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Spezialauftrag: Wasserwart Franz Okelmann (vorne), Josef Kriner und Martin Gschwendtner (hinten verdeckt) vom Mittenwalder Fischereiverein holen aus dem Lainbach mittels Elektronik vornehmlich Forellen heraus.

Rettungsaktion in Mittenwald

"Geisterjäger" fischen Lainbach leer

Mittenwald - Die Hochwasserschutz-Arbeiten am Lainbach haben den Fischereiverein Mittenwald auf den Plan gerufen. Dessen Mitglieder retteten dort knapp 400 Forellen.

Ein wenig erinnert Franz Okelmann an diesem frühen Morgen an einen der Geisterjäger aus den gleichnamigen Kult-Filmen der 1980er Jahre mit Bill Murray und Dan Aykroyd. Einen elektrischen Kasten (Batterie) hat sich der Wasserwart des Fischereivereins Mittenwald auf den Rücken geschnallt, ein Kescher ohne Netz (Kathode) in seiner Hand sendet elektronische Impulse aus.

Diesen hält Okelmann nun ins Wasser. Immer wenn er den Knopf bedient, läuft Gleichstrom durch die Drähte. Da Strom bekanntlich vom Plus- zum Minuspol fließt, bildet sich am Minuspol ein Elektronenüberschuss, während am Pluspol ein Elektronenmangel herrscht. Die empfindlichen Fische spüren diesen Überschuss und schwimmen automatisch in die elektronenarme Richtung. „Durch den Stromfluss werden sie bewegungsunfähig und können ganz einfach eingefangen werden“, erklärt Fischerei-Vorsitzender Christian Wocher die Prozedur.

Diese hat natürlich einen ernsten Grund: Wegen der vor einigen Tagen angelaufenen, millionenträchtigen Arbeiten zum Lainbach-Hochwasserschutz (wir berichteten) warten nicht nur auf die menschlichen Anrainer entlang des Rinnsals unangenehme Zeiten. Um Fische unter anderem vor schadhaften Segmenten während der mehrjährigen Bauphase zu schützen, hat sich der Fischereiverein zu der bewährten Methode des elektrischen Abfischens entschlossen. E-Fischer Okelmann wurde dabei von Josef Kriner (Pletscher) unterstützt. Mit einem Kescher bewaffnet, sammelte dieser die wehrlosen Tiere problemlos ein und beförderte sie anschließend in einen Eimer, den Vereinsmitglied Martin Gschwendtner schon bereit hielt.

Auf einer mehrere Kilometer umfassenden Strecke wurde so der Lainbach – vom Autohaus Biller bis zum Sandkasten im Laintal – partiell leer gefischt. Insgesamt waren elf Mann im Einsatz. Die Aktion kann nur als voller Erfolg bezeichnet werden. „Wir haben in vier Stunden genau 390 Bachforellen gefangen“, teilt Okelmann mit. Besonders freut ihn, dass alle Tiere „sehr gut genährt“ seien. Anschließend setzte man sie im Bereich Schwarzenfeld in die Isar ein. „Wir unterstützen die beiden Pächter mit dem E-Fischen“, verdeutlicht Okelmann. Diese sind nicht irgendwer, sondern die beiden bekannten Unternehmer Baron August von Finck und Dr. Wilhelm Winterstein. Josef Hornsteiner

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