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Pferde zur Nachhilfe: In Mittenwald soll dieses Training zwar nicht mit diesen, dafür mit Quarterhorses umgesetzt werden.

Einmaliges Projekt in Mittenwald

Nachhilfe-Unterricht auf Vierbeinern

Mittenwald - Die Fischers haben eine Vision. Sie wollen als erste im Landkreis ein „Zentrum für tiergestütztes Sinneswahrnehmungs-Training“ errichten – und zwar zu Pferd.

„A bisserl nervös war I scho“, gestand Markus Fischer am Montagabend nach der Bau-Ausschuss-Sitzung im Mittenwalder Rathaus. Wenige Minuten zuvor war der Karosserie- und Automechatroniker-Meister seinem Traum ein Stück nähergekommen. Denn er und seine Frau Margarete, ausgebildete Erzieherin, wollen ein besonderes Trainings-Zentrum auf die Beine stellen. Ihr Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf ihr liebstes Hobby – Pferde. Im Ausschuss gab’s dafür ein einstimmiges Ja.

Schon seit Jahren unterstützt Margarete Fischer Kinder mit Schreib- und Rechenschwäche. Zahlreiche Kurse hat sie seither belegt, die sich mit Sinneswahrnehmungs-Training befassen. In ihrer Arbeitsstätte im Tiroler Telfs kam ihr schließlich eine Idee: Nachhilfe mit Pferden.. Die gutmütigen Vierbeiner seien dafür „einfach perfekt“.

Ein geeigneter Ort war für Markus Fischer, selbst leidenschaftlicher Reiter, schnell gefunden. Auf dem Grundstück neben seiner Werkstatt am Fischweiher soll nun ein sogenanntes „Round Pen“ entstehen. Das ist ein runder Platz, auf dem mit Pferden auf einer Kreisbahn gearbeitet wird. Der Longierzirkel wird wetterunabhängig verkleidet und überdacht. In dem sechs Meter breiten Areal sollen Kinder Wahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit sowie Aufmerksamkeit trainieren. An zwei Quarterhorses ist bei dieser Arbeit gedacht, die in zwei neuen Pferdeboxen unterkommen sollen. Zudem plant man eine Sattelkammer.

„Die Kinder müssen auf dem Pferd ihr Gleichgewicht halten“, erklärt Margarete Fischer das Prinzip. „Somit sind sie viel konzentrierter und aufnahmefähiger bei den Übungen.“ Dass Bedarf in der Region vorhanden ist, zeigt das rege Interesse: „Über zehn Anmeldungen haben wir bereits.“

Im Bau-Ausschuss fand ihr Ansinnen großen Zuspruch: So wäre es für den SPD-Gemeinderat Rudi Rauch „ein weiterer Mosaik-Stein in Sachen Gesundheitsregion“. Ins gleiche Horn stößt Stefan Schmitz (Bürgervereinigung). Ein „sehr positives“ Projekt.

Nun müssen die Fischers nur mehr auf grünes Licht vom Landratsamt warten. Denn die Anlage im Gewerbegebiet muss noch in puncto Immissionen geprüft werden. Für Marktbaumeister Ralf Bues dürfte dass kein Problem sein. Erfahrungsgemäß würden bei einer Pferdehaltung „kaum Geruchsbelästigungen auftreten“. Auch von Lärm ist nicht auszugehen. Noch heuer wollen die Fischers loslegen. Josef Hornsteiner

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