Polizei: „Es gibt unterschiedliche Ergebnisse im Fall Malina“

Polizei: „Es gibt unterschiedliche Ergebnisse im Fall Malina“
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Bild mit Seltenheitswert: Beim traditionellen Jahrtag hat sich auch der Mittenwalder Pfarrer Michael Wehrsdorf (Mitte) in Uniform geworfen. Darüber freuen sich in der TSV-Halle auch die altgedienten Kameraden Ludwig Neuner (l.) und Hans Schober.

Große Herausforderungen für Lebensretter

Sogar der Pfarrer trägt Feuerwehr-Uniform

Mittenwald - Die Herausforderungen werden nicht weniger für die Feuerwehr Mittenwald. Kritik übt Kommandant Hubert Klotz bei denjenigen, die es nach der Alarmierung besonders eilig haben.

Wenn der Piepser erklingt, pressiert’s. Keiner weiß das besser als Mittenwalds Feuerwehr-Kommandant Hubert Klotz (Basch). Männer müssen untertags ihre Arbeit unterbrechen oder werden nachts aus dem Schlaf gerissen. Schnellstmöglich sollte nun die Wache erreicht werden. Doch da meinen es wohl manche zu gut und stellen ihren Schutzengel auf eine harte Probe. „Es gibt leider immer noch Kameraden, die mit viel zu hoher Geschwindigkeit zur Wache fahren“, rügte Klotz am Samstag beim Jahrtag der Wehr in der gut besuchten TSV-Halle, zu dem selbst Pfarrer Michael Wehrsdorf in Uniform erschienen war. Mahnend rief Klotz in Erinnerung, dass es heuer bereits „zu einem tödlichen Unfall in Bayern“ gekommen sei, als ein Feuerwehrmann auf dem Weg zum Einsatz verunglückte.

Nicht nur, dass „Ihr bei einem Unfall den Versicherungsschutz verliert“. Der Feuerwehr „ist es nicht von Nutzen, wenn ihr im Gerätehaus nicht mehr ankommt“. Sicherheit vor, während und nach dem Einsatz „ist das wichtigste“, bestärkte auch Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger die eindringliche Bitte von Klotz. „Lieber ein paar Sekunden später an der Wache als gar nicht.“

Die vergangenen zwölf Monate der Freiwilligen Feuerwehr Mittenwald waren „etwas ruhiger“ im Vergleich zum historischen G7-Gipfel-Jahr 2015. Die 106 Mitglieder mussten insgesamt 87 Mal ausrücken. „15 waren Brandeinsätze, 58 technische Hilfeleistungen.“ Zwei Einsätze sind Klotz dabei im Gedächtnis geblieben, die ihn bis heute beschäftigen. Zum einen der größere Waldbrand in Scharnitz. Dabei hätte sich einmal mehr gezeigt, „wie wichtig unsere Übungen sind“. Vier Pumpen mussten Wasser über einer Länge von 1500 Meter zum Brandherd befördern. „Dank des Schlauchwagens konnten wir diese Aufgabe binnen 20 Minuten abarbeiten.“ Seit 20 Jahren wird dies trainiert, kürzlich zum ersten Mal in Mittenwald (wir berichteten). Zum anderen machte die Feuerwehrmänner der Autounfall vor wenigen Monaten in Scharnitz nachdenklich. Denn, wie im Nachhinein bekannt wurde, stellte sich das Unglück als Suizid-Versuch heraus: Der lebensmüde Mann, der mit seinem Auto am Bahnhof auf die Schienen gefahren war, hatte sogar noch seinen kleinen Buben mit im Wagen.

Positivere Nachrichten gab es hingegen über das Dach der Umkleidekabine im Feuerwehrhaus zu berichten. „Die Dachhaut war nach 40 Jahren nicht mehr dicht, und Feuchtigkeit drang ein“, erläuterte Klotz. Vor etwa zwei Monaten wurde diese abgetragen und neu eingedeckt. „Jetzt sind wir im Umkleideraum wieder im Trockenen.“ Leider musste nun festgestellt werden, dass auch an der Decke der Fahrzeughalle der Zahn der Zeit nagt. „Da löst sich der Putz.“ Hier gestaltet sich das Problem sogar noch größer, da „sehr teure Fahrzeuge darunter stehen“. Deshalb nahm Klotz die Jahresversammlung gleich zum Anlass, dem anwesenden Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) und dessen Vize Gerhard Schöner (CSU) zu bitten, „sich der Sache anzunehmen“. Dabei hofft Klotz schon jetzt auf eine „positive Antwort“.

Hornsteiner ließ wenig Grund zum Zweifel. „Jeder investierte Cent ist mehr als gut aufgehoben“, erklärte er in Anbetracht der vielen Anschaffungen in der Vergangenheit. „In der Stunde X ist jeder froh, wenn es Menschen gibt, die kommen, um zu helfen.“

Umso mehr macht es den Bürgermeister betroffen, dass beim Gottesdienst in der Pfarrkirche außer den Feuerwehr-Kameraden „nur zwei Bürger anwesend“ waren. Dies spiegelt laut Hornsteiner den momentanen Zeitgeist wider. Viele würden die ehrenamtliche Arbeit der Rettungsdienste „als selbstverständlich“ betrachten. „Das ist es aber nicht.“ Menschen hätten aber immer höhere Ansprüche, wenn es um ihr persönliches Wohlempfinden geht. Deshalb, mahnte Hornsteiner, sollte „im Auge behalten“ werden, „wo die wirklichen Bedürfnisse liegen“.

Josef Hornsteiner

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