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Taxis am Garmisch-Partenkirchner Marienplatz.

Keine Entscheidung

Fifty-Fifty-Card dreht Ehrenrunde

Garmisch-Partenkirchen - Die Junge Union muss sich gedulden. Der Jugendhilfeausschuss will ihren Vorschlag sorgfältiger prüfen. 

Die Idee ist gut, darin sind sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses einig. Doch ein „Ja“ der Kreisräte bekommt man dafür noch lange nicht. Diese Erfahrung hat Alexander Ott, Vorsitzender der Jungen Union (JU), gestern gemacht. Der Vorschlag der JU, eine „Fifty-Fifty-Card“ für Jugendliche einzuführen (wir berichteten), muss eine Ehrenrunde drehen, also nochmal dem Ausschuss vorgelegt werden.

„Uns fehlen ein paar wichtige Punkte, die es noch zu klären gilt“, sagt Stephan Märte, Leiter des Jugendamts. Konkret fehlen Märte Zahlen und Erfahrungswerte. Die will sich der Ausschuss vom Landkreis Lichtenfels holen. Dort wird die „Fifty-Fifty-Card“ seit 2002 angeboten. Doch Märte bleibt skeptisch. In Sachen Suchtprävention spricht er gar von einem „Kollateralschaden“. Er befürchtet, dass der Alkoholkonsum, wenn keiner mehr fahren muss, bei den 16- bis 25-Jährigen zunimmt. „Davon kann überhaupt keine Rede sein“, entgegnete Hansjörg Zahler (CSU). Der Bürgermeister von Wallgau schlug vor, die „Fifty-Fifty-Card“ einfach mal auszuprobieren. „Ein Pilotprojekt oder ähliches.“ Selbst die von Märte in den Raum gestellten Kosten von rund 100 000 Euro hält er für gerechtfertigt. „Das Verhältnis dieser Ausgaben ist durchaus vertretbar.“

Alfred Heinle (SPD) ist ebenfalls nicht abgeneigt, etwas Neues für die jungen Leute einzuführen. Trotzdem ist er der Meinung: „Die Jugend darf vom Staat nicht alles bezahlt bekommen.“ Außerdem schlägt er vor, sich mit Taxifahrern über das Projekt zu unterhalten. Besprochen werden muss aus seiner Sicht auch das Thema des Alkoholmissbrauchs. „Man muss dieses Problem allgemein in den Griff bekommen.“

Einen ganz anderen Ansatz hat German Kögl. Der Geschäftsführer des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) sieht in der Idee eine Entlastung der Elternteile. Dann müsse man nicht mehr in der Nacht raus und seine Kinder abholen. Diese Aussage will Heinle so nicht stehen lassen. „Das nehme ich als Eltern auf mich und schiebe es nicht auf die öffentliche Stelle ab.“

Ob es überhaupt soweit kommt, entscheidet sich in der nächsten Runde des Ausschusses. Ott ist mit dem ersten Durchgang dennoch zufrieden. „Es ist besser ausgegangen als befürchtet."

Matthias Strehler

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