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Quo vadis, Garmisch-Partenkirchen? Mehr Heimat, mehr Natur? Oder mehr Tourismus, mehr Sport?

"Berge, Schnee und Billiglohn"

WDR-Film über Garmisch: Touristiker fürchten Böses

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Garmisch-Partenkirchen - Die Sendung heißt „Alpen abgezockt – Berge, Schnee und Billiglohn“. In der Ankündigung ist von „Garmisch-Partenkirchen, ein Alpenwahn“ die Rede. Bei dem Film in der WDR-Reihe „Die Story“ rechnen Touristiker am Montagabend mit dem Schlimmsten.

Er weiß nicht, was auf ihn zukommt. Garmisch-Partenkirchens Tourismusdirektor Peter Ries (58) hat im April einem Team des Westdeutschen Rundfunks (WDR) um die beiden Autoren Johannes Höflich und Jo Angerer ein Interview „über den Tourismus in Garmisch-Partenkirchen und seine Perspektiken“ gegeben. Was davon aber am Montag, 1. Juli, zu sehen ist, Ries weiß es nicht. Denn er kennt den Beitrag nicht, der unter dem Titel „Alpen abgezockt – Berge, Schnee und Billiglohn“ von 22 bis 22.45 Uhr im WDR ausgestrahlt wird. „Ich bin aber ernsthaft erschrocken, als ich die Vorankündigung gelesen habe“, gibt der Tourismusdirektor auf Nachfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts zu.

In einer Vorschau ist von „Garmisch-Partenkirchen, ein Alpenwahn“ die Rede, von kahlen und schlammigen Skihängen im Sommer. „Doch eine wichtige Folge des Alpenwahns ist unbekannt: zunehmende Armut“, heißt’s auf der Internetseite des WDR. Fast 20 Prozent der Haushalte würden von weniger als 1100 Euro im Monat leben, doppelt so viele wie im restlichen Bayern. Und durch die Gemeinde gehe ein Riss. „Die einen wollen ihren Ort, die Heimat und den sozialen Zusammenhalt bewahren, die anderen wollen immer mehr Gäste. Vielen alteingesessenen Bergbauern, Originale im Trachtenjanker, ,stinkt’s‘. Sie fordern ein radikales Umdenken in Sachen Tourismus.“

Ries wird sich den Film ansehen. „Ich rechne dabei mit dem Schlimmsten“, meint er. Zwar sei es nur eine Sendung, die nicht das Ende des Fremdenverkehrs bedeute, aber: „In einer Dreiviertelstunde kann ich sehr viel Munition auffahren. Und da kann man einiges kaputt machen.“ Hinzu komme, dass der Zeitpunkt der Ausstrahlung, zu Beginn der Ferienzeit, für den Ort sehr ungünstig gewählt sei. „Wenn die Aufnahmen kurz nach der Skisaison im April gemacht wurden, finde ich das schon nicht fair“, sagt er. Und wenn von verschlammten Pisten die Rede ist, dann sei das einfach nicht der Fall. Ich sehe heute grüne Wiesen, die zum Teil sogar als Weideflächen dienen.“

Matthias Holzapfel

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Alpen abgezockt - Berge, Schnee und Billiglohn

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