Feuerwehr Seehausen: Kommandant dringend gesucht

Seehausen - Seehausens Freiwillige Feuerwehr hat mit einer heiklen Personalie zu kämpfen: Ihr Erster Kommandant Andreas Kern will nach zwölf Jahren aufhören - und ein Nachfolger ist bislang nicht in Sicht.

Hinter den Kulissen wird offenbar fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Die Zeit drängt: Denn am Freitag, 8. Januar, steht bereits die entscheidende Jahresversammlung mit Neuwahlen an (Beginn: 19.30 Uhr im Gasthof Stern).

Es ist schon erstaunlich: Das Ehrenamt des obersten Feuerwehrchefs ist andernorts mitunter heiß begehrt. In Murnau musste einmal sogar ein Münzwurf entscheiden, wer den Posten bekommt, weil es zwei Bewerber gab und bei der Abstimmung eine Pattsituation zustande kam (wir berichteten). In der kleinen Nachbargemeinde Seehausen scheint dies anders zu sein.

Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) führt die Zurückhaltung geeigneter Kandidaten auf den Umstand zurück, dass viele auswärts arbeiten - und im Ernstfall gar nicht oder nur verspätet am heimischen Einsatzort sein können. Hörmann, als Gemeinde-Oberhaupt zugleich Chef der über 60 Mann starken Ortsfeuerwehr und somit auch für die Kommandantenfrage zuständig, nennt zudem ein Generationenproblem als Ursache. Denn die Altersgruppe der 30- bis 40-Jährigen, die über die nötige Erfahrung verfügen und für die Aufgabe prädestiniert wären, ist bei der Seehauser Wehr schwach vertreten. „Da hapert’s“, meint Hörmann.

Der Rathauschef ist dennoch zuversichtlich - und gibt sich betont gelassen: „Das regelt sich schon. Es laufen verschiedene Gespräche“, sagt er. Ganz so entspannt scheint Hörmann die Sache aber doch nicht zu sehen. Vor den Weihnachtsfeiertagen verschickte er eine E-Mail an Feuerwehrmitglieder - mit der eindringlichen Bitte, die Kern-Nachfolge zu klären. Im Dorf ist von einem Brandbrief die Rede. Denn darin nennt der Bürgermeister die harte Konsequenz, sollte sich selbst nach einer Wiederholung der Jahresversammlung kein Freiwilliger finden, der den Job für die nächste, sechsjährige Amtszeit übernimmt. Dann müsste Hörmann aus dem Kreise der aktiven Mannschaft einen kommissarischen Kommandanten bestimmen, also jemanden dazu verdonnern. Dies schreibt das Bayerische Feuerwehrgesetz vor. Aber zu dieser Zwangsmaßnahme werde es, hofft Hörmann, nicht kommen.

Die naheliegende Variante, dass der bisherige Vize Michael Scheu einfach nachrückt, klappt anscheinend nicht. Denn dieser will laut Hörmann ebenfalls sein Amt abgeben. Für den Stellvertreter-Posten gebe es aber bereits Interessenten. Scheu war für eine persönliche Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der 50-jährige Kern, der für die CSU im Gemeinderat sitzt, verteidigt indessen seine Pläne: Er sei nun zwölf Jahre Erster und zuvor sechs Jahre Zweiter Kommandant gewesen. „Das reicht meines Erachtens“, sagt er. Es sei an der Zeit, dass andere die Leitung übernehmen. Er werde weiterhin als normaler Feuerwehrmann zur Verfügung stehen. Kern ist sich bewusst, dass die Nachfolge-Regelung schwierig ist. „Ich kann auch keinen aus dem Hut schütteln. Es findet sich schon jemand. Ich bin optimistisch.“

Die Aufgabe ist anspruchsvoll - und kostet viel Freizeit. Die Seehauser Wehr wird pro Jahr zu etwa 20 bis 60 Einsätzen gerufen. Hinzu kommen Übungen, Fortbildungen und sonstige Tätigkeiten, die in einer Ortsfeuerwehr anfallen. Der Kommandant erhält für seine Dienste eine Aufwandsentschädigung, die in Seehausen bei um die 200 bis 250 Euro monatlich liegt. (as)

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