Gemeinde wusste nichts davon

Feuerwehr Oberammergau erhält teures Überraschungsgeschenk

Oberammergau - Große Freude: Der Bund übergibt der Feuerwehr Oberammergau einen teuren Schlauchwagen. Diesen hatte Kreisbrandrat Johann Eitzenberger vor Jahren beantragt. 

Der Brief, den Oberammergaus Bürgermeister bekommen hat, las sich im ersten Moment alles andere als positiv: „Vollzug des Feuerwehrgesetzes...“. Doch schnell bemerkte Arno Nunn (parteifrei), dass für Sorgen kein Anlass gegeben ist. Im Gegenteil. „Wir bekommen praktisch ein Geschenk.“ Einen Schlauchwagen SW 2000 – für lau und von höchster Stelle. Der Bund übergibt das 200.000-Euro-Fahrzeug an die Wehr in Oberammergau.

Als dies Thema in der Sitzung des Gemeinderates war, zeichnet sich ab, dass im Rathaus keiner der Verantwortlichen mit diesem Geschenk gerechnet hatte. Entsprechend groß war die Freude. „Das ist sehr positiv für die Gemeinde“, sagte Nunn. Und eine gewisse Anerkennung für das, was die Wehr und ihre Kameraden leisten.

Doch ihr Einsatz ist nicht der Grund dafür, warum die Bundesrepublik Deutschland den teuren Wagen im Ammertal bereitstellt. Auch handelt es sich dabei nicht, wie im Gremium vermutet wurde, um eine späte Auswirkung des G7-Gipfels im vergangenen Jahr. Die Ursache ist viel simpler: Der Wagen wurde von Kreisbrandrat Johann Eitzenberger beantragt.

Uffing ist demnächst an der Reihe

„Das ist aber ewig her, vielleicht sogar schon Jahre“, sagt der auf Anfrage. Lange würde man dann nichts vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hören, dann komme plötzlich die Zusage. So war es auch im Fall von Oberammergau und seiner so genannten Stützpunktwehr. Diese kann schon in der übernächsten Woche nach Bonn fahren, wo derzeit eine Vielzahl der Schlauchwagen auf ihre Abholung wartet.

Benötigt werden die SW 2000, um den Vorgaben des Katastrophenschutzes gerecht zu werden. Die Zahl bedeutet, dass zwei Kilometer Schläuche zur Verfügung stehen. „Um auch in entlegenen Bereichen löschen zu können“, wie Nunn in der Sitzung sagte. Das Fahrzeug wird Eitzenberger zufolge nicht das erste im Landkreis sein. Einen solchen modernen Schlauchwagen gibt es bereits in Mittenwald und bei der Wehr in Partenkirchen. Im nächsten oder übernächsten Jahr soll auch Uffing ein ähnliches Fahrzeug bekommen. Ihren alten Wagen will die Gemeinde Oberammergau nun verkaufen. Ein weiterer positiver Effekt für die Gemeinde und ihren Haushalt. Zudem habe sich dem Bürgermeister zufolge gezeigt, dass für den SW 2000 keine spezielle Unterbringungsform notwendig ist. „Er passt in unserer Garage.“ Das „Geschenk“ des Bundes umfasst dabei nicht das Fahrzeug allein. Bezahlt werden auch alle Versicherungs-, und Reparaturkosten. „Ebenso werden für die Feuerwehrkameraden die notwendigen Führerscheinkosten vom Landkreis übernommen“, führte Nunn aus. Verständlich, dass ihm angesichts eines solche Briefes ein Werbespruch in den Sinn gekommen ist: „Ja ist denn heut’ schon Weihnachten?“

Rubriklistenbild: © dpa

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