -frauen harte Arbeit zu erledigen.

Mit einer Postwurfsendung an alle Haushalte bittet die Marktgemeinde derzeit um Spenden für die Murnauer und die beiden Ortsteil-Wehren Hechendorf und Weindorf. Für eine Kommune ist es per Gesetz Pflichtaufgabe, eine eigene Feuerwehr zu vorzuhalten. Und die Ausgaben für eine solche gehen bald mal in den Bereich von mehreren hundertausend Euro. Dazu kommt, dass Murnau eine der fünf Stützpunktfeuerwehren des Landkreises ist, und damit noch Zusatzaufgaben zu bewältigen hat.

Also egal ob fünf, zehn oder 20 Euro, froh ist man bei der Feuerwehr um jeden Cent. Zwar hat man durch manche Einsätze auch Einnahmen, wie beispielsweise vom Ölspuren- Beseitigen, aber die halten sich in Grenzen. An Ausgaben gibt weit mehr: Zum einen gilt es, die elf Fahrzeuge allein in Murnau (in Hechendorf sind es zwei, in Weindorf drei) zu warten, zu betanken, die Ausrüstung und die Schutzkleidung in Schuss zu halten, das Feuerwehrhaus zu betreiben und vieles mehr. Dazu kommen die Ausgaben für Neuanschaffungen, die zwar von Land und Landkreis teilweise bezuschusst werden, was aber bei weitem nicht ausreicht.

Krammer erklärt das am Beispiel des 2015 angeschafften Rüstwagens. 650 000 Euro habe dieser gekostet. Weil er auch auf der Autobahn beispielsweise eingesetzt wird, hat man ihn für Murnau als wichtig erachtet und dafür einen Festzuschuss des Landes von 115 000 Euro erhalten. Blieben 535 000 Euro. Da dieses Fahrzeug auch in anderen Gemeinden zum Einsatz kommt, bezuschusste der Landkreis mit 25 Prozent der Gesamtkosten, also mit 162 500 Euro. Was dann noch an Murnau hängen bleibt, kann sich jeder ausrechnen.

Froh ist der Kommandant über den Nachwuchs bei der Jugendfeuerwehr. Jeder ab 14 Jahren kann mitmachen. „Ich kann mich derzeit nicht beschweren“, sagt er. Viel Werbung hätten sie dafür in der Vergangenheit gemacht, das habe sich ausbezahlt. Anscheinend findet dieses wichtige Ehrenamt wieder mehr Anerkennung. „Es gab Zeiten, da war das nicht so“, erinnert sich der 38-jährige Krammer, der seit 23 Jahren dabei ist.

Neben all den Routine- und Pflichtaufgaben, -ausgaben und der vielen Arbeit kommt nun auch der Unglücksfall mit der Winde im ADAC-Hubschrauber dazu. Ein Feuerwehrmitglied hatte diese aus Versehen aus dem Hubschrauber befördert (wir berichteten). Wenn es schlecht läuft, muss die Feuerwehr nun die Hälfte der Kosten tragen, das wären an die 10 000 Euro. Derzeit würden aber die Versicherungen noch streiten, sagt Krammer – und hofft.

Was in Zukunft dringend ansteht, ist der Umbau des bestehenden oder aber der Neubau eines Feuerwehrhauses, da das alte aus allen Nähten zu platzen droht. „Hier ist noch nichts entschieden, mir wäre aber ein Umbau an bisheriger Stelle deutlich lieber“, sagt Krammer.

Michaela Sperer


So können Sie helfen:

Wer also den Murnauer Wehren mit einer Spende unter die Arme greifen will und davon im Zweifelsfall einmal selber profitieren wird, der kann seinen frei gewählten Betrag auf folgendes Konto bei der Sparkasse Murnau einzahlen: IBAN DE227035 1030 0000 2547 63, BIC BYLADEM1WHM.

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