Mitten in Mittenwald: Das 4,3 Hektar große Gelände der Bundeswehr-Zivilverwaltung steht vielleicht schneller als gedacht zum Verkauf an. foto: kunz

Filetgrundstück "mittelfristig" zu haben

Mittenwald - 4,3 Hektar groß, günstige Lage: Das Gelände des Bundeswehr-Standortservices in Mittenwald hat Potenzial. Angeblich will der Bund das Areal verkaufen.

Spätestens seit der jüngsten Bau-Ausschuss-Sitzung ist dank CSU-Marktgemeinderat Dieter Schermak ein Geheimnis gelüftet. Dieser empfahl während der öffentlichen Debatte über einen Ausbau der Tiefkarstraße noch die Entwicklung im angrenzenden Bundeswehr-Standortservice abzuwarten. „Hier wird gemunkelt, dass die Dienststelle in die Kaserne verlegt werden soll.“ Mit dieser forschen Aussage hat Schermak auch seinen Parteifreund, Bürgermeister Adolf Hornsteiner, verblüfft. Denn der wollte dieses sensible Thema sicherlich nicht an die große Glocke hängen. „Wir sind erst ganz am Anfang, es gab noch überhaupt keine Gespräche“, wiegelt der Rathauschef ab.

Doch Fakt ist: Der Standortservice - im Volksmund besser bekannt als Standortverwaltung, kurz StoV - soll „mittelfristig“ an der Tiefkarstraße aufgelöst und in eine der beiden Mittenwalder Kasernen untergebracht werden. „Diese Überlegungen sind da“, bestätigt Alois Zanker, der Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums in Landsberg am Lech. Das geschehe aus „wirtschaftlichen Überlegungen“ ergänzt der Chef der Zivilbehörde, zu der auch die Außenstelle Mittenwald gehört. Diese wird Zanker heute besuchen. Allerdings wolle er mit dem dortigen Verwaltungschef Werner Vogl nicht über dieses Thema sprechen, beteuert Zanker.

Da nicht zuletzt wegen der Berliner Reformpläne und des damit verbundenen Sparzwangs wahrscheinlich in den nächsten fünf Jahren das 4,3 Hektar große Areal an der Tiefkarstraße mit seinen vier großen Hallen und dem Verwaltungsgebäude vermutlich zum Verkauf steht, könnte sich der Marktgemeinde eine Jahrhundert-Chance bieten.

„Es ist unbestritten, das Gelände hat Entwicklungspotenzial“, räumt Bürgermeister Hornsteiner ein. Noch aber ist das Filetgrundstück, das westlich der Gebirgspionierstraßen-Siedlung liegt und so groß ist wie sechs Fußballplätze, Bundeseigentum. Es wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BImA, verwaltet. Und diese wird im Falle des Verkaufs die Immobilie nicht zum Vorzugspreis veräußern.

Alles Zukunftsmusik, versichert Hornsteiner. Von Verhandlungen könne überhaupt noch nicht die Rede sein. Man habe auch „keinerlei Interesse daran“, dass der Eindruck entsteht, es sei Mittenwald egal, wie es mit dem Bundeswehr-Standort weitergeht. Ganz im Gegenteil: Hornsteiner betont mit Nachdruck die Bedeutung der dort stationierten Gebirgsjäger - die möglicherweise bald zivile Verstärkung bekommen.

Aktuell arbeiten laut Werner Vogl rund 140 Angestellte im Standortservice Mittenwald. Auch für den Fall, dass dieser an der Tiefkarstraße in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören wird, unterstreicht Alois Zanker: „Es werden keine Dienstposten abgezogen.“ csc

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